Mauerrisse im Gebäude

Der U-Bahnhof Kiekut in Großhansdorf ist marode

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Harald Klix
Hochbahn-Projektplaner David Nicklaus steht an der Stelle, an der Arbeiter in den nächsten Wochen eine Gerüstbrücke zum Bahndamm errichten

Hochbahn-Projektplaner David Nicklaus steht an der Stelle, an der Arbeiter in den nächsten Wochen eine Gerüstbrücke zum Bahndamm errichten

Foto: Harald Klix / HA

Das fast 100 Jahre alte Gebäude der Großhansdorfer Haltestelle hat Risse im Mauerwerk. Es muss zwei Jahre gesperrt werden.

Grosshansdorf.  Der U-Bahnhof Kiekut in Großhansdorf wird in den nächsten beiden Jahren zur Baustelle. Die fast 100 Jahre alte Schalterhalle hat Risse im Mauerwerk. „Um die Ursache herauszufinden und das Gebäude zu sanieren, müssen wir es sperren“, sagt David Nicklaus, Projektplaner bei der Hamburger Hochbahn AG. Für die rund 1200 Fahrgäste, die an der Haltestelle täglich ein- und aussteigen, errichten Handwerker eine Behelfsbrücke zum Bahnsteig.

Der temporäre Zugang führt von der Straße Bei den Rauhen Bergen zum Gleis. An der Straßenbrücke, die über die U-1-Strecke führt, wird ein Teil des Geländers geöffnet. In der kommenden Woche beginnen Arbeiter damit, die Gerüstkonstruktion aufzustellen. Sie besteht aus einer Treppenanlage und einem Steg.

Boden in der Schalterhalle muss aufgemacht werden

„Damit die Kunden trocken und sicher zum Bahnsteig kommen, wird alles überdacht“, sagt Architekt Nicklaus. Fahrkartenautomat und Infotafeln stellt die Hochbahn unten auf. Die Kosten für diese Übergangslösung liegen im fünfstelligen Bereich.

Die Schäden in der Schalterhalle hatten Hochbahnmitarbeiter bei einer Routinekontrolle im Sommer 2017 festgestellt. „Alle Gebäude werden in regelmäßigen Abständen auf ihren Zustand überprüft“, sagt David Nicklaus. In der Halle sind Risse im Putz zu erkennen. Abgesenkte Pflastersteine im Eingangsbereich lassen ebenfalls auf unerwünschte Erdbewegungen schließen. Sogenannte Rissmonitore, die seit Oktober an den Wänden hängen, zeigen aktuelle Verschiebungen.

Bis voraussichtlich Mitte Februar bleibt Schalterhalle geöffnet

„Um dem Problem auf den Grund zu gehen, müssen wir die Bodenplatte aufmachen und uns das Fundament ansehen“, sagt der Projektplaner, der dafür drei bis sechs Monate einkalkuliert. Danach kann ein Sanierungsplan erstellt werden. „Und erst dann lässt sich auch etwas Verlässliches zu den Kosten sagen“, so Nicklaus.

Wenn das Wetter mitspielt, soll die Behelfsbrücke Mitte Februar stehen. Bis dahin ändert sich für U-Bahnfahrer am Kiekut nichts. Sie können wie gewohnt zum Bahnsteig durch die Schalterhalle gehen. Die wird erst gesperrt, wenn der neue Zugang komplett fertig ist.

Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis 2019

Wie lange die Reparatur dauert, lässt sich auch erst prognostizieren, wenn das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar ist. „Wir hoffen, dass wir 2019 wieder öffnen können“, sagt der Hochbahn-Projektplaner.

Für Großhansdorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß ist die Sanierung ein gutes Zeichen. „Wir freuen uns über jeden Euro, den die Hochbahn investiert, denn damit wird der Bestand der Strecke auf Jahrzehnte gesichert“, sagt der Rathaus-Chef. Er regt an, am künftigen Ein- und Ausgang ein Hinweisschild zur gut 100 Meter entfernten Bushaltestelle aufzustellen. Die liegt auf der anderen Seite des Rathauses an der Straße Wöhrendamm und ist nicht sofort zu sehen.

Haltestelle wurde im Juni 1922 eröffnet

Die Walddörferbahn – die heutige U 1 – war Anfang des 20. Jahrhunderts in Hamburg geplant worden, um die damals im preußischen Holstein liegenden Exklaven Volksdorf, Wohldorf-Ohlstedt und Großhansdorf direkt zu erreichen. Der Vorschlag kam 1911 auf den Tisch, 1912 schlossen Hamburg und Preußen einen Staatsvertrag zum Bau. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 war ein Großteil fertig, doch wegen Materialmangels ging es nur schleppend weiter. So wurde der Großhansdorfer Abschnitt erst 1921 eingeweiht.

Schmalenbeck Ost hieß die Haltestelle Kiekut bei ihrer Eröffnung am 17. Juni 1922. Das Eingangsgebäude wurde 1954 erstmals umgestaltet. 1994 folgte die Integration in die kleine Ladenpassage, die bis heute steht.

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