Stormarn
Verbrechen

Prozess im Mordfall Ivonne Runge: Gericht hört 49 Zeugen

Der Fall Ivonne Runge war auch mehrfach Thema bei der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY, hier mit Kriminalhauptkommissar Frank Hansen (l.) und Moderator Rudi Cerne

Der Fall Ivonne Runge war auch mehrfach Thema bei der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY, hier mit Kriminalhauptkommissar Frank Hansen (l.) und Moderator Rudi Cerne

Foto: HA/ZDF / ZDF

Wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen muss sich Ex-Freund der Frau aus Schlamersdorf vor dem Schwurgericht Lübeck verantworten.

Travenbrück/Lübeck. Der Tatvorwurf lautet „Mord aus niedrigen Beweggründen“: Der Ex-Freund der getöteten Ivonne Runge aus Schlamersdorf muss sich von Donnerstag, 24. Oktober, an vor einem Schwurgericht am Landgericht Lübeck verantworten.

Gericht zog vier Sachverständige hinzu

15 Verhandlungstage sind bislang eingeplant, 49 Zeugen und vier Sachverständige geladen. Sie sollen zur Aufklärung beitragen, was am späten Abend des 25. Oktober 2017 geschehen ist. Ivonne Runge war damals zu ihrem ehemaligen Lebensgefährten nach Rümpel gefahren, um Fragen zum Kaufvertrag einer Immobilie zu klären, den beide vor ihrer Trennung gemeinsam abgeschlossen hatten.

Wie die Frau getötet wurde, ist bisher unklar

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte die Frau in seiner Wohnung „auf bislang nicht bekannte Weise getötet hat, weil er nicht bereit war zu akzeptieren, dass sie sich von ihm getrennt hatte und ihr Leben mit einem neuen Partner führen wollte“.

Staatsanwaltschaft stützt Anklage auf Reihe von Indizien

18 Monate lang galt Ivonne Runge als vermisst. Erst am 25. April 2019 wurden ihre sterblichen Überreste in einem Waldstück bei Hammoor, Nahe des Autobahnkreuzes, gefunden. Die Todesursache konnte bei der Obduktion nicht mehr ermittelt werden. Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Anklage auf eine Reihe von Indizien. So legen die Standortdaten des Mobiltelefons von Stefan B. laut der Ermittler nahe, dass er schon vor dem Treffen mit Ivonne Runge den späteren Ablageort des Leichnams ausgekundschaftet hat.

Leiche der Frau in spezielle Plastiksäcke verpackt

Nach der Tat soll der Angeklagte mit dem Auto der Frau und ihrem Leichnam zunächst nach Schlamersdorf gefahren sein, um dort ihr Handy zu platzieren. Dieses sollte seine spätere Aussage stützen, er habe seine Ex-Freundin bis zur dortigen Bushaltestelle gebracht. Weiteres Indiz: Die Leiche war laut Staatsanwaltschaft in spezielle Plastiksäcke gepackt, die eine Entsorgungsfirma nur an Betriebe der Mineralölwirtschaft ausgebe. Der Angeklagte betrieb eine Tankstelle in Schwarzenbek. Zudem soll bei der Leiche eine Jacke gefunden worden sein, die dem Angeklagten gehörte.