Stormarn
Sanierungen

In Stormarns Straßen fließen 13 Millionen Euro

Ein Bauarbeiter arbeitet mit einem Gas-Brenner an einem neuen Straßenbelag (Symbolfoto).

Ein Bauarbeiter arbeitet mit einem Gas-Brenner an einem neuen Straßenbelag (Symbolfoto).

Foto: Andreas Arnold / dpa

Kreis hat nächstes Jahr 58 Bauvorhaben an Straßen, Brücken und Radwegen geplant, um die Verkehrsinfrastruktur deutlich zu verbessern.

Bad Oldesloe. Viele Straßen und Brücken im Kreisgebiet sind in einem desolaten Zustand. Doch so groß der Sanierungsbedarf ist, so begrenzt sind die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel. „Für 2020 wurden deshalb sechs Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von 7,84 Millionen Euro als besonders dringend eingestuft“, sagt der Stormarner Bauamtsleiter Thilo Scheuber. Sechs Vorhaben gelten als Nachrücker, sollten sich priorisierte Maßnahmen aus Kosten- oder Zeitgründen verschieben.

Ortsdurchfahrt Glinde durch Platanen massiv beschädigt

Geplant sind weitere 46 Erhaltungsmaßnahmen an Straßen, Brücken und Radwegen. Dafür stellt der Kreis im nächsten Jahr allein 13 Millionen Euro bereit. Hinzu kommen Fördermittel des Bundes und des Landes. Höchste Priorität hat die Ortsdurchfahrt Tremsbüttel im Verlauf der Kreisstraße 12. Der 2,1 Millionen Euro teure zweite Bauabschnitt (Hauptstraße) soll in Kooperation mit der Gemeinde noch im ersten Halbjahr 2020 beginnen. „Neben dem Ausbau der Kreisstraße selbst sind unter anderem Anpassungen der Ortsentwässerung vorgesehen“, so Scheuber.

In der zweiten Jahreshälfte soll es zu einem Lückenschluss des Radwanderwegs 2 Bad Oldesloe–Trittau zwischen Mollhagen und Sprenge kommen, der 794.000 Euro kosten soll. Das Planfeststellungsverfahren mit Einarbeitung der Ergebnisse aus dem Beteiligungsverfahren ist aber noch nicht abgeschlossen. Angegangen werden soll im Laufe des Jahres zudem die Ortsdurchfahrt Glinde, die Teil der K 109 ist. Hier hat eine Platanenallee nicht nur der Fahrbahn zugesetzt, sondern auch dem östlich verlaufenden Radweg. Scheuber: „Bedingt durch das Wurzelwachstum der Bäume gibt es massive Schäden am Radweg sowie Risse auf der Fahrbahn.“ Die Kosten belaufen sich auf 1,1 Millionen Euro.

Auch in Trittau sind Sanierungen dringend nötig

Für 770.000 Euro erneuert werden muss die Brücke über den Trittauer Mühlenbach am nördlichen Ausgang der Gemeinde Grönwohld. Für das zur Kreisstraße 32 gehörende Bauwerk, das als Plattenbalkenbrücke erstellt worden ist, erfolgt momentan die Planung durch den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV). Der westlich der Fahrbahn verlaufende Radweg führt derzeit noch über eine separate Holzbrücke. Künftig soll er ebenfalls über das neue Bauwerk gelegt werden. „Die Auftragsvergabe ist zwar im nächsten Jahr geplant, Baubeginn wird aber erst im Frühjahr 2021 sein“, so Scheuber.

Für die Überplanung der Kreisstraße 8 im Westerauer Ortsteil Trenthorst bis zur Kreisstraße 7 in Klein Westerberg muss auf Basis der bereits ermittelten Vorzugsvariante noch ein Grunderwerb erfolgen. „Ziel ist es, die Bauvorbereitung im kommenden Jahr abzuschließen und 2021 mit dem Ausbau zu beginnen“, sagt Thilo Scheuber gegenüber dem Abendblatt. Hierfür sind insgesamt 2,84 Millionen Euro vorgesehen, von denen der Kreis aber nur 1,61 Millionen Euro tragen muss.

Dringend sanierungsbedürftig ist auch die Brücke über die Kreisstraße 80 im Verlauf des Oher Wegs zwischen Glinde und Neuschönningstedt. Laut LBV macht der Bauwerkszustand „eine grundhafte Instandsetzung“ der Plattenbalkenbrücke notwendig. Die Umsetzung für 250.000 Euro wird aber wohl erst im Laufe des Jahres 2021 erfolgen.

CDU fordert schnellere Sanierung der K 80

Nach Ansicht der CDU-Kreistagsfraktion müsste allerdings auch die Sanierung der K 80 selbst möglichst bald in Angriff genommen werden. Ursprünglich bereits für 2020 vorgesehen, war die Maßnahme wegen der Erneuerung der Möllner Landstraße (L 94) auf 2021 verschoben worden, weil die K 80 als Entlastungsstraße benötigt wird.

„Durch die Baufortschritte auf der L 94 sollte die Sanierung der K 80 nun wieder vorgezogen werden, vorzugsweise auf Mai nächsten Jahres“, so Otto Kiehl. Schließlich handele es sich bei der K 80 um die Kreisstraße mit dem höchsten Verkehrsaufkommen. Sie sei damit eine „der wichtigsten Verkehrsverbindungen im Süden Stormarns“.

Sechs Vorhaben sind als „Nachrücker“ benannt

Das gebe das Deckenerneuerungsprogramm für 2020 aber nicht her, wies die Kreisverwaltung das Ansinnen in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses ab. Weil im Verlauf der K 80 zusätzlich noch zwei Brücken saniert werden müssten, sei eine Erneuerung der Fahrbahn vor 2021 nicht realistisch.

Zumal sich auf der Prioritätenliste für das Bauprogramm des Kreises auch noch sechs „Nachrücker der Dringlichkeitsstufe I“ im Gesamtumfang von 7,14 Millionen Euro finden. Dazu zählen die Oberflächenentwässerung der K 96 in Braak (760.000 Euro), die Erneuerung der K 97 zwischen Siek und Hoisdorf (1,1 Mio. Euro), eine bauliche Modifikation der K 61 wegen immer wieder auftretenden Überschwemmungen in der Besteniederung zwischen Bad Oldesloe und Rümpel (900.000 Euro), ein Straßenausbau der K 32 in der Ortsdurchfahrt Grönwohld im Bereich Poststraße/Papierholz (2,58 Mio. Euro), eine Fahrbahnerneuerung der K 37 zwischen Todendorf und der B 404 bei Sprenge (1,5 Mio. Euro) sowie die Sanierung einer K 100-Brücke bei Oststeinbek für 300.000 Euro.