Gestaltung

Ideen für Bargteheides neue Mitte

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Christina Schlie
Viel Grün, Platz zum Entspannen, ein Weg für Fußgänger und Radfahrer – so könnte die Verbindung zwischen dem zweigeteilten Parkhaus aussehen

Viel Grün, Platz zum Entspannen, ein Weg für Fußgänger und Radfahrer – so könnte die Verbindung zwischen dem zweigeteilten Parkhaus aussehen

Foto: Mi Diosa / Christian Wehmeyer

Architekt Christian Wehmeyer hat bei der SPD-Fraktionssitzung ein Alternativkonzept zur Gestaltung des Bahnhofsumfeldes vorgestellt.

Bargteheide.  Es geht um ihre Stadt, und die Bargteheider wollen bei der Gestaltung mitreden. Themen wie Bahnhofsumfeld, Krähenwald und Innenstadtverdichtung werden kontrovers diskutiert. Immer häufiger melden sich Bürger zu Wort, wenn aus Politik und Verwaltung Planungskonzepte für neue Bauvorhaben vorgestellt werden.

Auch Christian Wehmeyer hat seine Ideen zu Papier gebracht. Der Bargteheider ist Architekt und hat ein umfangreiches Alternativkonzept zur Gestaltung des Bahnhofsumfelds entworfen. Dies hat er im Rahmen einer SPD- Fraktionssitzung vorgestellt.

Zahlreiche Ideen von Bürgern

Bereits im April, beim ersten Stadtdialog zum Thema Bahnhofsgestaltung, kamen aus der Bevölkerung zahlreiche Gestaltungsideen. Der mögliche Bau eines neuen Parkhauses an der Ostseite des Bahnhofs sowie mehrere Mehrfamilienhäuser – Vorschläge der Firma Convent Mensing, die von der Stadt mit der Planung beauftragt war – wurden teils heftig diskutiert (wir berichteten). Das Konzept von Christian Wehmeyer nimmt Ideen aus dem Stadtdialog auf und will neue Impulse setzen. „Es ist wichtig, im Vorwege eine Geschichte zu finden, die das gesamte Konzept tragen kann“, sagt Wehmeyer. Es ginge nicht nur darum, Parkplätze für Autos zu schaffen, sondern dem Bereich einen tragenden Charakter zu verleihen. Daher plädiert Wehmeyer dafür, die Bargteheider bei der Planung aktiv mit einzubeziehen und sie „ihr eigenes Bild von ihrer Stadt kreieren zu lassen“. Der Stadt rät er zu einem Planer, der „Bargteheide eingeatmet hat“.

Wehmeyers Konzept sieht eine Verbindung von der Ostseite des Bahnhofs bis hin zum Kreisel an der Rathausstraße vor. Seine Idee: ein zweigeteiltes Parkhaus mit 264 Parkplätzen, zusätzliche Unterstände für Fahrräder sowie ein gestalteter Vorplatz östlich der Bahn. Eine grüne Achse könnte den Bachstraßenpark über einen Spazierpfad an der Straße An den Stücken mit dem Hünengrab verbinden. Dabei plant der Architekt bewusst die Erhaltung der Grünflächen am Hochzeitswald mit ein.

Bahnhofstraße könnte verkehrsberuhigte Zone sein

Für die Gestaltung des zweigeteilten Parkhauses legt Wehmeyer zwei verschiedene Varianten vor. In beiden Vorschlägen werden die Parkhäuser über Brücken miteinander verbunden. In der kostengünstigeren Variante mit getrennten Einfahrten für Erdgeschoss und Obergeschoss. Dabei würde allerdings die Fußgängerzone im Erdgeschoss von der Fahrspur gekreuzt werden. Die kostenintensivere Variante sieht gestaffelte Stockwerke und eine Überfahrt zur zweiten Parkpalette über eine Brücke vor.

Vorteil: Die Rampen würden eine mögliche Aufstockung des Parkhauses in Zukunft erlauben. „Lärmschutz kann baulich in den Parkpaletten integriert werden“, so der Architekt. Ein zusätzlicher Vorplatz auf der östlichen Seite des Bahnhofs soll den Ankommenden Möglichkeiten zur Orientierung bieten, ein Treffpunkt sein und die Verkehrsflüsse Richtung Gewerbegebiet leiten. Christian Wehmeyers Konzept sieht auch für die Westseite des Bahnhofs gestalterische Maßnahmen vor. Eine grüne Promenade mit einem Container-Café und einer Kunstbox könne den Weg zum Kreisel attraktiver gestalten. Denkbar wäre auch die Verkehrsberuhigung der Bahnhofstraße. „Der Bahnhofsvorplatz gibt der Stadt sein Gesicht und sollte ein ansprechender Ort werden“, sagt Wehmeyer.

Konzepte im Internet

Fünf verschiedene Vorschläge zur Gestaltung des Bahnhofsumfeldes sind bislang bei der Stadt eingegangen. Das Konzept von Christian Wehmeyer sowie alle weiteren sind auf der Internetseite der Stadt Bargteheide www.bargteheide.de unter Rubrik Stadtdialog veröffentlicht. Interims-Bürgermeister Claus Christian Claussen betont, dass eine Fortsetzung des Stadtdialogs denkbar wäre, aber erst nach Amtseinführung der neuen Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht im September geplant werden kann. Ebenso sei die Detailplanung zur S-Bahnlinie S4 abzuwarten, die erst für das kommende Frühjahr erwartet wird.

Für den Erhalt des Hochzeits- und Krähenwaldes östlich der Bahn setzt sich auch die Bürgerinitiative Basta ein. Die Bürgerinitiative strebt ein Bürgerbegehren an, um einen möglichen Bebauungsplan der Stadt aufzuheben. „Wir wollen die grüne Lunge der Stadt erhalten“, sagt Basta-Mitglied Bianca Walter. Noch hat die Stadt keinen Bebauungsplan erstellt, da laut Auskunft von Bauamtsleiter Jürgen Engfer noch einige Gutachten fehlen. „Wir wissen um die Brisanz des Themas und wollen größtmögliche Transparenz.“ Daher soll der Bebauungsplan auch erst nach den Sommerferien im September ausgelegt werden. Die Stadt will vermeiden, dass die Einspruchsfrist in die Ferienzeit fällt. Nach Auslegung des Bebauungsplans bleibt den Bürgern vier Wochen Zeit, um ihre Bedenken schriftlich vorzubringen.

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