Stormarn
Bad Oldesloe

„Die fetten Jahre sind vorbei“: Kreis muss Schulden machen

In naher Zukunft wird der Kreis Stormarn Schulden machen müssen (Symbolfoto).

In naher Zukunft wird der Kreis Stormarn Schulden machen müssen (Symbolfoto).

Foto: Getty Images/iStockphoto

In den nächsten Jahren rechnet der Kreis mit Fehlbeträgen in Millionenhöhe. Die Rücklagen schwinden. Trotzdem wird Kreisumlage gesenkt.

Bad Oldesloe.  Die Zeit der positiven Haushalte ist vorbei: In den nächsten Jahren rechnet der Kreis in den Jahresabrechnungen mit Fehlbeträgen in Millionenhöhe, die Rücklagen schwinden. Stormarn wird neue Schulden aufnehmen müssen.

2018 erwirtschaftete der Kreis noch einen Überschuss in Höhe von acht Millionen Euro, 2019 noch 1,4 Millionen Euro. 2020 rechnet Landrat Henning Görtz mit Minus 5,2 Millionen, 2021 sogar mit einem Jahresfehlbetrag von 8,3 Millionen und 2022 von 3,1 Millionen Euro. Die hohen Fehlbeträge könnten dafür sorgen, dass Stormarn neue Schulden machen muss.

Erneute Senkung der Kreisumlage um 0,65 Prozent

„Wir sprechen 2021 von einer Kreditaufnahme in Höhe von 16 Millionen Euro“, sagte Joachim Wagner (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Kreistags, bei der der Haushalt für 2020 und die Finanzplanung für die Jahre 2021 bis 2023 beschlossen wurde. Wagner: „Die fetten Jahre sind vorbei. Wir müssen mit dem Fuß auf die Bremse treten.“ Neue freiwillige Leistungen könne die Politik nicht mehr beschließen. Die Entlastung der Kommunen durch eine geringere Kreisumlage sei aber richtig gewesen.

Trotz der Negativprognosen hatte die Kreispolitik erneut eine Senkung der Kreisumlage um 0,65 Prozent für 2019 und 2020 beschlossen. Auch das ist neben den stetig steigenden Personalkosten bei der Kreisverwaltung einer der Gründe für den hohen Fehlbetrag. Reinhard Mendel (SPD) sagt: „Die Senkung war richtig, wir haben das versprochen und stehen bei den Kommunen im Wort.“ Der Kreis beteilige damit die Städte und Gemeinden am guten Jahresergebnis von 2018.

Trotz prognostizierter Abkehr von der schwarzen Null zeigten sich die Politiker zufrieden mit dem beschlossenen Haushalt für 2020. Sabine Rautenberg (Die Grünen): „Er ist ausgewogen und zukunftsfähig.“ Auch politisch seien wichtige Zeichen wie die Stärkung des ÖPNV und Klimaschutz sowie der Verringerung von Abfall gesetzt worden.