Stormarn
Verkehr

Eltern und Kinder in Reinbek klagen über Raser

Ella Fechner (7, v.l.), Luca Graaf (7), Barbara Ocker (53), Mona Kutscha (48), Joris (7) und Gesa (11) Ocker sowie Charlotte Karrasch (11) haben Plakate gemalt, um die Autos zum langsamen Fahren zu motivieren.

Ella Fechner (7, v.l.), Luca Graaf (7), Barbara Ocker (53), Mona Kutscha (48), Joris (7) und Gesa (11) Ocker sowie Charlotte Karrasch (11) haben Plakate gemalt, um die Autos zum langsamen Fahren zu motivieren.

Foto: Imke Kuhlmann

Wegen einer Umleitung weichen viele  Autofahrer auf eine Anliegerstraße aus. Eine Schranke soll die Sicherheit erhöhen.

Reinbek. Seit 26. August ist die Wohltorfer Straße von der Schönningstedter Straße bis Höhe Silker Weg gesperrt. Grund ist die Erneuerung der Asphaltdecke im ersten Streckenabschnitt. Die Umleitung wurde für diese Arbeiten über Aumühle (K 18) und die Sachsenwaldstraße (L 314) errichtet. Eine Sperrung, die viele Autofahrer auf eine Geduldsprobe stellt, da die Umleitungen deutlich mehr Zeit kosten.

Kinder und Nachbarn beteiligten sich an Aktion

Ortskundige Fahrer nutzen daher die Bernhard-Ihnen-Straße, eine Anliegerstraße. Sehr zum Unmut der Anwohner. „Zu den Stoßzeiten morgens und abends schlängeln sich hier die Blechlawinen durch“, klagt Mona Kutscha. Die 48-Jährige hat jetzt eine Plakatmalaktion organisiert. Kinder und Nachbarn malten am Wochenende „Fahre langsam“- Schilder, die die Autofahrer zu mehr Rücksicht auffordern.

Vor allem für Kinder wird der Schulweg zur Gefahr. Auf der einen Seite parken Autos, die andere ist ein unbefestigter Fußweg. Dorthin weichen Autofahrer dem Gegenverkehr aus, wenn es eng wird. „Ich bin bereits zweimal fast mit einem Fahrzeug zusammengestoßen, als ich von meiner Auffahrt auf den Fußweg wollte“, sagt Mona Kutscha.

Geplant ist, eine Schranke aufzustellen

Die Polizei habe bereits zweimal morgens kontrolliert und in drei Stunden circa 30 Autofahrer angehalten, die sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung gehalten hätten. Leider seien manche recht uneinsichtig. „Mir hat schon ein Autofahrer gedroht, aus Angst ich würde mir das Kennzeichen merken“, berichtet die Mutter zweier schulpflichtiger Kinder. Mona Kutscha schätzt, dass rund 30 Prozent der Autofahrer zu schnell fahren. 30 km/h sind erlaubt, 20 km/h würden sich die Anwohner wünschen.

Auch die Kinder haben teilweise Angst. „Wir fahren morgens mit dem Fahrrad zur Schule und besonders in den Kurven ist es gefährlich“, sagt die elfjährige Gesa Ocker. „Es gibt Autofahrer, die den Kindern auf den Rädern sehr dicht auffahren“, hat ihre Mutter Barbara Ocker beobachtet. Der Stadt Reinbek sei das Problem hinlänglich bekannt.

Ab dem 30. September soll die Bernhard-Ihnen-Straße daher nur noch eingeschränkt befahrbar sein. Es ist geplant, eine Schranke aufzustellen, die die Durchfahrt für Nichtanwohner unmöglich machen soll. An der Kreuzung Schillerstraße/Reuterweg und der Einmündung Wohltorfer Straße werden zudem Schilder „Sackgasse“ aufgestellt.