Stormarn
Kirchengemeinde

Bibelgeschichte wird in Oststeinbek als Musical aufgeführt

Noch im Probenraum: Bei dieser Szene einer ausgelassenen Feier war besonders bei kleinen Musicaldarstellern die ganze Vorstellungskraft gefordert

Noch im Probenraum: Bei dieser Szene einer ausgelassenen Feier war besonders bei kleinen Musicaldarstellern die ganze Vorstellungskraft gefordert

Foto: Elvira Nickmann / HA

Kritik der Woche: Das Musical „Verschleppt nach Babylon“ zeigt in Oststeinbeker Bürgersaal die Folgen von Stolz, Eifersucht und Neid.

Oststeinbek.  10 Uhr morgens am Sonnabend im Gemeindesaal der Auferstehungskirche Oststeinbek: Eine Gruppe aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen steckt mitten in den Proben zum Musical „Verschleppt nach Babylon“. Es soll am Sonnabend, 30. Juni, und Sonntag, 1. Juli, im Bürgersaal aufgeführt werden.

Inhalt ist ein Thema aus der Bibel: Die Geschichte des Propheten Daniel, den König Darius in die Löwengrube werfen lassen will. „Nehmt eure Handflächen nach oben – genau, und jetzt summen“, lautet eine der Anweisungen, die Gesangslehrerin Griseldis Klein der im Halbkreis aufgestellten Gruppe gibt. Klein arbeitet viel mit assoziativen Bildern, das kommt gut an, alle machen begeistert mit.

Getrennte Proben von Band und Chor

Bei dieser Probe sind Flötistin Christine Witte und ihr Mann Alexander am Klavier für die Musik zuständig, bei den Auftritten ist die Gemeindeband „farbtöne“ dabei. Zu zehn Chorproben kommen einzelne Gesangs- und Bandtermine. Wer so viel Freizeit investiert, bringt viel Enthusiasmus mit. Wie viel, das zeigt sich schon bei der ersten Szene, die mit Löwengebrüll beginnen soll. Das kann nicht eingespielt werden, also übernimmt Volker Kasch, Teil des Regieteams, kurzerhand den Part und brüllt eindrucksvoll los. Damit ist der Einstieg geschafft und König Darius (Jochen Kasch) tritt auf. Er verkündet, dass Daniel, sein bester Minister, sterben muss – „durch meine Schuld“. Der König hat offensichtlich Gewissensbisse und keinerlei Interesse daran, dass Daniel Opfer der Löwen wird. Was also ist geschehen?

Der Hergang klärt sich im Verlauf der Geschichte nach und nach. Lieder und Spielszenen wechseln sich ab, ergänzen einander. Die Texte tragen einen Teil zum Verständnis bei. In einer Gegenwartssprache, die so einfach wie klar ist, preisen sie die Allmacht Gottes, gleichzeitig thematisieren sie alltägliche Probleme und sprechen so die Zuhörer in ihrer heutigen Lebenswelt an. Sologesang, mehrstimmige Parts und Gruppengesang überlagern sich und wechseln sich ab.

Songs erreichen erst Ohr, dann Herz

Die Melodien sind sehr eingängig und transportieren Gefühle wie Freude, Trauer und Hoffnung. Gemeindepädagogin Ines Hombach ist die Balance gelungen, diesen ernsten Stoff unterhaltsam umzusetzen, ohne dabei die Botschaft zu bagatellisieren. Die Geschichte hält die Spannung bis zuletzt aufrecht.

Auch wenn Perfektion auf sängerischer Seite bei einer Laiengruppe nicht als Maßstab angesetzt werden kann, sind erstaunlich gute Stimmen dabei. Ohnehin gehe es vor allem um Freude an Spiel und Gesang. Volker Kasch: „Wenn es uns Spaß macht, macht es auch dem Publikum Spaß.“

Musical Sa 30.6. und So 1.7., 17 Uhr, Bürgersaal Oststeinbek, Möllner Landstraße 22, Karte 2,–, Vvk.: Büro der Auferstehungskirche, Möllner Landstraße 50, geöffnet Mo/Fr 9–12 Uhr, Mi 8–12 Uhr, Do 17.30–19.30 Uhr