Braak

Garten-Seminar: Herr Jordan und sein Naschgarten

| Lesedauer: 5 Minuten
Sebastian Knorr
Gärtner Peter Jordan mit zwei kleinen Gemüsepflänzchen in der Hand

Gärtner Peter Jordan mit zwei kleinen Gemüsepflänzchen in der Hand

Foto: Sebastian Knorr / HA

Experte Peter Jordan gab in Braak eine Schulung für Hobbygärtner. Kräuter, Gemüse und Wildblumen lim Trend. Weitere Seminare im Juni.

Braak.  Wer sich ein exquisites Tomatenpflänzchen gönnen möchte, greift heute zur „Tomoffel“: unten Kartoffel, oben Tomatenpflanze. Der Uneingeweihte mag an die Verwerfungen moderner Gentechnik denken. In der Botanik hingegen ist das sogenannte Veredeln von Pflanzen gang und gäbe. Dabei wird ein Pflanzenteil auf eine andere Pflanze transplantiert. So einfach ist das: Unten Kartoffel, oben Tomate. Für den Hobbygärtner heißt das im Glücksfall doppelte Ernte.

Wildblumen bei Menschen und Insekten beliebt

Die „Tomoffel“ habe es schon in den 80er-Jahren gegeben, sagt Peter Jordan als er in Braak eine der Pflanzen in den Händen hält. Jordan steht in einem Carport in der Baumschule Peter Riechers, wo er als Verkaufsgärtner arbeitet. Rechts neben ihm liegen Pflanzenschutzmittel, Erde, Netze und Vliese auf einem Tisch bereit, links von ihm stehen viele kleine Pflanzen, hinter ihm ein Flipchart. „Gemüse und Kräuter aus eigener Ernte“ steht darauf. Ein Seminar für Hobbygärtner.

„Seit einiger Zeit kommen wieder häufiger Fragen zum eigenen Kräuter- und Gemüsegarten“, sagt der Gärtnermeister zur Begrüßung. Egal ob Naschgarten mit süßen Beeren, Tomaten und Kräutern oder der eigene Acker für Selbstversorger – Gemüseanbau liege voll im Trend. „Auch Wildblumen werden wieder vermehrt nachgefragt“, sagt Peter Jordan. Die stehen aber nicht nur bei Gärtnern, sondern vor allem auch bei Insekten hoch im Kurs. Nützlich und möglichst natürlich soll der Garten heute also wieder sein, für Mensch und Tier.

Der Gärtner muss auf das Wetter hören

Dem Hobby-Gemüsebauern sind dabei keine Grenzen gesetzt: Ob wiederentdeckte regionale Sorten, die fast in Vergessenheit geraten sind – wie Pastinake oder Steckrübe – unter freiem Himmel, Exoten wie Melonen und Auberginen im Gewächshaus oder mediterrane Kräuter wie Basilikum oder Rosmarin im Kübel. Auch Hochbeete sind eine Möglichkeit.

Egal ob Hobby oder ambitionierter Gemüseanbau für Selbstversorger – Gärtner Jordan rät den Anwesenden bei allen ihren Taten im Grün erstmal zur Gelassenheit: „Seien sie nicht so kritisch mit ihrer Ernte“, sagt er. Gegenüber der Natur müsste der Gärtner Gleichmut entwickeln und auf das Wetter hören. „Dann klappt das schon“, sagt Jordan und verspricht: „Am Ende ist man sowieso auf jedes geerntete Gemüse stolz.“

Jetzt ist die ideale Zeit, die Saat auszubringen

Damit das geerntete Gemüse dann aber nicht nur Gärtners Gaumen, sondern auch den von Familie und Freunden erfreut, hat Jordan einige Tipps und Sprichwörter parat. Zum Beispiel: „Einmal Hacken ist so gut wie dreimal Gießen.“ Erklärt sich eigentlich von selbst: Wer den Boden lockert, muss nicht so oft wässern. Am besten sei es, das zukünftige Gemüsebeet bereits im Herbst vorzubereiten, also umzugraben und zu düngen. „Was sie nehmen, hängt von Ihrer Gartenphilosophie ab“, sagt Jordan. Er selbst empfiehlt organischen Dünger, es solle ja am Ende gesundes Gemüse geben.

„Die Größe des Gemüsebeets sollte maximal bei 1,20 Meter liegen“, sagt Jordan, „dann kommt man noch überall dran.“ Ist das Beet fertig, die Erde locker und das Unkraut beseitigt, kann es mit Aussaat oder dem Pflanzen von Setzlingen losgehen. „Gerade jetzt sei dafür der ideale Zeitpunkt“, so Jordan.

Schnellwachsendes Gemüse: Salat Lollo rosso

Wichtig sei es, die Reihen auszudünnen, wenn die ersten Pflanzen kommen. „Das tut zwar weh, aber es muss sein“, sagt der Gärtner. Auch später empfiehlt Jordan, Salate wie Rucola und Kräuter regelmäßig zu ernten, damit sie wieder nachwachsen können (siehe rechts).

Wer den schnellen Erfolg suche, sei mit einem schnellwachsendem Gemüse wie dem Salat Lollo rosso gut beraten. Als junge Pflanze lässt der sich im Gartenmarkt kaufen und dann auspflanzen. „Drei Wochen später können sie ernten“, sagt Jordan. Salat lasse sich zudem auch im Kübel anpflanzen, etwa auf dem eigenen Balkon.

Tomate und Basilikum wachsen gut zusammen

Für Gärtner mit langem Atem schwört Jordan, der ebenso leidenschaftlich im Garten wie in der Küche unterwegs ist, auf die Pastinake. Die könne bis zum ersten Frost im Boden bleiben, ließe sich also ganz allmählich nach Bedarf ernten. „Und sie schmeckt dazu noch besonders lecker“, sagt der Gartenexperte.

Ebenso wie Tomate und Basilikum. „Nicht nur auf dem Teller eine gute Kombination“, sagt Jordan, „die verstehen sich auch im Gewächshaus super.“ Bei anderen Kräutern sehe es da mit der Nachbarschaft schwieriger aus. „Waldmeister, Schnittlauch und Petersilie sollten immer alleine stehen“, sagt der Gärtner. Mediterrane Kräuter ließen sich dagegen auch im Pflanzentopf bedenkenlos kombinieren.

Die nächsten Seminare Sa 09. und So 10.6., jeweils: 12.00 „Rosengespräch für Insider“, 14.00 „Kräuterseminar“, Baumschule Riechers, Höhenkamp 2

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