Stormarn
Giftiges Wasser

Fischsterben: Großhansdorf warnt Hundehalter vor Blaualgen

Der niedrige Wasserstand im Manhagen-Teich und Blaualgen haben vermutlich das Fischsterben in Großhansdorf verursacht.

Der niedrige Wasserstand im Manhagen-Teich und Blaualgen haben vermutlich das Fischsterben in Großhansdorf verursacht.

Foto: Ralph A. Klingel-Domdey

Bauhof-Mitarbeiter holen unzählige tote Hechte und Rotfedern aus dem Gewässer. Waldgemeinde stellt Warnschilder auf.

Grosshansdorf. Ein massenhaftes Fischsterben beschäftigt derzeit Bürger und Behörden in Großhansdorf. Spaziergänger waren zu Wochenbeginn auf die verendeten Tiere im Teich im Park Manhagen aufmerksam geworden und hatten die Gemeinde eingeschaltet. Mitarbeiter des städtischen Bauhofes holten daraufhin ungezählte Fische, darunter Hechte und Rotfedern, mit Keschern aus dem Wasser. Auch am Dienstag trieben noch zahlreiche tote Fische an der Wasseroberfläche. Die Ursache des Fischsterbens ist bisher noch unklar.

Grüne Schlieren bedecken das trübe Gewässer

Heinke Mulsow, zuständige Sachbearbeiterin im Rathaus, geht davon aus, dass Blaualgen dafür verantwortlich sind. „Die Fische wurden säckeweise abtransportiert“, sagt sie. „Wir befürchten, dass der komplette Fischbestand verendet ist.“ Grüne Schlieren bedecken das trübe Gewässer. Bereits im Sommer hatte die Gemeinde Warnschilder am Uferrand aufgestellt und vor den giftigen Blaugrünbakterien gewarnt, die sich vor allem in den Hitzemonaten explosionsartig ausbreiteten. Wie aber kann es im Herbst zu dieser Blaualgenkonzentration kommen? „Der Zeitpunkt hat uns zunächst selbst überrascht“, sagt Mulsow. „Für gewöhnlich kennen wir das Problem eher zum Ende des Sommers.“ Doch wenn der Wasserstand abnehme, komme es auch in Fließgewässern wie dem Mühlenbach oder der Aue vermehrt zu Fischsterben.

Regenarme Monate lassen Wasserpegel im Teich sinken

Zuletzt seien zudem Fische im Groten Diek verendet, als die Gemeinde den Teich entschlammte und zu viele Nährstoffe aufwirbelten. „Wenn die Blaualgen im Herbst absterben, zersetzen sie sich“, so die Umweltexpertin. „Während sie im Sommer sogar Sauerstoff produzieren, führt das Absterben zu einer Sauerstoffzehrung.“

Aufgrund geringer Niederschläge in den vergangenen 18 Monaten liege der Wasserpegel am Manhagen-Teich noch immer zwei Meter unter normal, sagt Mulsow. Schon länger sei die Flachwasserzone ohne Sauerstoff gewesen, jetzt ging den Fischen auch in den Tiefen die Luft aus. Wasserproben sollen noch ausgewertet werden. Weitere Ergebnisse erhofft sich die Rathausmitarbeiterin nicht, da sich der Sauerstoffgehalt fast stündlich ändere. „Die Natur muss sich von allein erholen“, sagt Mulsow.

Blaualgen bedeuten auf eine Gefahr für Katzen

„Ein Dorf- oder Gartenteich kann belüftet und Wasser mit Hilfe der Feuerwehr zuführt werden. Bei einem drei Hektar großen See ist das aber nicht möglich.“ Aufpassen sollten jedoch Tierhalter. Blaualgen sind auch für Hunde und Katzen giftig. Sie können Symptome wie Erbrechen hervorrufen und sogar tödlich sein. Nicht nur das Trinken des Wassers, sondern bereits das Ablecken des Fells sollte vermieden werden. Die Gemeinde hat Warnschilder aufgestellt.