Stormarn
Bauarbeiten

B 404 wird A 21 – Trittauer hoffen auf Impulse fürs Gewerbe

Norbert Brackmann Mitglied des Bundestages sagt, dass für die S 4 noch die Möglichkeit besteht, in den „Vordringlichen Bedarf“ aufgenommen zu werden

Norbert Brackmann Mitglied des Bundestages sagt, dass für die S 4 noch die Möglichkeit besteht, in den „Vordringlichen Bedarf“ aufgenommen zu werden

Foto: Birgit Schücking

Für den Ausbau der Bundesstraße sieht der Bund 135 Millionen Euro vor. Projekt hat höhere Priorität als Bau der S 4.

Ahrensburg.  Mehr als 15 Milliarden Euro sollen laut neuem Bundesverkehrswegeplan, der jetzt in Berlin vorgestellt wurde, bis zum Jahr 2030 in den Norden fließen. Davon profitiert auch der Kreis Stormarn mit zwei Projekten, die jedoch unterschiedlich priorisiert sind.

Bürgermeister und Landrat sehen durch Projekte Vorteile für die ganze Region

Während der Ausbau der A 21 zwischen Bargteheide und Schwarzenbek in den sogenannten „Vordringlichen Bedarf“ aufgenommen ist und damit eine hohe Bedeutung hat, wurde der Bau der S 4 zwischen Hamburg und Ahrensburg in die Kategorie „Potenzieller Bedarf“ eingestuft. „Die Ampeln stehen aber für beide Projekte auf Grün, das ist ein riesengroßer Erfolg für Stormarn“, sagt Norbert Brackmann, CDU-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Herzogtum Lauenburg/Stormarn-Süd. Auch Landrat Klaus Plöger freut sich. Er sagt: „Es ist gut und längst überfällig, dass die Autobahn ausgebaut wird.“ Derzeit verläuft zwischen der A 1 in Bargteheide und der A 24 in Schwarzenbek die B 404. Sie führt unter anderem an Trittau vorbei, ist zwei- sowie dreispurig.

Geplant ist eine Umwandlung zur A 21 mit einer Erweiterung auf vier Fahrstreifen. Für das Projekt sind rund 135 Millionen Euro veranschlagt. Plöger plädiert für eine Fortführung der Autobahn bis zur Elbe nach Geesthacht. Dieser Abschnitt wurde jedoch in die Kategorie „Weiterer Bedarf“ eingeordnet, eine Realisierung bis 2030 erscheint unwahrscheinlich. Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch sieht in dem Ausbau „Vorteile für die ganze Region. Ich verspreche mir davon auch Impulse für das Gewerbe in Trittau.“ Das Land sei gefordert, die finanziellen Mittel abzurufen.

Noch ist unklar, wie sich die Länder und der Bund die Kosten aufteilen

Laut CDU-Politiker Brackmann gibt es auch für die S 4 noch die Möglichkeit, in den „Vordringlichen Bedarf“ aufgenommen zu werden. Denn finanziert würden fast ausschließlich Vorhaben dieser Kategorie, weil das finanzielle Volumen aller im Bundesverkehrswegeplan aufgenommenen Projekte die verfügbaren Haushaltsmittel für die Periode bis 2030 um ein Vielfaches übersteige. Brackmann sagt, eine vorläufige Untersuchung habe ergeben, dass das S-Bahn-Projekt noch unwirtschaftlich und damit zu teuer sei.
Ursprünglich war von 637 Millionen Euro die Rede gewesen, dann stieg die Summe auf rund eine Milliarde an. Inzwischen wurden Neuerungen in der Planung vorgestellt mit einer Ersparnis von 93 Millionen Euro. Das reicht laut Brackmann nicht. Er sagt: „Bei rund 580 Millionen Euro wäre es wirtschaftlich. Kosten könnten reduziert werden, indem man zum Beispiel Arbeiten für Brückenbauten anderen Projekten und nicht der S-Bahn zurechnet oder eines der zwei zusätzlichen Gleise zwischen Hamburg und Ahrensburg für den Fernverkehr nutzt.“

Genauso wie Brackmann macht sich auch der Hamburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Torben Buschhüter für das Projekt stark. Er hatte im Jahr 2000 die S-4-Bürgerinitiative Hamburg/Stormarn mitbegründet, sagt zur Einstufung: „Ich hatte es so erwartet, schließlich stehen noch Untersuchungen aus.“ Unklar sei auch, mit wie viel Prozent sich der Bund neben Hamburg und Schleswig-Holstein an den Kosten beteilige. Buschhüter: „Ziel ist ein Baubeginn in 2021 und eine Teilinbetriebnahme bis Hamburg-Rahlstedt in 2024.“