Stormarn
Tierschutz

Stormarn schränkt Exporte von Tieren in Drittstaaten ein

Sollen auf dem Weg zum Schlachter nicht lange leiden: Stormarns Kühe.

Sollen auf dem Weg zum Schlachter nicht lange leiden: Stormarns Kühe.

Foto: Carmen Jaspersen / dpa

Oldesloer Behörde will europäische Tierschutzstandards durchsetzen und verbietet die Ausfuhr der Kühe in bestimmte Länder.

Stormarn.  Der Kreis Stormarn wird bis auf weiteres keine Tiertransporte von Rindern in bestimmte Staaten außerhalb der Europäischen Union mehr genehmigen und auch keine Vorlaufatteste für Tiere zum Transport zu Sammelstellen ausstellen. Von dem Tiertransport-Stopp sind die Türkei, der Nahe Osten, die Maghreb-Staaten Tunesien, Marokko und Algerien sowie die asiatischen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion betroffen.

Die Veterinärbehörde des Kreises hat sich aufgrund von Berichterstattungen und fachlichen Stellungnahmen zu diesem Schritt entschieden. Nach ihren Erkenntnissen ist nicht gewährleistet, dass der Transport von Nutz- und Zuchttieren nach den Vorgaben des EU-Tierschutzrechts erfolgt. Zudem würden Tiere nach Informationen der Stormarner Veterinärbehörde häufig unter großen Qualen getötet.

Europäische Tierschutzstandards durchsetzen

Dies sei mit den europäischen Vorstellungen von Tierschutz nicht vereinbar. Außerdem könne nicht ausgeschlossen werden, dass neben der üblichen Betäubungslosigkeit bei der Schlachtung in den betroffenen Ländern auch sehr häufig Praktiken ausgeübt würden, die den Tieren länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen und Leiden zufügen, so die Behörde.

Sowohl die Versorgung der Tiere auf den langen Transportwegen als auch die tierschutzgerechte Schlachtung in den Ankunftsstaaten sind offensichtlich nicht durchgängig gewährleistet.

Die Entscheidung, die Tiertransporte auszusetzen, gilt so lange, bis mit dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein der Sachverhalt geprüft und eine abschließende Entscheidung getroffen ist. Dem Kreis sei eine enge Zusammenarbeit mit dem Kreisbauernverband wichtig, mit dem er im Austausch über das Vorgehen stehe.