Stormarn
Stormarns größte Party

Ahrensburger Stadtfest: So hat es Besuchern gefallen

Neue Veranstaltungsagentur will mehr Qualität als Quantität. Es gab weniger Stände und weniger Besucher. Die Stimmung war dennoch gut.

Ahrensburg.  Die Pfingstfeiertage, durchwachsenes Wetter und weniger Stände sorgten beim diesjährigen Stadtfest in Ahrensburg für geringere Besucherzahlen. Nach vielen Jahren wurde die Großveranstaltung erstmals von einer neuen Agentur organisiert. Die Kaufleutevereinigung Stadtforum zeigt sich als Veranstalter dennoch zufrieden, die Polizei spricht von einem der ruhigsten Stadtfeste seit Jahren. Der Stimmung bei den Besuchern haben die Neuerungen nicht geschadet. Das Abendblatt stürzte sich ins Getümmel und sprach mit Besuchern und Standbetreibern.

„Für mich hat das Stadtfest einen festen Platz im Kalender“, sagt Tim Fürböter und gönnt sich mit drei Freundinnen einen Erdbeer-Caipi in der Hagener Allee. Ähnlich sieht es Anna Harms, die mit Freund Stefan Grimm und Mutter Kerstin Alrun Robrahn unterwegs ist. Die junge Frau tritt schon seit mehreren Jahren mit der Tanzfabrik beim Stadtfest auf. „Das ist für mich jedes Jahr eines der Highlights.“ Kleiner Maluspunkt: Wie ihrem Freund Stefan sind auch einigen anderen Besuchern die Preise für Getränke und Essen zu hoch. Und Mutter Kerstin fehlt etwas: „Die Kunsthandwerkerstände“, wie sie sagt.

Veranstalter spricht von Umbruchphase

Veranstalterin Antje Karstens vom Stadtforum erklärt: „Viele der Betreiber haben über Pfingsten andere Termine.“ Das Datum am zweiten Wochenende im Juni stehe jedoch nicht zur Disposition. „Das hat Tradition“, sagt sie bei der 35. Ausgabe des Festes. Die Veranstaltung befinde sich im Umbruch, mit der Agentur „E. wie Event“ solle ein Wandel zu mehr Klasse statt Masse eingeleitet werden. „Alles soll lockerer wirken, die Aufstellung der Stände genau so wie die Atmosphäre“, sagt Karstens während der Veranstaltung.

Auch Stadtforums-Vorsitzender Götz Westphal äußert sich zufrieden. Neu-Organisator Arno Teegen sei ein „Glücksgriff“. Wie berichtet, hatte sich die Kaufleutevereinigung wegen Differenzen über die Ausrichtung des Festes Ende vergangenen Jahres von der Agentur Schächterle Events & Consulting getrennt. Sie hatte das Fest viele Jahre organisiert. Nach dem Umbruch mit schwierigem Termin über ein Feiertags-Wochenende ist sich Westphal sicher: „Nächstes Jahr wird das neue Konzept voll zum Tragen kommen.“ Welche weiteren Veränderungen anstehen, wollte er jedoch noch nicht verraten. Jedenfalls sei es bei besserem Wetter am Sonntag noch einmal voll geworden. „Ich schätze, dass wir am Wochenende etwa 80.000 Besucher hatten.“ Das sind etwa 20.000 weniger als im Vorjahr.

Schlagerzelt entwickelte sich zum beliebten Treffpunkt

Viele Besucher bemerkten zwar, dass etwas weniger los war, ließen sich davon jedoch nicht stören. Beliebter neuer Treffpunkt war Schlagerzelt auf dem Rondeel. „Hier stimmen wir uns auf den Schlagermove ein“, sagte Randy Küsel, während sie mit Stephan Caspar tanzte. Ohnehin ist für viele das Ahrensburger Stadtfest eine derartige Tradition, dass sie auch nach dem Wegzug aus der Region dafür herkommen. Annette Steffen wohnt mittlerweile in Bayern und ist extra deswegen in die alte Heimat gekommen. „Echt lecker hier“, sagt sie an einem Weinstand in der Hagener Allee. Florian Spreu und Philip Bang kommen vor allem der familiären Atmosphäre wegen: „Wir treffen hier immer wieder Bekannte“, sagt Spreu.

Neu am Konzept war auch die Schlemmermeile in der Manhagener Allee. Neben dem etablierten Schwof im Hof mit Martin Hoefling öffnete erstmals Fisch Schloh seinen Laden über das Wochenende und servierte Austern und Kaviar. Nebenan gab es Food-Trucks, die zum Beispiel Currywurst mit Blattgold-Streuseln (5 Euro) offerierten. „Die haben wir zum ersten Mal im Angebot“, sagt Verkäuferin Vanessa Hartwig. Noch seien sie eher Gag als Verkaufsrenner, aber das könne noch kommen. Klassiker wie Schinkenwurst und Thüringer gingen jedenfalls genug über den Tresen.

Doch nicht nur für das leibliche Wohl der Menschen wurde auf dem Stadtfest gesorgt. Neu dabei war Jessica Jungmann mit ihrer Firma „Miezenhaps“. Sie erklärte an ihrem Stand, wie gesunde Katzenernährung funktioniert. Kundin Susanne Hopfe zeigte sich erfreut: „So einen Stand hätte ich hier nicht erwartet.“ Betreiberin Jungmann verbuchte den Zuspruch auf dem Stadtfest jedenfalls als Erfolg. „Ich will in Zukunft öfter auf Stadtfesten ausstellen“, sagte sie.

Polizei: Ruhigstes Stadtfest seit Jahren

Etwas durchwachsener ist der Ausblick von Peris Kubengu. Sie verkaufte Handarbeiten aus Speckstein und Holz aus ihrer Heimat Kenia. Obwohl eine der wenigen Kunsthandwerkerinnen auf der diesjährigen Veranstaltung, sagte sie: „Das Geschäft wird schwieriger, aber nicht nur hier.“

Einen Erfolg konnten der Veranstalter schon in diesem Jahr für sich verbuchen: Während es vor drei Jahren noch zu Antanzversuchen und Diebstählen gekommen war und die Polizei in der Folge mit deutlich stärkerer Präsenz reagiert hatte, konnten sich die Einsatzkräfte 2019 im Hintergrund halten. „Das Stadtfest ist so ruhig verlaufen wie lange nicht“, sagt Yannik Löbsack von der Polizei-Zentralstation in Ahrensburg. Erfolgreich sei auch die neue Taktik gewesen, weniger über das Fest Streife zu laufen und dafür an festen Punkten Ansprechpartner für die Besucher zu sein. Eine genaue Einsatzstatistik lag am Pfingstmontag noch nicht vor, dennoch sagt der Kommissar: „Es gab keine schweren Vorfälle, kein einziges Sexualdelikt und keine Festnahme in Zusammenhang mit dem Stadtfest.“ Die Zahl der Einsätze habe nur leicht über der eines normalen Wochenendes gelegen.

Mitarbeit: Filip Schwen