Stormarnplatz

Ahrensburger protestieren gegen Parkplatz auf Grünfläche

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Filip Schwen
Wollen die Rasenfläche auf dem Stormarnplatz erhalten: Celine Nowottka (v. l.), Daniel Goetz, Tim Grammerstorf, Jule Niehus und Samantha Jeske vom Kinder- und Jugendbeirat.

Wollen die Rasenfläche auf dem Stormarnplatz erhalten: Celine Nowottka (v. l.), Daniel Goetz, Tim Grammerstorf, Jule Niehus und Samantha Jeske vom Kinder- und Jugendbeirat.

Foto: Filip Schwen

Sie wollen das Grün in der Innenstadt erhalten. Kinder- und Jugendbeirat rief zum Protestgrillen auf. Rund 70 Menschen waren dabei.

Ahrensburg.  Die Wiese soll bleiben – das forderten rund 70 Ahrensburger am Freitagabend auf dem Stormarnplatz in der Innenstadt. Nicht nur Jugendliche waren dem Aufruf des Kinder- und Jugendbeirates (KiJuB) der Schlossstadt gefolgt und hatten sich zum Protestgrillen auf der Rasenfläche neben den Fußballfeldern eingefunden. Auch ältere Ahrensburger brachten bei Grillwurst und Stockbrot ihren Frust über die Pläne der Politik zum Ausdruck, den Bereich künftig als Parkplatz zu nutzen. Auf Plakaten waren Slogans wie „Hier ein Parkplatz: Nein Danke!“, „Mehr Grün statt Grau“ und „Gras statt Abgas“ zu lesen.

„Wir wollen aufzeigen, auf welche vielfältige Weise diese letzte innerstädtische Grünfläche von allen Generationen genutzt werden kann“, begründete Tim Grammerstorf vom KiJuB, die Aktion. Der Beirat wünscht sich einen Stadtpark mit einer neuen Skateranlage auf der Fläche. „Die Fläche verbindet Generationen“, sagt Grammerstorf. Die Jugendtreffpunkte Bruno-Bröker-Haus und JuKi42 sowie das Peter-Rantzau-Haus, in dem regelmäßig Veranstaltungen für Senioren stattfinden, rahmen das Areal ein. „Da ist die Fläche geradezu prädestiniert für ein Mehrgenerationenprojekt“, meint er.

Jugendliche betonen Wert der Grünfläche

„Die Fläche ist ein Treffpunkt für uns Jugendliche“, sagt Emily Albrecht (15). Außerdem werde die Fläche auch für Veranstaltungen wie den Flohmarkt genutzt. „Das darf nicht verloren gehen“, meint die Schülerin. Leon Ehlers (22) betont den Wert des Areals für den Sport. Er sagt dazu: „Hier habe ich das Fußballspielen gelernt.“ In Ahrensburg würden immer mehr Flächen bebaut, „gerade im Zentrum“, beklagt Kevin Klöfel (27). „Hier einen Parkplatz zu bauen, das wäre nicht fair, der Stadtpark wird uns schon so lange versprochen.“ Auch viele ältere Ahrensburger haben sich auf dem Stormarnplatz eingefunden. „Auf dieser Wiese können sich Jugendliche ausleben“, sagen Angelika und Rafael Wigger. Die zentrale Grünfläche sei „ein Schatz, um die uns andere Städte beneiden.“ Und: „Was für ein Signal wäre es, den Jugendlichen während der aktuellen Diskussion um Fridays for Future und Umweltschutz eine Stellfläche für Autos vor die Nase zu setzen?“

Der Kinder- und Jugendbeirat befürchtet auch eine Gefährdung der Sporttreibenden durch den Parkplatz. „Viele kleine Kinder kommen hier zum Fußballtraining, sie müssten sich dann ihren Weg zwischen parkenden Autos hindurch bahnen“, warnte Samantha Jeske. Auch werde der Wunsch nach einem Stadtpark beim Politikplanspiel „Jugend im Rathaus“ jedes Jahr wieder an den Beirat herangetragen.

1400 Menschen unterzeichnen Online-Petition

Der Bau- und Planungsausschuss hatte auf seiner Sitzung am 15. Mai mit den Stimmen von CDU, Grünen und Wählergemeinschaft WAB beschlossen, auf dem 7700 Quadratmeter großen Areal im Stadtzentrum vorübergehend Stellplätze für 200 Autos zu schaffen und damit eine kontroverse Debatte entfacht. Damit sollen die Parkplätze kompensiert werden, die während der Bauarbeiten an der Alten Reitbahn und der Umgestaltung der Hamburger Straße wegfallen. SPD, FDP und Linke hatten das Vorhaben heftig kritisiert. Der Kinder- und Jugendbeirat startete eine Online-Petition, die mittlerweile mehr als 1400 Menschen unterzeichnet haben.

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