Stormarn
Sprachkultur

Im Oktober ist Niederdeutsch in Stormarn Trumpf

"Plattdüütsch leevt": Hanna Lucht und Helmuth Peets vom Heimatbund Stormarn.

"Plattdüütsch leevt": Hanna Lucht und Helmuth Peets vom Heimatbund Stormarn.

Foto: Melissa Jahn

Bei den Plattdeutschen Tagen stellt der Heimatbund Stormarn in zwölf Veranstaltungen die Sprache in den Mittelpunkt.

Bargteheide. „Es gibt viele Initiativen im Norden, die sich um den Erhalt des Plattdeutschen bemühen“, sagt Helmuth Peets, Vorsitzender des Heimatbundes Stormarn. „Diese Kultursprache gehört zu unserer Identität.“ Bereits zum 19. Mal begibt sich der auf Heimatpflege spezialisierte Verein während der Plattdeutschen Tage vom 14. bis zum 25. Oktober auf eine Sprachreise durch den Kreis. Von anfänglich drei Veranstaltungen hat sich die Idee mittlerweile zu einem breitgefächerten Angebot mit zwölf Programmpunkten entwickelt.

„Wenn hier een Pott mit Bohnen steit und dor en Pott mit Bri – denn lat ick Bri un Bohnen stahn un griep na min Marie.“ So beginnt ein traditionelles niederdeutsches Tanzlied, das früher gern bei Verlobungsfeiern gespielt wurde. Um die Stimmung aufzulockern, erinnert sich Hanna Lucht, neue zweite Vorsitzende des Heimatbundes Stormarn.

Jan Graf eröffnet die Reihe in Bargteheide

„Der Liedermacher Jochen Wiegandt hatte die Idee, Volkslieder sowie deren Geschichten und persönliche Erlebnisse in ein Buch zu bringen“, sagt Lucht. „Dadurch bleiben die Erinnerungen lebendig und Lieder werden vor dem Vergessen bewahrt.“ Bis zum 7. Juni 2020 können sich alle Schleswig-Holsteiner an der Mitmachaktion beteiligen. Einen ersten Vorgeschmack gibt es am 21. Oktober in Elmenhorst. Von 19.30 Uhr an tritt Wiegandt im Gemeindezentrum (Schulstraße 1) auf und verspricht auf seiner Liederatour „un verklookfiedelt Leder för dat Sleswig-Holsteen-Lederbook“. Karten gibt’s für zehn Euro.

Den Auftakt der Plattdeutschen Tage macht Bargteheide. Autor und Liedermacher Jan Graf eröffnet die Veranstaltungsreihe am 14. Oktober um 19.30 Uhr im Stadthaus (Am Markt 4). Der Eintritt kostet 10 Euro. Dabei darf natürlich die Stormarn-Hymne „En Leed för Stormarn“ nicht fehlen, die Cord Denker anlässlich des Kreisjubiläums geschrieben hat. Es folgt unter anderem ein Klaus-Groth-Abend am Freitag, 18. Oktober (19.30 Uhr), den die Stadt Reinfeld zusammen mit dem Heimatbund gestaltet – inklusive Gitarrenmusik, Gesang und Vortrag. Für 12 Euro sind die Zuhörer in der Matthias-Claudius-Kirche (Paul-von-Schoenaich-Straße 11), dabei.

Gerd Spiekermann tritt in Bad Oldesloe auf

„Mister Plattdeutsch“ Gerd Spiekermann tritt am Mittwoch, 23. Oktober, im Oldesloer Kultur-und Bildungszentrum (KuB) auf. Karten für 10 Euro gibt es im Vorverkauf im KuB (Beer-Yaacov-Weg 1). Der Sieker Kreis bringt am Sonntag, 20. Oktober (18 Uhr) die Politik-Glosse „De Ascher“ auf die Bühne im Sieker Kotten (Sieker Berg 9, Eintritt frei).

„Wir freuen uns, dass diese kreisweite kulturelle Veranstaltung immer wieder Gruppen motiviert, Interessantes beizutragen“, sagt Helmuth Peets. „Damit wollen wir die Vielfalt deutlich machen und zeigen, dass Niederdeutsch die ebenbürtige Schwester des Hochdeutschen ist.“ Die Sprache sei zum Schutz des Erhalts in die Europäische Sprachencharta aufgenommen worden, werde in Stormarn an zwei Modellschulen unterrichtet und sei sogar als Abiturfach anerkannt. „Der Trend geht zum Regionalen, Niederdeutsch gehört einfach dazu“, sagt Peets. „Aus ,Plattdüütsch mutt leven‘ ist inzwischen ,Plattdüütsch leevt‘ geworden.“