Bad Oldesloe

Musikhochschule zeigt Oper „Die schöne Helena“ im KuB

| Lesedauer: 2 Minuten
Finn Fischer
Präsentieren „Die schöne Helena“ im KuB: Regisseur Dominik Wilgenbus (v.l.) mit Inken Kautter und Tim Knackstedt vom städtischen Kulturmanagement

Präsentieren „Die schöne Helena“ im KuB: Regisseur Dominik Wilgenbus (v.l.) mit Inken Kautter und Tim Knackstedt vom städtischen Kulturmanagement

Foto: Finn Fischer

Ensemble bringt die Parodie des griechischen Mythos „Urteil des Paris auf die Bühne. Regisseur legt dabei Wert auf gutes Timing.

Bad Oldesloe. Um seine Schüler die Komik zu lehren, inszeniert Regisseur Dominik Wilgenbus in Bad Oldesloe „Die schöne Helena“. Die von Jacques Offenbach geschriebene Parodie des griechischen Mythos „Urteil des Paris“ wird Ende Februar von Studenten der Musikhochschule Lübeck im Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum (KuB) aufgeführt. Für Dominik Wilgenbus ist Komik nichts, das einem einfach in die Wiege gelegt wird. Wer unterhalten will, muss arbeiten. Das vermittelt er auch seinen Studenten an der Musikhochschule Lübeck, die jetzt seit fünf Wochen „Die schöne Helena“ proben.

Ein Animationsfilm spielte eine wichtige Rolle bei den Proben

„Unterhaltung wird allzu oft mit Anspruchslosigkeit in Verbindung gebracht. Aber das, was wir hier machen, ist keineswegs leicht und seicht“, sagt der freischaffende Musiktheater- und Schauspielregisseur. Das ist eine der ersten Lektionen, die er seinen Schülern erteilt. Dabei setzt er auch auf unkonventionelle Methoden: komische Animationsfilme. Denn leichte Unterhaltung wie „Ice Age“ und Co. hat etwas, das sich auch auf anspruchsvolles Theater übertragen lässt: Timing.

„Rhythmus, Tempo und das Setzen der richtigen Pausen ist für glaubhafte Komik sehr wichtig“, sagt Wilgenbus, der seinen Schülern immer und immer wieder die ersten Szenen aus dem Animationsfilm „Ice Age“ (2002) zeigte. So lange, bis allen das Lachen verging. Damit die Oper „Die schöne Helena“ funktioniert, braucht es eben dieses Timing, wie Dominik Wilgenbus sagt: „Das Stück verlangt den Darstellern alles ab.“ Denn Offenbach hat den griechischen Heldenmythos um das „Urteil des Paris“ in seiner Adaption in eine beinahe skandalöse Parodie verwandelt.

Populäres Stück ist kurzweilig und eingängig fürs Publikum

Da gibt es den fetten König Agamemnon, seine etwas dümmlichen Handlanger, den Prinz von Troja, der gekommen ist, um die schöne Helena zu heiraten, die aber leider schon vergeben ist. Die in anderen Opern als unfehlbar und mit hehren Zielen dargestellten griechischen Helden werden eher als lachhafte Idioten präsentiert. Wer den Plot sieht, fühlt sich unweigerlich an einen Monty-Python-Film erinnert.

„Sonst steht die griechische Mythologie eher auf einem hohen Podest, die schöne Helena entzaubert das alles. Es ist eine Hallodri-Geschichte“, sagt KuB-Managerin Inken Kautter. Sie freue sich sehr darüber, dass die Musikhochschule diese Oper gewählt habe: „Es ist ein populäres Stück, kurzweilig und eingängig für das Publikum.“ Sie ist überzeugt, dass das Stammpublikum nicht enttäuscht sein wird. Aufgeführt wird das Stück von 20 Studierenden unter der musikalischen Leitung von Professor Robert Roche.

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