Stormarn
Sanierung

Neuer Radweg an Möllner Landstraße in Glinde hat schon Risse

Bernd Paulutt (76) zeigt die Risse, die sich quer durch den Asphalt des Radweges ziehen.

Bernd Paulutt (76) zeigt die Risse, die sich quer durch den Asphalt des Radweges ziehen.

Foto: Stephanie Rutke

ADFC kritisiert den zuständigen Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein. Der Verein bemängelt auch zu hohe Bordsteine.

Glinde. Erst im Mai dieses Jahres wurde der Radweg entlang der Möllner Landstraße neu asphaltiert. Jetzt weist er schon deutliche Risse auf, die sich quer über den Asphalt ziehen und für Radfahrer gefährlich werden können. Aufgefallen sind die Schäden einem Bürger, der sehr viel mit dem Rad unterwegs ist.

Bei Frost werden Risse noch größer

Bernd Paulutt ist begeisterter Radfahrer. Fast täglich fährt der 76-Jährige mit seinem Fahrrad auf dem Radweg zwischen Neuschönningstedt und Glinde entlang der Landesstraße 94 (L94). Er setzt auf Sicherheit, fährt ein robustes E-Bike und nutzt den Radweg. „Ich habe allein auf dem etwa 200 Meter langen Teilstück zwischen den beiden Kreiseln schon zehn solcher Risse gezählt“, sagt der Rentner.

Paulutt befürchtet, dass sich die Risse bei Nässe oder Frost noch vergrößern und damit für Radfahrer erst recht gefährlich werden. „Und es ärgert mich, dass schon wenige Monate nach dem Asphaltieren solche Schäden auftreten“, sagt er.

Radwegsanierung war nicht geplant

Auch Brigitte Mattigkeit, Erste Vorsitzende der ADFC-Gruppe Glinde, hat schon von den Rissen gehört. „Wir arbeiten gerade mit am Radwegekonzept der Stadt“, sagt sie. „Die beauftragte Firma hat die Wurzelaufbrüche auch schon festgestellt. Außerdem sind auch die abgesenkten Bordsteine von der Straße zu den Radwegen in unseren Augen viel zu hoch.“ Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Stormarn habe ihr mitgeteilt, dass bei einem Niveau-Unterschied ab fünf Zentimetern auch der Radweg gesperrt werden könnte. „Dann müssten wir auf der Fahrbahn radeln“, sagt Mattigkeit. „Das will natürlich keiner. Das würde doch zu massiven Staus führen.“

Das Problem sei, dass die Radwegsanierung nicht mitgeplant worden sei. „Die haben dort einfach eine Asphaltdecke drüber gezogen“, moniert sie. „Das hält ein halbes Jahr, jetzt muss das ganze wohl zwei- bis dreimal angefasst werden.“ Die Glinderin fürchtet genau wie Bernd Paulutt, dass der Frost das Problem noch verschärfen wird.

Landesbetrieb hat sich noch nicht gemeldet

Thomas Ladewig, Tiefbauingenieur der Stadtverwaltung Glinde, kennt die Beschwerden ebenfalls. „Wir sind nur leider nicht zuständig für diese Sanierung“, erläutert er. „Für den Radweg und die Bäume sind der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein zuständig. Wir stehen mit ihm in ständigem Kontakt. Bei dem Rad- und Gehweg greift noch die Garantie.“ Finanziell sei die Stadt Glinde an der Sanierung nicht beteiligt gewesen, sondern allein das Land. Derzeit ist die beauftragte Firma noch in Oststeinbek bei der Arbeit.

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr hat die Fragen unserer Zeitung bis zum gestrigen Redaktionsschluss noch nicht beantwortet. Weder, ob bereits feststeht, ob nachgebessert werde, noch wie viel der Radweg gekostet habe. Insgesamt waren für den Abschnitt zwischen Heidweg in Reinbek und Stormarnstraße in Oststeinbek für die Sanierung der Fahrbahn samt Radweg 3,2 Millionen Euro veranschlagt.