Stormarn
Berlin

Bund unterstützt Stormarner Projekte mit 1,7 Millionen Euro

Norbert Brackmann, CDU-Bundestagsabgeordneter, setzt sich für Stormarner Belange in Berlin ein.

Norbert Brackmann, CDU-Bundestagsabgeordneter, setzt sich für Stormarner Belange in Berlin ein.

Foto: René Soukup

Der Bund hat im vergangenen Jahr 24 Projekte in Stormarn finanziell unterstützt. Diese Städte, Gemeinden und Firmen profitieren.

Ahrensburg. Der Bund hat 2019 die Fördermittel für Projekte in Stormarn noch einmal erhöht. Mehr als 1,7 Millionen Euro fließen in 24 Vorhaben, die im Kreis umgesetzt werden. Nutznießer sind Kommunen und auch Unternehmen. 2018 waren es noch 1,2 Millionen und im Jahr davor 745.000 Euro. Mit acht Projekten, die finanziell unterstützt werden, steht Ahrensburg an der Spitze. Dahinter folgen Reinbek (fünf), Glinde und Oststeinbek (jeweils drei).

In diese Projekte investiert der Bund

Das meiste Geld in der Schlossstadt investiert der Bund in die Erweiterung der Kläranlage um eine separate Prozesswasserbehandlung, nämlich 200.000 Euro. Das Aufstellen von Ladesäulen für Elektroautos durch die Stadtwerke wird mit 88.000 Euro bezuschusst und das Klimaschutzmanagement mit rund 120.000. In Glinde erhält der Sportverein TSV 45.000 Euro für die neue Beleuchtung der Tennishalle, das Reinbeker Unternehmen Kar Kunz Aviation Refueling freut sich über 133.000 Euro. Es entwickelt einen vollelektrischen Hydrantendispenser – das ist ein Tankfahrzeug für den Betrieb auf Flughäfen. Die Oststeinbeker Firma Siebert und Knipschild, ein Ingenieurbüro für Kunststofftechnik, bekommt 200.000 Euro für die Normung eines dynamischen Prüfverfahrens für Druckrohrsysteme zur Sanierung von Leitungen.

Thünen-Institut für Forstgenetik in Großhansdorf erhält 70.000 Euro

Im Bundeshaushalt 2020 sind bereits 70.000 Euro für das Thünen-Institut für Forstgenetik in Großhansdorf verankert. Damit wird die Gewächshaussteuerung erneuert. „Ich versuche immer, Stormarn bei Innovationen nach vorne zu bringen“, sagt Norbert Brackmann, CDU-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Herzogtum Lauenburg/Stormarn-Süd. Er setzt sich in Berlin für die Belange der Region ein. Früher war der Lauenburger Obmann im Haushaltsausschuss. Seit April 2018 ist der 65-Jährige Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft. So wollte es Kanzlerin Angela Merkel.

In seiner jetzigen Funktion setzt sich Brackmann für das Thema Landstrom und den Bau von entsprechenden Anlagen in Häfen ein. Der Klimaschutz ist bei ihm oben angesiedelt. Der Christdemokrat sagt: „Wir wollen bei den Abgasen der Schiffe nach unten kommen und forschen mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie an Treibstoffen, die CO2-neutral sind.“ Es sei auch wichtig, dass bei Maßnahmen auf kommunaler Ebene Klimaschutz mitgedacht werde. Er plädiert dafür, gemeinde- und stadteigene Gebäude zügig energetisch zu sanieren oder neu zu bauen, wenn diese Variante wirtschaftlicher ist.

CDU-Bundestagsabgeordneter Brackmann rät Kommunen, Gebäude zügig zu sanieren

Dass Kommunen verschuldet sind und sich bei solchen Projekten bei der Aufnahme weiterer Kredite Zeit lassen, zumal sie auch andere kostenintensive Bereiche wie Schule und Kita zu berücksichtigen haben, sieht Brackmann durchaus als Nachteil. Er sagt: „Eine schnelle Umsetzung kann sich rechnen. Denn die Energiepreise steigen. Darauf müssen wir uns auch bei den Baukosten einstellen. Außerdem werden sich die Vorschriften für energetisches Bauen verschärfen.“ Der CDU-Politiker, seit mehr als zehn Jahren im Bundestag, bringt auch neuere Förderrichtlinien ins Spiel: „Mitunter werden Neubauten so wie energetische Sanierungen behandelt.“ Das sei früher anders und eine Chance auf Bezuschussung damit ausgeschlossen gewesen.

Brackmann ist rund die Hälfte des Jahres in Berlin und auf Auslandsreisen, aber immer auf Stand, was in seinem Wahlkreis passiert. Er hat die Diskussionen um Windkrafträder natürlich auch in Stormarn mitbekommen, wünscht sich mehr Offshore-Anlagen, also in Nord- und Ostsee. „Das wird aber nicht reichen, um unsere Klimaziele zu schaffen.“ Für den Politiker steht fest: Auf dem Land müssen ebenfalls mehr Windkrafträder installiert werden, auch wenn Anwohner dagegen protestieren und beispielsweise Bürgerinitiativen gründen. „Die Menschen wollen immer mehr, aber viele von ihnen nichts dazu beitragen“, kritisiert Brackmann. Das sei ein Wohlstandsphänomen und stelle die Politiker vor große Herausforderungen.