Leichenfund

Totes Baby in Glinde: Polizei weitet Suche nach Eltern aus

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Ermittler sichern Spuren am Fundort der Babyleiche

Ermittler sichern Spuren am Fundort der Babyleiche

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Plakate sollen zu neuen Hinweisen auf die Mutter führen. Ermittler haben dem Kind den Namen Leander gegeben.

Glinde.  Sechs Tage nach dem Fund eines toten Säuglings in einem Waldstück in Glinde starten Staatsanwaltschaft und Polizei eine Plakataktion im Stadtgebiet, um die Mutter des Babys ausfindig zu machen. Die Ermittler erhoffen sich dadurch wertvolle Hinweise aus der Bevölkerung. Sie haben dem Kind den Namen Leander gegeben. Die Plakate werden unter anderem in öffentlichen Gebäuden, Firmen und Geschäften aufgehängt.

Darauf steht zum Beispiel: „Wem ist eine Frau aufgefallen, deren Wesen sich im Laufe der letzten Monate verändert hat? Seien es auffällige Gewichtszu- oder -abnahmen, Veränderung der Kleidung, Vermeidung von Sport oder anstrengenden Tätigkeiten.“ Die Polizei hält es nach eigener Aussage für möglich, dass die Mutter aus einer Notsituation heraus gehandelt hat und Hilfe benötigt. „Wir nehmen an, dass Leanders Mutter sich in einer für sie ausweglosen Situation befunden hat und dringend Hilfe benötigt“, heißt es auf dem am Donnerstag veröffentlichten Plakat.

Ein Zwölfjähriger hatte die Leiche beim Müllsammeln entdeckt

Das tote Kind wurde im Glinder Gellhornpark von einem zwölf Jahre alten Gymnasiasten während einer Müllsammelaktion der Schule entdeckt. Es war in ein blaues Handtuch gewickelt, teils aber auch im Erdreich verscharrt. Die Obduktion im Lübecker Uniklinikum ergab, dass der Junge vermutlich etwa zwei Monate zu früh geboren wurde.

Rechtsmediziner haben ermittelt, dass der Todeszeitpunkt schon einige Tage vor dem Fund gewesen ist. Ob Leander bei der Geburt gelebt hat, darüber will die Staatsanwaltschaft keine Auskunft geben. Telefonische Hinweise aus der Bevölkerung nimmt die Kriminalpolizei Lübeck unter der Telefonnummer 0451/131-4604 entgegen. Dazu können im Internet auf www.sh.hinweisportal.de Informationen weitergegeben werden – auch anonym.

Schüler werden von Seelsorgern betreut

Am Glinder Gymnasium sind in dieser Woche Experten für die Nachsorge der Schüler vor Ort. Das hatte ein Kriseninterventionsteam aus den Leitungen des Gymnasiums und der ebenfalls im Schulzentrum am Oher Weg ansässigen Sönke-Nissen-Gemeinschaftsschule, der Schulaufsicht, Notfallseelsorgern und Schulsozialarbeit beschlossen.

( suk )

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