Stormarn
Wahlkampfthemen

Serie Kommunalwahl, 9. Teil: Darum geht es in Oststeinbek

Das Abendblatt stellt die Positionen der Parteien zu den zentralen Themen vor

Das Abendblatt stellt die Positionen der Parteien zu den zentralen Themen vor

Foto: HA Grafik / HA

7364 Bürger sind in zwei Ortsteilen aufgerufen, ihre Gemeindevertreter zu bestimmen. Das Abendblatt stellt zentrale Positionen vor.

Oststeinbek.  Mit mehr als 20 Millionen Euro an Rücklagen ist das 8945 Einwohner zählende Oststeinbek die reichste Gemeinde im Kreis und ein Ort, in dem noch mehr Menschen leben möchten. Einen hohen Bevölkerungszuwachs lehnen die Parteien, die sich bei so vielen Dingen einig sind, zwar ab und möchten Wohnungsbau mit Augenmaß. Dennoch gibt es bei dem Thema gravierende Unterschiede: zum Beispiel, welche Zielgruppen speziell angesprochen werden sollen.

Wohnungsbau

Die CDU ist froh, dass zwei Seniorenwohnbauprojekte mir 170 Einheiten auf den Weg gebracht wurden, stellt Innenverdichtung und Hinterlandbebauung in den Fokus. Die SPD sieht darin nicht die Lösung des Problems. Sie will Entwicklungsmöglichkeiten auf größeren Flächen und die Schaffung von öffentlich geförderten Wohnungen auch für junge Familien . Bis 2030 strebt sie 470 Einheiten an und bezieht dabei den Ortsteil Havighorst ein. „Oststeinbek überaltert, wir müssen jetzt handeln und die Zukunft planen“, sagt SPD-Fraktionschef Christian Höft. Die FDP vertritt dieselbe Linie. „Wir stehen für moderaten Geschosswohnungsbau auch für kleine Einkommen“, so der Vorsitzende Peter Martens. Er geht sogar noch weiter als die SPD. Sein Vorschlag: „Die Gemeinde kauft Grundstücke und veräußert sie mit Verlust an Firmen, damit die günstigen Wohnraum verwirklichen.“

Die Christdemokraten erwähnen die junge Generation beim Thema Wohnungen in ihrem Programm zwar nicht, als Blockierer dieser Gruppe will sich Fraktionschef Hans-Joachim Vorbeck aber nicht verstanden wissen: „Die Grundstückspreise sind so hoch, dass Geschosswohnungsbau mit geförderten Einheiten für Firmen nicht attraktiv ist.“ Außerdem wolle man keine vierstöckigen Gebäude neben einer gewachsenen Einfamilienhausbebauung.

Die Oststeinbeker Wählergemeinschaft (OWG) plädiert für Innenverdichtung. Fraktionschef Rudi Hametner: „Wir wollen Baulücken schließen und die Natur erhalten.“ Davon gebe es rund 400 in der Gemeinde. Die Gruppe spricht sich auch für Mehrgenerationenkonzepte aus.

Verkehr und Mobilität

Die OWG wünscht sich eine Umgehungsstraße, um Verkehrsprobleme in den Griff zu bekommen und bessere Busverbindungen. Die anderen Parteien stimmen zu, wohlwissend, dass die Umgehung wohl ein Traum bleibt. Die CDU will eine belastbare Verkehrsführung prüfen, die FDP schlägt Kreisel , Einbahnstraßen und die Öffnung von Sackgassen vor. Die Sozialdemokraten möchten mit Nachbarkommunen Sammeltaxis erproben, mehr E-Ladesäulen im Ort und ein Leihradkonzept entwickeln.

Kita und Bildung

CDU und SPD geben als Ziel beitragsfreie Kindertagesstätten aus. Auch FDP und OWG wollen Eltern entlasten. Einigkeit besteht im Wunsch nach flexibleren Öffnungszeiten. Den Neubau der Grundschule heißen alle gut und wollen beim Thema Bildung nicht sparen.

Alle Folgen der Serie:

1. 14.4. Die unterschätzte Wahl

2. 16.4. Wahl zum Kreistag

3. 19.4. Ahrensburg

4. 21.4. Reinbek

5. 23.4. Bad Oldesloe

6. 26.4. Glinde

7. 28.4. Bargteheide/Trittau

8. 30.4. Ammersbek/Großhansdorf

9. 3.5. Barsbüttel/Oststeinbek

10. 5.5. Alle Infos zum Wahltag