Stormarn
Innenstadtkonzept

Ahrensburger sind in Sorge um ihre Parkplätze

Foto: Finn Fischer / HA

CDU lädt zur Diskussion über das Innenstadtkonzept. Geschäftsleute fordern, bei Umbauten für ausreichend Stellflächen zu sorgen.

Ahrensburg.  Gibt es durch Umbaumaßnahmen immer weniger Parkplätze in Ahrensburg? Drohen Grundbesitzern im Sanierungsgebiet gar Enteignungen oder schärfere Bauvorschriften? Das Konzept zur langfristigen Entwicklung der Innenstadt polarisiert die Ahrensburger. Und so entwickelte die Diskussionsveranstaltung der CDU unter dem Titel „Wie soll die Innenstadt werden?“ am Sonntag schnell eine Eigendynamik.

Eigentlich wollten Carola Behr und Anne Hengstler, beide sitzen für die CDU im Bauausschuss, das ihnen bei der jüngsten Sitzung vorgelegte Innenstadtkonzept vorstellen. Doch dazu kam es nur im Ansatz. Für viele Gäste war die Veranstaltung im Peter-Rantzau-Haus eine willkommene Gelegenheit, ihre Sorgen zu äußern. Unter ihnen waren auch Geschäftsleute, die Läden in der Innenstadt betreiben.

Leidiges Dauerthema in Ahrensburg: Parkplätze

Leidiges Dauerthema ist in Ahrensburg die Parkplatz-Situation. So hatte gerade erst die Lokalpolitik die Verwaltung beauftragt, Nachverhandlungen mit dem Investor aufzunehmen, der ein Bauprojekt am Lindenhof plant (wir berichteten). Auf einem Gelände, das derzeit als Parkplatz genutzt wird, soll ein Nutzungsmix aus Wohnungen und Geschäftsräumen entstehen. Nach aktuellen Planungen sollen hier nach Fertigstellung nur 60 Parkplätze zur Verfügung stehen. „Dass viele der dortigen neuen Mieter auf ein eigenes Auto verzichten, ist nicht realistisch“, glaubt Juwelier Andreas Werning. „Die Mieten in Ahrensburg sind hoch. Wer hier wohnt, kann sich auch ein eigenes Fahrzeug leisten.“

In der Konsequenz, so Werning, gebe es dann noch weniger Stellplätze in Innenstadtnähe als ohnehin schon. Die Ladeninhaber sehen ihren Kundenstamm wegbrechen. Götz Westphal von der Kaufleutevereinigung Stadtforum: „Wer hier einkaufen will, kommt mit dem Auto und wer andauernd keinen Parkplatz findet, bleibt weg.“ Er fordert: Die Parkplatzsituation sollte bei der Realisierung von Maßnahmen unbedingt berücksichtigt werden.

Der Massnahmenkatalog umfasst 58 Projekte

Auch Eigentümer von Immobilien im Untersuchungsgebiet nutzten die Gelegenheit für Nachfragen. Bei einer vorangegangenen Informationsveranstaltung hatten die Planer, die das Innenstadtkonzept erstellt haben, die Möglichkeit der Widmung als sogenanntes förmliches Sanierungsgebiet ins Spiel gebracht. Das könne Enteignungen erleichtern und strengere Bauvorschriften zur Folge haben.

„Wir werden auf keinen Fall irgendwelche Dinge gestalten, die Privateigentum betreffen“, beruhigte Carola Behr. Es gebe schon Ecken, an denen Privateigentümer etwas machen müssten, aber das müsse über Gespräche passieren und nicht unter Zwang. „Wir werden die Anregung aber mit in die Klausurtagung nehmen und gemeinschaftlich beraten“, so Behr. Sie stellte auch klar, dass die Maßnahmen des Innenstadtkonzeptes nicht beschlossen seien. „Es konnte der Eindruck entstehen, als seien die Vorschläge von der Politik schon abgesegnet worden“, sagt die Lokalpolitikerin im Bauausschuss sitzt. Dem sei aber nicht so.

Der Maßnahmenkatalog umfasst derzeit 58 Projekte. Nur die wenigsten davon dürften wohl zeitnah umgesetzt werden. Von den 21 Millionen Euro Fördersumme sind bereits sechs Millionen für die Sanierung des Rathauses veranschlagt. Weitere 1,5 Millionen Euro sind Planungskosten.