Stormarn
Verkehrschaos

Baustellen sorgen für lange Staus im Süden Stormarns

Kurz vor der Sperrung der Ufermauer an der Schlossstraße staut sich der Verkehr besonders im Berufsverkehr. Neben Reinbekern und Wentorfern nutzen die Strecke zurzeit auch vermehrt Aumühler und Wohltorfer.

Kurz vor der Sperrung der Ufermauer an der Schlossstraße staut sich der Verkehr besonders im Berufsverkehr. Neben Reinbekern und Wentorfern nutzen die Strecke zurzeit auch vermehrt Aumühler und Wohltorfer.

Foto: Neff / BGZ

Reinbek spricht von „Planungspanne“ bei der Verkehrsbehörde. Abgeordnete beklagt schlechte Koordinierung.

Reinbek. Die Baustellen in und um Reinbek sorgen in dieser Woche für stockenden Verkehr, lange Staus und große Umwege. Seit Montag ist die Wohltorfer Straße, Kreisstraße 93, auf Höhe Silker Weg in beide Richtungen gesperrt. Die Umleitung war bisher über die Kreisstraße 80 sowie die Sachsenwaldstraße (Landesstraße 314) durch Aumühle eingerichtet. Nun kommen Autofahrer jedoch auch hier nicht mehr durch, da der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBVSH) auf Höhe des S-Bahnhofes Aumühle eine Vollsperrung mit Umleitung über Kröppelshagen-Fahrendorf und Wentorf einrichtete – trotz der Bitte der Stadt, die Maßnahme zu verschieben.

Schossstraße in Reinbek bleibt mindestens bis Jahresende gesperrt

Viele Anwohner werden ihren Unmut bei Reinbeks Polizeibeamten los, die von Chaossituationen berichten – besonders auf der K 80 sowie der Schlossstraße in Reinbek, wo es lange Staus gibt. Das ist laut Polizei nicht verwunderlich: Immerhin wird im Süden Stormarns nicht nur in der Wohltorfer Straße gebaut, die bis zur Fertigstellung am 18. Oktober einen neuen Belag sowie neue Bordsteine und Querungshilfen zu Anliegerstraßen bekommt. Auch auf der Schlossstraße wird der Verkehr noch bis mindestens Jahresende durch eine Baustellenampel halbseitig geregelt.

Für die Stadt Reinbek ist die Planung ein echtes Ärgernis

Zudem ist die Sanierung der Möllner Landstraße in vollem Gang, in Bergedorf geht es ab dem Binnenfeldredder nicht mehr weiter bis zur K 80, und nun ist auch Aumühles Alte Schulstraße (L 314) am S-Bahnhof, die als Umleitungsstrecke für die Wohltorfer Straße dienen sollte, wegen Brückenarbeiten bis 27. September voll gesperrt.

Für die Stadt Reinbek ist die aktuelle Situation ein Ärgernis. Die Baumaßnahmen an der Wohltorfer Straße seien mit dem Amt Hohe Elbgeest sowie der Verkehrsaufsicht in Ratzeburg abgestimmt worden. „Planungen zu einer Vollsperrung der Umleitungsstrecke lagen nicht vor“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung der Stadt. „Wir haben vor einer Woche von der Sperrung in Aumühle erfahren, als die Wohltorfer Straße bereits abgefräst war“, sagt Lennart Fey vom Amt für Inneres. Ohne Nennung von Gründen sei die Bitte, die Sperrung zu verschieben, abgelehnt worden. „Wir sehen es als Kommunikationspanne des LBV“, sagt Fey. „Das darf nicht passieren, wenn es sowieso so viele Baustellen gibt.“

Martin Habersaat übt Kritik an der Koordinierung der Baustellen

„Für alle, die in der Region leben und arbeiten, ist das dramatisch“, sagt Fey. In der Arztpraxis von Dr. Holger Hein an der Bahnhofstraße in unmittelbarer Nähe zur Baustelle Schlossstraße kamen am Montag diverse Patienten zu spät. Katharina Hein berichtet: „Etliche konnten gar nicht erscheinen, denn selbst die Busse standen. Anderen Praxen an der Bahnhofstraße ging es ähnlich.“ Durch die Sanierung der Möllner Landstraße und der hohen Belastung der K 80 sowie der A 24 müssen Schüler, die auf den Bus angewiesen sind, mit Verspätungen rechnen. Wiesenfelder Schüler, die um 13.15 Uhr mit den Linien 133 und 233 nach Oststeinbek zur Haltestelle „Barsbütteler Weg“ fuhren, brauchten anstatt gut zehn Minuten mehr als eine Stunde länger.

Viele Möglichkeiten, die Situation zu entschärfen, gebe es laut Polizei nicht. Zumindest habe eine Verbesserung der Ampelschaltung in der Schlossstraße für eine Entlastung der aus Wentorf nach Reinbek Fahrenden gesorgt. „Das ist jetzt der einzige Weg, um aus Reinbek nach Aumühle zu kommen. Es staut sich hier kilometerlang“, sagt der Landtagsabgeordnete Martin Habersaat. Der Reinbeker nutzt zurzeit sein Rad. Er stellte eine Kleine Anfrage an die Landesregierung und kritisiert die mangelnde Koordinierung durch den LBV.