Stormarn
Glosse

Wenn ein Paket auf Reisen ins Ungewisse geht

Sich bei der Urlaubsplaung auf Bahn und Post verlassen? Zwei Risikofaktoren

Sich bei der Urlaubsplaung auf Bahn und Post verlassen? Zwei Risikofaktoren

Foto: Henning Kaiser / dpa

Nicht alles passt in den Koffer? Kein Problem: Schicken Sie einfach ein Paket zum Ferienziel. Eine Urlaubsplanung für Mutige.

Wenn einer eine Reise tut, kann er nicht immer alles mitnehmen, was er vor Ort braucht. Also schnell ein Paket vorausgeschickt, versendet mit DHL.

Am Tag der Abreise steigt der Urlauber frohgemut in einen Zug der Deutschen Bahn - ohne zu bedenken, dass zwei Risikofaktoren auf einmal nur etwas für ganz Mutige sind.

Von wegen deutsche Pünktlichkeit, der erste Zug kommt so viel zu spät, dass der Anschluss verpasst wird. Dass es trotzdem bald weitergeht, ist nur dem Umstand zu verdanken, dass auch ein anderer Zug verspätet eingetroffen ist, der dasselbe Ziel anfährt. Dort angelangt, wird das Paket vor Ort vermisst. Online nachgeforscht, Ergebnis: Es wurde anderweitig bei einem Empfänger anderen Namens abgegeben – Vermerk „Sendung erfolgreich zugestellt“. Erfolgreich vielleicht, richtig: nein.

Nicht umsonst steht ein Adressat auf den Paketen. Sollte man nicht davon ausgehen können, dass Zusteller und Empfänger in der Lage sind, zu lesen?

Eine Nachfrage ergibt, es ist erst möglich, fünf Tage später einen Nachforschungsantrag zu stellen. Hallo? Das Paket ist in fremder Hand - ich bin ein Paket, holt mich hier raus! Fünf Tage ohne Kleidung, mal abgesehen von der Notration im Handgepäck? Trotz allen Bemühungen ist nichts zu machen, DHL reagiert auf Nachfragen zunehmend gereizt. Also alles vor Ort neu gekauft und nach 14 Tagen abgereist.

Einen Tag später trifft das Paket am Urlaubsort ein, ganz allein. Wo es inzwischen war? Wir werden es nie erfahren.