Stormarn
Areal am Beimoorweg

Ahrensburgs neues Gewerbegebiet wächst weiter

Die ersten Firmen bauen bereits entlang der Carl-Backhaus-Straße, die durch das neue Gewerbegebiet Beimoor-Süd II führt. 

Die ersten Firmen bauen bereits entlang der Carl-Backhaus-Straße, die durch das neue Gewerbegebiet Beimoor-Süd II führt. 

Foto: Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn

13 Firmen haben Flächen auf dem Areal am Beimoorweg gekauft, die ersten wollen in Kürze umziehen. Famila will Ende 2020 eröffnen.

Ahrensburg. Die Außenfassade mit den roten Klinkersteinen und den großen Fensterfronten ist bereits fertig, der Innenausbau läuft auf Hochtouren. In weniger als zwei Monaten wollen die 28 Mitarbeiter der März Network Services GmbH ihren neuen Firmensitz im ebenso neuen Ahrensburger Gewerbegebiet Beimoor-Süd II beziehen. „Wir werden voraussichtlich die ersten Bewohner sein“, sagt Fritz Walter, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters. Der Umzug an die Carl-Backhaus-Straße unweit des Ortseingangs ist für den 12. Oktober geplant.

Das Areal ist rund 21 Hektar groß

Es wird viel gearbeitet auf dem rund 21 Hektar großen Areal südlich des Beimoorwegs. An 13 Firmen hat die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) bereits Flächen verkauft, sechs von ihnen haben mit den Bauarbeiten begonnen. Weitere wollen in Kürze starten. „Die Nachfrage ist sehr groß“, sagt Geschäftsführer Detlev Hinselmann. „Mit weiteren Interessenten sind wir zurzeit noch in Verhandlungen.“

Die März Network Services GmbH zieht innerhalb Ahrensburgs um – aus Platzgründen. Der bisherige Firmensitz im Gewerbegebiet Nord habe nicht mehr ausgereicht. „Wir sind stark gewachsen und sitzen dort inzwischen wie die Ölsardinen“, sagt Walter. „Unser neues Gebäude wird mit 1500 Quadratmetern mehr als doppelt so groß werden.“

Auch die neuen Nachbarn befinden sich bereits im fortgeschrittenen Stadium. Auf dem Grundstück wird ein Fahrzeughändler eröffnen. Die Firma Hoves vermietet, verkauft und repariert Wohnmobile, bisher von Quickborn im Kreis Pinneberg aus. Für den neuen Standort sucht sie auf ihrer Internetseite bereits Mitarbeiter, zum Beispiel Tischler, Kfz-Mechatroniker und Elektriker. Als Umzugstermin ist nach Angaben des Unternehmens der „Spätsommer“ anvisiert, ein genauer Termin stehe aber noch nicht fest.

Mehrere Unternehmen ziehen aus Hamburg um

Neu nach Ahrensburg kommt auch MLL Hamburg. Das Unternehmen stellt Wetter-, Sonnen- und Lichtschutz her und wird laut Marketingleiterin Christiane Bleßmann im Januar 2020 mit seinen rund 50 Mitarbeitern aus Hamburg-Billbrook nach Ahrensburg ziehen. „Aufgrund der außerordentlich positiven Geschäftsentwicklung der vergangenen Jahre sind wir in Hamburg an die Kapazitätsgrenzen gelangt.“ Da eine Erweiterung am derzeitigen Standort nicht möglich gewesen sei, habe sich das 1983 gegründete Unternehmen für einen Umzug in die Schlossstadt entschieden. Dort sollen im ersten Schritt 1260 Quadratmeter Bürofläche und 3600 Quadratmeter Produktionsfläche zur Verfügung stehen. Platz für eine spätere Erweiterung hat sich MLL bereits reserviert. Der neue Firmensitz soll auch als Musterhaus für die eigenen Produkte dienen.

Ebenfalls aus Hamburg wechselt das Unternehmen Transprotec nach Ahrensburg. Der Spezialist für Energie- und Datenübertragung, Seilwinden und Hebezeuge plant im Gewerbegebiet Beimoor-Süd II ein neues Betriebs- und Bürogebäude. Bisher haben die Arbeiten noch nicht begonnen, die Firma strebt eigenen Angaben zufolge einen Umzug im Frühjahr oder Sommer 2020 an.

Westmann Engineering GmbH zieht 2020 ein

Große Vorfreude herrscht bei den Mitarbeitern der Westmann Engineering GmbH. Das Unternehmen, das seit fast 30 Jahren weltweit Produkte für die Getränkeindustrie anbietet, hat sich den höchsten Punkt des Areals ausgesucht. „Von dort können die Mitarbeiter nach hinten hinaus ins Grüne blicken“, sagt Geschäftsführer Knut Max Westmann. Das sei ein ganz anderer Ausblick als bisher – die Firma ist Mieter eines Gebäudes An der Strusbek. „Durch die günstige Zinssituation bietet es sich an, jetzt in etwas Eigenes zu investieren“, sagt Westmann. „Wir wollten auf jeden Fall in Ahrensburg bleiben und waren mit die Ersten, die sich eine Fläche im neuen Gewerbegebiet reserviert haben.“

Dafür lasse man sich nun beim Bau Zeit. „Wir bekommen ein individuell gemauertes Gebäude“, sagt Westmann, der sich jeden Abend vor Ort ein Bild von dem Fortschritt macht. Am neuen Standort soll auch die Parkplatzsituation und die Wendemöglichkeit für Lieferanten komfortabler werden. Im April 2020 will Knut Max Westmann mit seinen zwölf Mitarbeitern umziehen.

WAS sagt nicht, wie viele Flächen noch frei sind

Vom benachbarten Gewerbegebiet Nord kommen zwei weitere Firmen: Carmotec hat sich auf das Nachrüsten von Fahrzeugen spezialisiert, die Orgahead Consulting & Trading GmbH vertreibt Produkte für den Golfsport und Werbeartikel für die Automobilbranche. „Als wir 2005 an die Kurt-Fischer-Straße gezogen sind, waren wir acht Mitarbeiter, jetzt sind wir knapp 30“, sagt Geschäftsführer Lars-Hendrik Pirck.

Platz für weitere Schreibtische sei nicht mehr vorhanden, ein externes Lager in Bargteheide habe man bereits anmieten müssen. Am neuen Standort findet nun wieder beides zusammen. Der Umzug ist für Mitte Dezember geplant. Pirck sagt: „Ich komme aus Ahrensburg und wollte unbedingt hier bleiben.“ WAS-Geschäftsführer Detlev Hinselmann geht davon aus, dass das Areal Beimoor-Süd II „in wenigen Jahren voll sein wird“. Wie viele Flächen derzeit noch frei sind, will die WAS nicht preisgeben. Hinselmann sagt: „Aber Ahrensburgs Politiker sollten sich schon jetzt überlegen, wo es danach hingehen soll.“ Denn bisher gebe es keine Anzeichen dafür, dass die Nachfrage der Firmen nach neuen Flächen nachlasse.

Famila wartet noch auf die Baugenehmigung

Auch auf dem acht Hektar großen Gebiet zwischen der Straße Kornkamp-Süd und der verlängerten Kurt-Fischer-Straße werden bald die ersten Bagger rollen. Wie berichtet, soll dort ein Fachmarktzentrum entstehen. Die Einzelhändler Aldi und Famila wollen vom Kornkamp umziehen, zudem sind ein Möbelhaus und ein Geschäft für Heimtierbedarf geplant. Famila hat bereits den Bauantrag eingereicht, wartet auf die Genehmigung. „Wir rechnen innerhalb der nächsten Wochen mit einem positiven Bescheid“, sagt Unternehmenssprecherin Solveig Hannemann.

Je nach Zeitpunkt und Wetter könnten die ersten Erdarbeiten noch in diesem Jahr beginnen. „Sollten wir schon Frost haben, müssen wir den Baubeginn auf kommendes Frühjahr verschieben.“ Famila rechnet mit einer Bauzeit von mindestens neun Monaten. Ziel sei es, Ende 2020 Neueröffnung zu feiern.