Stormarn
Reinbek

Das ist Stormarns neuer Millionen-Operationssaal

In einem neuen OP-Saal vom St. Adolf-Stift in Reinbek bekommt ein Patient eine Hüftprothese. Seit Oktober operieren dort Ärzte mit neuesten Geräten.

In einem neuen OP-Saal vom St. Adolf-Stift in Reinbek bekommt ein Patient eine Hüftprothese. Seit Oktober operieren dort Ärzte mit neuesten Geräten.

Foto: Dorothea Benedikt

Für rund 13,6 Millionen Euro ist das Krankenhaus St. Adolf-Stift erweitert worden. In den Neubau sind zwei Stationen gezogen.

Reinbek.  Größer, heller und moderner: So beschreibt Tim Strate die zwei neuen Operationssäle im Krankenhaus St. Adolf-Stift in Reinbek. „Wir haben hier den neuesten Standard. Bessere Laser und moderne Geräte für minimalinvasive Eingriffe, zum Beispiel moderne Kameras“, sagt der Chefarzt der Chirurgischen Klinik.

Der achte und neunte OP-Saal befinden sich im Anbau des Krankenhauses, der am Montag offiziell von Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) eingeweiht worden ist. Bei einem Rundgang machte sich Garg ein Bild von den Räumen des vierstöckigen Gebäudes. „Der Neubau ist für das Krankenhaus Reinbek ein Meilenstein auf dem Weg zu einer zukunftsfesten und guten Versorgung in der Region“, sagt der Minister. Mit mehr als drei Millionen Euro hat das Land den Bau gefördert. 10,5 Millionen Euro investierte das Krankenhaus selbst.

Entstanden sind auch zwei neue Stationen mit zusammen zwölf Zweibettzimmern für Patienten. Laut dem Technischen Direktor des Hauses, Heinz Küsel, hat die Klinik bewusst auf das altbekannte weiß-sterile Erscheinungsbild verzichtet. „Die Wände und Böden sind farbig, und wir haben mit einer Holzoptik in Eiche gearbeitet“, sagt Küsel und erklärt, dass sich hinter den Holzplatten am Kopfende Steckdosen und andere Anschlüsse für medizinische Geräte befinden. Hintergrund ist, dass sich die Patienten nicht wie in einem Krankenhaus, sondern mehr wie in einem Hotel fühlen sollen.

Neue Notaufnahme soll im Jahr 2020 fertig sein

Profitieren werden davon todkranke Menschen. Denn im Obergeschoss des Neubaus ist jetzt die Palliativstation und Onkologie. Sowohl nicht mehr zu rettende Menschen sowie Patienten mit Tumorerkrankungen werden dort versorgt. „Die Palliativstation ist Teil der Onkologie, und wir haben in dieser Abteilung einen steigenden Bedarf“, erklärt Stefan Jäckle, Ärztlicher Direktor am St. Adolf-Stift. Zuvor gab es im Reinbeker Krankenhaus nur fünf Betten für diese Patienten, jetzt sich es zwölf.

„Dieser Bereich war auch mehr eine Insel auf einer anderen Station, was nicht so schön war“, sagt Jäckel, der nun von einer optimalen Lösung spricht. Unheilbar kranke Menschen, haben jetzt ihren eigene Station und sind dort abgeschirmt. Ferner biete die neue Abteilung mehr Behandlungsmöglichkeiten. Jäckle nennt zum Beispiel die Musiktherapie, die wichtig für solche Patienten sei.

Krankenhaus kann 351 Patienten stationär aufnehmen

Unter der Onkologie, im ersten Obergeschoss des Neubaus, werden Patienten versorgt, die für kleine chirurgische Eingriffe in die Klinik kommen. „Es sind Patienten, die sich bewusst für dieses Krankenhaus entschieden haben“, sagt Geschäftsführer Björn Pestinger.

Mit den zusätzlichen 24 Betten kann das Krankenhaus jetzt insgesamt 351 Patienten stationär aufnehmen und behandeln. Doch in den nächsten Jahren sollen noch weitere Betten hinzukommen. Denn der neue, rund 1700 Quadratmeter große Anbau ist der erste von mehreren Bauabschnitten.

So soll im kommenden Jahr die Bettenstation um 18 Plätze erweitert werden. 2020 soll die neue Zentrale Notaufnahme fertig sein. Dieser Platz werde auch dringend gebraucht, erklärt Thomas Fleischmann, neuer Chefarzt in der Notfallmedizin. „Die Zahl der Patienten in den Notaufnahmen hat sich in den vergangenen Jahren verdoppelt“, so der Mediziner.

Zahl der Betten steigt von jetzt 350 auf mehr als 420

Neben der Zentralen Notaufnahme soll 2021 auch die sogenannte Intermediate Care Station (IMC) eröffnen. „Das ist quasi eine Zwischenstation zwischen der regulären und der Intensivstation“, sagt Stefan Jäckle. „Während auf der Intensivstation schwerstkranke Menschen beispielsweise beatmet werden, werden auf der IMC-Station Patienten mithilfe von medizinischen Geräten überwacht, beispielsweise nach einem Herzinfarkt.

Diese geplanten Baumaßnahmen sowie eine neue Zentrale Sterilgutversorgung werden noch einmal rund 13,2 Millionen Euro kosten. Das Land Schleswig-Holstein fördert den Bau mit rund 4,5 Millionen Euro. Damit sind die Expansionspläne des Krankenhauses in Reinbek noch nicht am Ende, wie der Geschäftsführer am Montag ankündigte. Bis zum Jahr 2025 soll das Krankenhaus 420 Betten haben. Ein Umbau des Haupthauses und ein weiterer Anbau sind dafür geplant.

Bisher werden jährlich rund 20.000 Menschen behandelt

Ist auch dieses Gebäude fertig, rechnet Björn Pestinger mit einem Anstieg der Patientenzahlen um 25 Prozent. Heute werden jährlich rund 20.000 Menschen im St. Adolf-Stift behandelt, 2025 sollen es 25.000 Patienten sein.

Bis dahin soll auch ein weiterer Neubau stehen. In einem viergeschossigen Gebäude an der Hamburger Straße soll gemeinsam mit der Radiologischen Allianz ein Zentrum für Strahlentherapie entstehen. Zehn Millionen Euro soll der Bau kosten, der mit dem Krankenhaus verbunden wird und in dem künftig Krebspatienten behandelt werden sollen. Mit diesem Angebot will das Krankenhaus eine Komplettversorgung für die jährlich rund 600 Krebspatienten anbieten.