Stormarn
Haushaltszahlen

Bargteheide fürchtet um die schwarze Null

Bis 2023 soll die Stadt Bargteheide einen Kredit mit einem Gesamtvolumen von 21,2 Millionen Euro aufnehmen (Symbolfoto).

Bis 2023 soll die Stadt Bargteheide einen Kredit mit einem Gesamtvolumen von 21,2 Millionen Euro aufnehmen (Symbolfoto).

Foto: Getty Images/iStockphoto

Spätestens 2021 sind die finanziellen Rücklagen aufgebraucht. Bargteheides Kämmerer rechnet mit Krediten von 21,2 Millionen Euro.

Bargteheide. Sind die fetten, schuldenfreien Jahre der Stadt Bargteheide vorbei? 2020 kann die Stadt noch von seinen Ersparnissen zehren. Doch spätestens 2021 sind die Rücklagen aller Voraussicht nach vollständig aufgebraucht. Kämmerer Joachim Teschke plant, in den Folgejahren bis 2023 Kredite mit einem Gesamtvolumen von 21,2 Millionen Euro aufzunehmen. Am Freitag sollen die finalen Haushaltszahlen in der Stadtvertretung beschlossen werden.

„Ob tatsächlich Kreditaufnahmen in dieser Höhe nötig werden, hängt von der Anzahl der Projekte ab, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden“, sagt Teschke: „Wir haben definitiv kein Einnahme-, sondern ein Ausgabeproblem.“ Anzahl und Höhe der Ausgaben seien in den vergangenen Jahren enorm gestiegen – allerdings nicht proportional zur Zunahme der Einwohner. Während sich das Haushaltsvolumen von 29 Millionen Euro (2004) auf 75 Millionen Euro (2020) fast verdreifacht hat, ist die Einwohnerzahl nur um etwa 200 pro Jahr gestiegen.

„Zwölf Projekte werden derzeit von der Politik priorisiert“, sagt Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht. An erster Stelle stehe der Neubau der Feuerwehrwache (15 Mio. Euro), gefolgt von einer neuen Sporthalle für das Kopernikus-Gymnasium (acht Mio.) und einer Sanierung der Kita Mühlentor (1,4 Mio.). Die Sportanlagen am Stadion (1,3 Mio.), Büro- und Umkleideräume für das Freibad (1,5 Mio.), Straßenbaumaßnahmen (eine Mio.) und diverse Parkplatzumbauten (zwei Mio.) seien freiwillige Projekte. Insbesondere die seit Jahren geschobene Sanierung des Freibades müsse nun jedoch angegangen werden, weil der Stadt anderenfalls Fördergeld vom Land in Höhe von 250.000 Euro verloren gingen.

Statt 17,5 neuen Stellen sind bislang nur 11,5 genehmigt

„Wir müssen im kommenden Jahr enger mit der Politik ins Gespräch kommen, um den genauen Umsetzungszeitraum von Projekten abzustimmen“, sagt Kruse-Grobrecht. Nur so könnte genau definiert werden, was zu welchem Zeitpunkt leistbar sei und welche Maßnahmen zurückgestellt werden müssten.

Dabei spiele nicht nur das Geld eine Rolle, sondern auch die personellen Ressourcen. Um die fristgerechte Umsetzung der Aufgaben gewährleisten zu können, plant die Verwaltung einen massiven Stellenaufbau. Der Hauptausschuss hat von den 17,5 beantragten Stellen aber nur 11,5 befürwortet. „Die Differenz von sechs Stellen muss nachgesteuert werden“, fordert Kruse-Gobrecht. Digitalisierung und weitere Pflichtaufgaben seien Herausforderungen der Zukunft. Ohne die Haushaltskosten ins Unermessliche wachsen zu lassen, müsse die Stadt auf zeitgemäße Strukturen setzen. „Wir sind auf einem guten Weg“, so die Bürgermeisterin: „Dennoch schieben wir eine erhebliche Bugwelle vor uns her, die in den kommenden Jahren aufgelöst werden muss.“

Weitere Themen der Stadtvertreter sind ein Antrag der SPD-Fraktion, Bargteheide zur „Fairtrade-Town“ zu ernennen sowie eine Erhöhung der Aufwandsentschädigung für die Mitglieder des Kinder- und Jugendbeirats.

Stadtvertretung Bargteheide Fr. 6.12., 18 Uhr, Stadthaus, Am Markt 4