Stormarn
Landgericht Lübeck

Gericht schickt Axtmörder von Reinbek in die Psychiatrie

Der 32-Jährige soll den Ehemann seiner Mutter im Wahn mit einer Axt erschlagen haben. Angeklagter litt unter Verfolgungswahn.

Lübeck. Das Landgericht Lübeck hat einen 32 Jahre alten psychisch kranken Mann wegen Mordes an seinem Stiefvater in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Das Gericht habe es als erwiesen angesehen, dass der 32-Jährige im August 2017 den Ehemann seiner Mutter im Wahn mit einer Axt erschlagen habe, sagte der Vorsitzende der Schwurgerichtskammer, Christian Singelmann, am Montag. Das Urteil in dem Sicherungsverfahren war bereits am Freitag verkündet worden.

Angeklagter litt unter Verfolgungswahn

Der unter paranoider Schizophrenie leidende Angeklagte hatte die Tat bis zum Schluss bestritten und behauptet, er sei gar nicht am Tatort gewesen. Dort gefundene DNA-Spuren und auch Äußerungen des Angeklagten unmittelbar nach seiner Festnahme hätten ihn jedoch überführt, sagte Singelmann. Mit dem Urteil folgte das Gericht nach Angaben Singelmanns dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte keinen konkreten Antrag zum Strafmaß gestellt. Der Angeklagte litt nach Aussagen von Angehörigen seit 2015 an paranoider Schizophrenie.

Er fühlte sich von Geheimdiensten und Mitgliedern der Scientology-Sekte verfolgt. Er war in den vergangenen Jahren mehrmals in der Psychiatrie behandelt worden, wurde aber immer nach kurzer Zeit wieder entlassen.