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Tunneltal: So lebten späteiszeitliche Rentierjäger

Späteiszeitliche Rentierjäger nutzten die natürlichen Gegebenheiten in Ahrensburg, um erfolgreich Tiere zu erlegen.

Späteiszeitliche Rentierjäger nutzten die natürlichen Gegebenheiten in Ahrensburg, um erfolgreich Tiere zu erlegen.

Foto: Musé départemental de préhistoire de Solutré / HA

Stadtbücherei Ahrensburg und Interessengemeinschaft laden zu Vortragsreihe ein. Sie beginnt am 24.1. mit der Geschichte des Gebiets.

Ahrensburg.  Ihre Körper in dicke Felle gehüllt und mit Speeren bewaffnet lauerten späteiszeitliche Rentierjäger der Ahrensburger Kultur auf ihre Beute. Im Tunneltal im Grenzgebiet zwischen Ahrensburg und Hamburg-Rahlstedt fanden sie vor rund 15.000 Jahren ideale Bedingungen vor. Welche Bedeutung der Ort für Archäologie, Geologie und Naturschutz hat, will die Interessengemeinschaft (IG) Tunneltal in vier Vorträgen in der Stadtbücherei aufzeigen.

Svenja Furken von der Interessengemeinschaft sagt: „Das Tunneltal ist ein Schatz, den die Menschen schätzen lernen sollen.“ Los geht es kommenden Donnerstag, 24. Januar, wo Dr. Alf Grube vom Geologischen Landesamt in Hamburg die Entstehung des Tunneltals erklärt. Beim nächsten Vortrag drei Wochen später spricht der Archäologe Kai de Graaf, der sich selbst in der IG engagiert, über die Rentierjäger, die durch die Funde Alfred Rusts in den 1930er-Jahren als Ahrensburger Kultur in die Geschichtsbücher eingingen. Für das Archäologische Landesamt Schleswig-Holsteins gehören die Funde aus dieser Zeit zu den bedeutendsten der Altsteinzeit. Die beiden weiteren Vorträge rücken das widrige Klima der Eiszeit und die hohe Wichtigkeit des Gebiets für den Naturschutz in den Fokus. Im Tal leben heute zum Beispiel streng geschützte Kammmolche.

Interessengemeinschaft plant Ausbau ihres Angebots

Für die Interessengemeinschaft ist die Vortragsreihe ein erster Schritt, das Tunneltal bekannter zu machen. Sie arbeitet an der Gründung einer Stiftung, um ihr Angebot weiter ausbauen zu können. „Unser Fernziel ist ein Museum“, sagt Furken. Um das Mindestkapital von 50.000 Euro aufbringen zu können, soll nun der Kontakt zu örtliche Unternehmen gesucht werden. „Die Bekanntheit könnte auf Ahrensburg abstrahlen“, sagt die Umweltpädagogin. Befürchtungen, dass ein populäres Tunneltal durch Touristen gefährdet werden könnte, tritt sie entgegen: „Die Schätze des Tunneltals liegen unter der Erde“. Die Leute fasziniere, wie damals Speerschleudern benutzt oder Feuer gemacht wurde. Das könne gut in der Nähe gezeigt werden, ohne das sensible Gebiet überhaupt betreten zu müssen, so Furken.

Vortragsreihe mit vier Terminen, jeweils donnerstags um 19 Uhr in der Stadtbücherei, Manfred-Samusch-Straße 3:
24.1: „Wie Schmelzwasser das Ahrensburger Tunneltal schufen“ von Dr. Alf Grube, Geologisches Landesamt Hamburg;
14.2.: „Die Ahrensburger Kultur – Wie lebte es sich in der Eiszeit?“ von Kai de Graaf;
7.3.: „Das Klima der Eiszeit“ von Dr. Thomas Kleinen, Max-Plack-Institut für Meteorologie;
28.3.: „Das FFH-Schutzgebiet
Stellmoor-Ahrensburger Tunneltal“
von Dr. Wiebke Sach.
Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es unter: www.tunneltal.de