Stormarn
Abenteuer

Was Großhansdorfer Schüler derzeit in den Alpen erleben

Pia Kraschewski (13, vorn) und ihre Mitschüler wandern durch eine alte Schneehöhle.

Pia Kraschewski (13, vorn) und ihre Mitschüler wandern durch eine alte Schneehöhle.

Foto: Elisabeth Hilgenböker / HA

Eisige Nächte in einsamen Hütten, Kletterpassagen und rutschige Steine: Die 180 Kilometer lange Tour hat es in sich.

Grosshansdorf/Pitztal.  Für 13 Achtklässler der Friedrich-Junge-Schule in Großhansdorf geht es an diesem Dienstag hoch hinaus: Sie wollen das Pitztaler Jöchl erklimmen, den mit 2996 Metern höchsten Punkt auf ihrer Tour über die Alpen. Seit einer Woche sind die 12- bis 14-Jährigen dabei, zu Fuß die höchste Gebirgskette in Zentraleuropa zu überqueren: In zwölf Tagen wollen sie 180 Kilometer und 13.500 Höhenmeter bewältigen.

Vom Wintersportort Oberstdorf im Südwesten Bayerns haben sie es längst über die Grenze nach Österreich geschafft, sind nun auf dem Weg nach Italien. Dort liegt das Ziel ihrer Extremwanderung: die Stadt Bozen, die sie am kommenden Sonntag, 25. August, erreichen wollen.

Die Schüler freuen sich über Murmeltiere

Auf ihren ersten Wandertagen haben die Schüler bereits einiges erlebt und gesehen. „Wir sind über ein altes Schneefeld gewandert und konnten durch eine Schneehöhle gehen“, berichtet Lehrerin Elisabeth Hilgenböker. Auch Murmeltiere, auf die sich die Mädchen und Jungen im Vorfeld besonders gefreut hatten, wurden bereits gesichtet.

Doch nicht alles lief problemlos. „Als wir mit einem Wandertaxi von Holzgau zur Materialseilbahn Madau gefahren sind, fielen acht Rucksäcke aus dem Kofferraum“, sagt Hilgenböker. „Zum Glück wurden alle unversehrt vom nächsten Wandertaxi aufgelesen.“ Auch mit der eisigen Kälte in den Alpen hat die Gruppe zu kämpfen. „Auf der Memminger Hütte in Österreich haben wir uns alle einen Schlafsaal geteilt“, erzählt die 32-Jährige. „In der Nacht haben wir den Regen gehört, und der Wind pfiff um die Hütte. Alle haben trotz gestapelter Wolldecken gefroren.“

Wanderung startet bereits morgens um 6.50 Uhr

Auch der nächste Tag verlangte den Schülern einiges ab. „Um 6.50 Uhr sind wir zur Seescharte gewandert – auf 2599 Meter Höhe. Das letzte Stück mussten wir mit einem Hilfsseil klettern“, sagt Hilgenböker. „Danach sind wir drei Stunden hinabgestiegen, über Geröll und rutschige Steine. Fast jeder landete dabei auf dem Allerwertesten.“

Die Alpenüberquerung ist Teil eines Schulprojekts. Seit 2013 müssen sich die Achtklässler der Friedrich-Junge-Schule nach den Sommerferien einer Challenge stellen. Die Idee dahinter ist, dass die Schüler an der Herausforderung wachsen und davon später – auch im Schulalltag – profitieren.