Stormarn
Glinde

Falscher Polizist betrügt Rentner um zehntausende Euro

Ein Senior aus Glinde ist Opfer von Betrügern geworden, die sich am Telefon als Polizisten ausgeben (Symbolfoto)

Ein Senior aus Glinde ist Opfer von Betrügern geworden, die sich am Telefon als Polizisten ausgeben (Symbolfoto)

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Ein 84-Jähriger hob sein Erspartes vom Konto ab. Ein vermeintlicher Kriminalbeamter holte es ab, um zu prüfen, ob es Falschgeld ist.

Glinde.  Ein 84 Jahre alter Senior ist auf die perfide Masche eines Trickbetrügers reingefallen. Der Täter, der sich als Kriminalbeamter ausgab, erbeutete mehrere zehntausend Euro. Wie die echte Polizei mitteilt, hatte sich der Betrüger zunächst telefonisch bei dem Glinder gemeldet. Der Unbekannte gab sich als Kriminalbeamter aus und erklärte dem Rentner, dass in seiner Nachbarschaft ein Einbrecher festgenommen worden sei.

Bei der Durchsuchung des Mannes habe man einen Zettel mit dem Namen und der Adresse des 84-Jährigen gefunden. Deswegen bestehe die Gefahr, dass der Senior das nächste Opfer sein könnte. Mit dieser Begründung erkundigte sich der Trickbetrüger dann nach den Vermögenswerten des Mannes.

Im weiteren Gespräch warnte der Anrufer das Opfer vor einem Mitarbeiter seiner Hausbank, der mit Kriminellen gemeinsame Sache mache. Zudem wurde der Glinder gebeten, bei den Ermittlungen zu helfen.

Der Verbrecher holte das Geld an der Wohnung ab

Dazu sollte er einen größeren Geldbetrag abheben und in seine Wohnung bringen. Nachdem der Senior der Aufforderung nachgekommen war, erschien wenig später, am Montag, 21. Januar, gegen 16 Uhr der vermeintliche Kriminalbeamte an der Wohnung an der Straße Groothegen.

Der falsche Polizist sagte, er müsse das Geld mitnehmen, um zu prüfen, ob es echt ist. Diese Kontrolle könne aber nur in einem speziellen Auto der Polizei gemacht werden. Der Täter verließ mit dem Geld die Wohnung und kam nie wieder.

Das Opfer schätzt, dass der Täter etwa 30 Jahre alt und circa 1,75 Meter groß ist. Zudem hat er ein südländisches Aussehen mit schwarzem, kurzem Haar und einem Oberlippenbart. Er sprach fließend Deutsch. Am Tattag trug der Betrüger einen dunklen Anorak.

Die Polizei bittet Zeugen der Tat um Hinweise

Die echte Polizei fragt, ob dieser Mann jemandem am Montag im Bereich der Straße Groothegen gegen 16 Uhr aufgefallen ist und ob jemand eventuell Hinweise zu einem Auto geben kann, in das der Betrüger gestiegen ist. Zeugen können sich bei der Kriminalpolizei in Reinbek unter der Telefonnummer 040/727 70 70 melden.

Ferner betont die Polizei, dass sie niemals am Telefon nach Vermögenswerten fragt oder Menschen bittet, Bargeld von der Bank abzuheben. „Geben Sie niemals am Telefon Auskunft über Ihre Vermögenswerte. Übergeben Sie niemals Geld an Unbekannte“, sagt eine Polizeisprecherin.

Zudem sollten Menschen bei solchen Anrufen grundsätzlich skeptisch werden und im Zweifel den 110-Notruf wählen. Weil die Trickbetrüger insbesondere die Gutgläubigkeit von älteren Menschen ausnutzen, sollte Kinder und Enkel oder Bekannte Senioren auf die Gefahren hinweisen.

Immer mehr Taten werden angezeigt

Denn die Fälle, in denen sich Betrüger als Polizisten ausgeben, häufen sich. Vor einer Woche wurden mehrere Menschen in Großhansdorf und Trittau von vermeintlichen Polizisten angerufen und nach Wertsachen und Geld in deren Haus befragt. In einigen Fällen wollten die Betrüger vorbeikommen und die Sachen abholen. Doch soweit kam es nicht, weil die Betroffenen die echte Polizei informierten.

Die Polizei in Lübeck und im Kreis Ostholstein hat in der vergangenen Woche ebenfalls vermehrt Hinweise auf Betrugsversuche durch falsche Polizisten bekommen. Am Tag vor Heiligabend hatte auch die Polizei Hamburg einmal mehr vor einer Welle von Anrufen falscher Beamter gewarnt. Binnen weniger Stunden waren den Beamten mehr als 35 Anrufe dieser Art gemeldet worden, vermutlich waren es noch mehr.

Zwar fallen laut Polizei nur sehr selten Menschen auf die Tricks rein. Aber wenn, dann sei der Schaden immens hoch. Inzwischen gehen die Ermittler in Schleswig-Holstein von einem Schaden in Millionenhöhe aus.