Stormarn
Gutachten

Stormarnschule: Ahrensburg sucht nach Schadstoffen

Schüler und Eltern der Stormarnschule hatten sich bereits im Sommer für eine schnellere Sanierung ihrer Schule eingesetzt.

Schüler und Eltern der Stormarnschule hatten sich bereits im Sommer für eine schnellere Sanierung ihrer Schule eingesetzt.

Foto: Janina Dietrich / HA

Leitung und Sekretariatskräfte der Ahrensburger Bildungsanstalt klagen über Reizungen und Geruchsbelästigung. Ursache unklar.

Ahrensburg.  Kopfschmerzen, gereizte Augen und übler Geruch. Darüber klagen Schulleitung und Sekretariatsmitarbeiter des Ahrensburger Gymnasiums Stormarnschule. Betroffen sind ein Konferenzraum im unter Denkmalschutz stehenden Ursprungsgebäude von 1910 und der 1950 errichtete Verwaltungstrakt. Eine erste Ursachensuche durch von der Stadt beauftragte Gutachter förderte jedoch keine eindeutigen Ergebnisse zutage. Das wurde auf der jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses bekannt. Wie berichtet, stehen an der Schule jedoch umfangreiche Sanierungsarbeiten an.

Der stellvertretende Schulleiter Lars Troche sagt: „Im Verwaltungstrakt, in dem unsere Schulleiterin und die Sekretariatsmitarbeiter sitzen, gibt es eine Geruchsbelästigung.“ Genauer spezifizieren konnte er diese jedoch nicht. Schwerwiegender sind die Auswirkungen in einem Konferenzraum. „Dort klagen die Kollegen über Kopfschmerzen und gereizte Augen“, so Troche. Schüler sollen nicht betroffen sein.

Eltern fordern eine schnellere Sanierung

Zu den Messergebnissen sagt der für Schulen zuständige Fachdienstmitarbeiter im Rathaus, Robert Tessmer: „Wir haben dieses Jahr bereits zwei Mal gemessen. Auf flüchtige organische Verbindungen und auf polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAX).“ In der Raumluft seien jedoch keine nennenswerten Schadstoffkonzentrationen festgestellt worden. „Der höchste Wert lag um das 40-fache unter dem Grenzwert“, so Tessmer.

Da die Beschwerden jedoch anhielten, seien in dem älteren Gebäudeteil zusätzlich die Decken und Böden geöffnet worden, im neueren solle dies in der kommenden Woche geschehen. Tessmer: „Im Altbau haben wir in einer sogenannten Pohlmann-Decke bitumenhaltige Filzpappe gefunden, die Schadstoffe enthält.“ Der Bereich sei noch der Originalzustand aus dem Baujahr der Schule. „Das war damals so üblich“, sagt der Fachdienstleiter weiter. In der Zwischenzeit sei der Raum nur um eine abgehängte Decke ergänzt worden. „Da die Raumluft nicht belastet ist, besteht im Moment jedoch keine Gesundheitsgefahr.“ Dennoch wolle die Verwaltung beide Gebäudeteile in Jahr 2020 von einem Fachingenieurbüro noch genauer unter die Lupe nehmen lassen.

Gebäude sollen 2020 Grund auf untersucht werden

Dabei soll eine sogenannte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vorgenommen werden. „So klären wir, was nötig ist, um zum Beispiel Haustechnik und Dämmung des Gebäudes zu modernisieren.“ Die Fachleute könnten dann auch klären, was mit der historischen Pohlmann-Decke geschehen soll. „Ob wir die ausbauen oder verkapseln können und müssen, können nur die Experten sagen“, so Tessmer. Auch wenn die Bewertung von einem externen Büro vorgenommen werde, müsse sie von der Verwaltung begleitet werden. „Und das schaffen wir wegen der hohen Arbeitsbelastung erst 2020“, sagt Tessmer.

Auch wenn das Problem noch nicht gefunden ist, äußert sich die Schule zufrieden mit den Bemühungen der Stadt. „Sie machen, was möglich ist“, sagt der stellvertretende Schulleiter Troche.

Chemie-Trakt wird zu Jahresbeginn modernisiert

Unabhängig vom aktuellen Problem hatten sich bereits im Sommer dieses Jahres Schüler und Eltern an das Abendblatt gewandt, um auf den hohen Sanierungsbedarf hinzuweisen. Sie beklagten unter anderem poröse Lampen, die von der Decke fallen und morsche Fenster, die aus Sicherheitsgründen nicht mehr geöffnet werden dürfen. In einigen Klassenräumen soll es in den Wintermonaten so kalt gewesen sein, dass die Schüler mit Jacken und Schals im Unterricht sitzen mussten. Die Eltern forderten eine Sanierung noch in den Sommerferien. Bürgermeister Michael Sarach sagte damals: „Das ist nicht machbar“. Dazu fehle die Planungskapazität im Rathaus, das dafür nötige Geld sei nicht eingeplant und auch Handwerker nicht so schnell zu finden.

Unmittelbar bevor steht nun jedoch die Sanierung des Chemie-Bereichs. Fachdienstleiter Tessmer: „Von Januar bis April investieren wir dort 552.000 Euro.“ Außerdem sollen im kommenden Jahr Fenster und Giebel des zur Waldstraße gelegenen Altbaus saniert werden. 100.000 Euro sind dafür aktuell in den Haushalt 2019 eingestellt, hinzu kommt nach einmal die gleiche Summe für die Modernisierungsplanung des Eduard-Söring-Saals.