Stormarn
Interessengemeinschaft

Anwohner in Reinbek setzen auf dezentrale Stopps

Die Busüberfahrt zwischen Hamburger Straße und der Straße An der Wildkoppel wird von Menschen mit Einschränkungen, aber auch von Verkehrsexperten kritisiert.

Die Busüberfahrt zwischen Hamburger Straße und der Straße An der Wildkoppel wird von Menschen mit Einschränkungen, aber auch von Verkehrsexperten kritisiert.

Foto: Susanne Tamm

Nach wie vor ist der Standort für die barrierefreie Bushaltestelle umstritten. Im Februar werden beide Varianten erneut diskutiert.

Reinbek. Das Geld, um die zentrale Bushaltestelle in der Stadt barrierefrei umzugestalten, steht schon mal im Haushalt: 62.000 Euro haben die Stadtverordneten einstimmig beschlossen. Doch der Standort ist nach wie vor umstritten. Zur Debatte stehen die Straße An der Wildkoppel und die nördliche Bahnhofstraße (Landhausplatz). Im Februar will die Politik noch einmal auf Basis der Informationen der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) über beide Varianten diskutieren.

Die Interessengemeinschaft pro Bushaltestelle Landhausplatz ergreift nun die Gelegenheit, an ihr Konzept für den Bereich zwischen Bahnhof und Landhausplatz zu erinnern. „Wir bevorzugen eine synergetische Lösung, dezentrale Haltestellen statt einer Busstraße auf einer Wohnstraße“, erklärt Michael Gadow, Vertreter der Interessengemeinschaft und Bewohner des Hochhauses am Schmiedesberg.

Unterstützung von allen Fraktionen bis auf die FDP

Ihr Konzept biete allen Seiten Vorteile und sei bereits von fast allen Fraktionen – bis auf die FDP – unterstützt worden, berichtet Gadow. „An erster Stelle steht auch für uns, dass die Bushaltestellen bis 2022 barrierefrei werden“, unterstreicht Wilfried Völter, Vertreter der Interessengemeinschaft und Anwohner der Parkallee.

Nach ihrem Konzept sollen die Busse auf der Sophienstraße wenden, den S-Bahnhof passieren und dann entweder Richtung Wentorf/Bergedorf nach Süden oder in die Bahnhofstraße nach Norden abbiegen. Dort könnten sich die Busse je nach Route auf die Haltestellen Hamburger Straße (gegenüber dem Rathaus), Bergstraße oder eine neue an der nördlichen Bahnhofstraße verteilen.

Die Vorteile sind laut der Anwohner klar: Nicht nur, dass Lärm und Erschütterungen für die etwa 400 Anwohner an den Wohnstraßen Parkallee und An der Wildkoppel verschwinden würden: Für die Fahrgäste wären durch die dezentralen Halte Arztpraxen im Klostermarkt oder das Rathaus besser zu erreichen. Für Fußgänger wäre mehr Sicherheit gewonnen, wenn die Busüberfahrt zwischen Wildkoppel und Landhausplatz geschlossen würde.

Parkplätze kämen hinzu

Zudem würde die Bahnhofstraße als Geschäftsstraße attraktiver, weil nicht gut 20 Parkplätze durch die „Busstraße“ verloren gingen, sondern noch fünf hinzukämen. Der Verkehrsfluss auf der Bahnhofstraße würde zugleich verbessert, weil dort drei Buslinien weniger fahren würden und auf der Kreuzung Landhausplatz eine Ampelphase weniger anfiele.

Hinzu kommt, dass VHH-Betriebsleiter Nils Dahmen gewarnt hat: Bei einer Konzentration aller Buslinien auf der Wildkoppel sei die Einhaltung des Fahrplans nicht mehr zu garantieren.

Der Entwurf unterscheidet sich von der Verwaltungsvorlage, die die Stopps an der Berg- und an der Bahnhofstraße zu einem längeren im Norden der Bahnhofstraße zusammenfassen möchte. Dafür soll der Baum vor dem Haus Ellermann gekappt werden.