Stormarn
Bildungsausschuss

Bekommt das Ahrensburger Tunneltal ein Museum?

Zusätzlich zu den geplanten Infotafeln an der neuen Moorwanderwegbrücke (Montage) könnte auch noch ein Museum entstehen

Zusätzlich zu den geplanten Infotafeln an der neuen Moorwanderwegbrücke (Montage) könnte auch noch ein Museum entstehen

Foto: Klix, Harald / HA

Interessengemeinschaft will sich für ein Museum einsetzen. Landschaft gehört zu den bedeutendsten altsteinzeitlichen Fundstellen.

Ahrensburg.  Über das vor rund 15.000 Jahren geformte Ahrensburger Tunneltal diskutiert am heutigen Donnerstagabend der Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss der Ahrensburger Stadtverordnetenversammlung. Nach Abendblatt-Informationen möchte die Interessengemeinschaft (IG) Tunneltal eine „Stiftung Tunneltal“ gründen. Das Projekt soll auf der heutigen Sitzung vorgestellt werden. Die neue Stiftung will sich dafür einsetzen, eine Bildungslandschaft zum Thema Eiszeit mit einem neuen Museum aufzubauen.

Außerdem sollen archäologische Fundorte durch die Umwandlung von Ackerflächen in Grünland langfristig gesichert werden. Vorbild dafür sei dafür die „Halboffene Weidelandschaft Höltigbaum“, sagt die Naturpädagogin Svenja Furken, die in der IG Tunneltal mitarbeitet. Auf der heutigen Ausschusssitzung wird auch des Leiter des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein, Ulf Ickerodt, einen Vortrag über die touristische Erschließung des Ahrensburger Tunneltals halten. Hintergrund: Seit Oktober 2017 liegt dem Land Schleswig-Holstein die Aufforderung vor, das Ahrensburger Tunneltal in das Unesco-Welterbe aufzunehmen und einen entsprechenden Antrag zu stellen. In einer Beschlussvorlage für die Sitzung heißt es jedoch, dass ein Unesco-Welterbe-Antragsverfahren nicht initiiert werden sollte. Der Chef des Archäologischen Landesamtes favorisiert dagegen eine stärkere regionale Markenbildung für das Tunneltal.

Diese Landschaft zählt nach Einschätzung von Wissenschaftlern zu den bedeutendsten Forschungsregionen der altsteinzeitlichen Archäologie des nördlichen Europas. Die optimale Feuchtbodenkonservierung biete der Wissenschaft ungeahnte Rückschlüsse auf die Natur-, Klima- und Umweltentwicklung der vergangenen 15.000 Jahre, sagt Naturpädagogin Furken. Alfred Rust hatte durch Grabungen in den 1930er-Jahren den Nachweis für die Existenz eiszeitlicher Rentierjäger erbracht.