Stormarn
Gartensaison

12 Tipps: Ist Ihr Garten fit für den Frühling?

Was sollten Sie jetzt beachten? Welche Pflanzen können gesetzt werden? Abendblatt-Mitarbeiterin Stella Bandemer hat nachgefragt.

Bis zu neun Grad und Sonne – das sind die guten Aussichten, die uns der Deutsche Wetterdienst für dieses Wochenende verspricht. Ein guter Anlass, wieder mehr Zeit draußen zu verbringen. Das Abendblatt hat sich für Sie bei Experten im Kreis Stormarn umgehört, liefert nun Tipps, wie Sie ihren Garten frühjahrsfit machen können.

1. Was sollten die ersten Arbeiten in meinem Garten sein?

Der Rasen sollte mit einem Fächerbesen von den letzten Laubresten befreit werden. Denn gesunder Rasen braucht nicht nur Sonne, sondern auch ausreichend Sauerstoff. Um Obst- und Ziergehölze vor Schädlingen zu schützen, die den Winter überlebt haben, sollten diese mit umweltfreundlichen Mitteln gespritzt werden. So können Frostspanner, Schildläuse und Spinnmilben bereits im Frühjahr bekämpft werden, bevor sie Schäden verursachen können, verrät Jörn Andresen, Inhaber der Baumschule Andresen in Bargteheide.

2. Welche Blumen, Stauden und Sträucher kann ich schon jetzt einpflanzen?

Primeln, Vergissmeinnicht, Bellis, Stiefmütterchen und Hornveilchen können bereits jetzt geschützt am Hauseingang eingepflanzt werden. Auch Gartengehölze wie Rhododendron oder Buchsbaum sollten nun in den feuchten Boden gepflanzt werden, bevor im Mai die Frühjahrstrockenheit beginnt. Im Trend sind in dieser Gartensaison alte Sorten wie der Goldlack, der noch bis Juni blüht, oder das Echte Lungenkraut.

3. Soll ich jetzt schon bestimmte Pflanzen zurückschneiden?

Gärtnermeister Peter Jordan von der Baumschule Peter Riechers in Braak empfiehlt: Obstbäume können bis Mitte März beschnitten werden, Kirschbäume allerdings nicht. Stauden und Gräser können bis auf den Boden zurückgeschnitten werden. In vier Wochen sollten dann Lavendel und Sommerflieder beschnitten werden. Ziersträucher, Sommerblüher und alle Frühblüher sollten erst nach der Blüte beschnitten werden. Wasserpflanzen, die über der Wasseroberfläche wachsen, können abgeschnitten werden. Damit der Teich nicht verlandet, sollten die Pflanzen ausgelichtet werden. Viele Kunden seien zudem unsicher, wann sie ihre Rosen am besten beschneiden sollten. Andresen rät zu mehr Mut, die Pflanzen auch mal ordentlich zurückzuschneiden. „Edelrosen können bis eine handbreit über dem Boden abgeschnitten werden“, sagt Andresen. Ein guter Zeitpunkt sei, wenn die Forsythien blühen. Das geschieht je nach Sorte von März bis Mai. Bei alten Edelrosen sollte nur der mehrjährige Zweig bodennah abgeschnitten werden. Beetrosen sollten auf drei bis vier Augen – gemeint sind die kleinen Ausbuchtungen – zurückgeschnitten werden, rät Olaf Beier, Inhaber der Landgärtnerei Beier in Siek.

4. Gibt es eigentlich eine Faustregel für einen gesunden Garten?

„Der Boden in den Beeten sollte gut aufgelockert sein. So ist eine Grundlage für gut gedeihende Blumen gegeben“, rät Andresen. Denn ein guter Gartenboden hat eine krümelige Struktur. So kann er ausreichend Wasser speichern und ist dennoch gut durchgelüftet.

5. Was muss bei der Düngung des Gartens beachtet werden?

Jetzt kann der Rasen gedüngt werden. Am besten werden dazu organischer Dünger wie Kompost oder Hornspäne eingeharkt. Mineralischer Dünger sollte erst ab zunehmender Bodenwärme Mitte April eingesetzt werden, wenn das Pflanzenwachstum beginnt.

6. Maulwürfe ruinieren meinen Rasen – wie werde ich die Tiere los?

„Maulwürfe können mit einem Schallgerät vergrellt werden. Alternativ können in einer Tasse zwei Teile Molke, ein Teil Buttermilch gemischt werden. Der schlechte Geruch vertreibt den Maulwurf“, sagt Olaf Beier.

7. Wann ist die beste Zeit, meinen Rasen zu vertikutieren?

Der Winter war nicht sehr kalt und feucht, das Moos ist stark gewachsen. Trotzdem sollte der Rasen erst bei andauernden Bodentemperaturen von mehr als zehn Grad vertikutiert werden, rät Olaf Beier. „Frühes Vertikutieren ist nicht gut, da dem Gras so die schützende Moosschicht genommen wird.“ Stark vermooste Flächen sollten drei Mal im Jahr mit einem Bodenaktivator behandelt werden. Dieser enthält stabile Humusverbindungen, die zu einer verbesserten Bodenstruktur führen. Zudem rät Beier, den Rasen zwei bis drei Mal im Jahr zu düngen.

8. Wie kann ich meinem Garten eine besondere Note verleihen?

Jörn Andresen sagt: „Kräuter wie Schnittlauch, Rosmarin, Oregano, Thymian, Petersilie und Salbei dürfen nicht mehr fehlen und machen sich gut in einer Kräuterspirale oder –schnecke“. Als Wunderwerk der Natur liefern sie Aromen und Gewürze.

9. Welche Pflanzen und welche Farben sind in der Gartensaison 2016 im Trend?

Im Frühjahr 2016 sind besonders helle, leuchtende Farben wie Weiß oder Gelb im Trend. Auch zweifarbige Blüten mit Hellbau und Weiß sind beliebt. Zu den Trends zählen die Schneeballhortensie Annabelle mit den großen, ballförmigen weißen Blüten sowie der Portugiesische Kirschlorbeer, mit glänzenden schmalen Blättern, geeignet als Heckenpflanze. Auch Obstbäume erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

10. Welche Hausseite eignet sich für welche Pflanzen am besten?

„Die westliche und südwestliche Hausseite ist geschützt, hier kommt nur der milde Westwind an“, sagt Beier. An der halbschattigen Hausseite können Freilandgehölze wie die Kamelie gepflanzt werden. Denn auf den richtigen Standort komme es bei jeder Pflanze an.

11. Was mache ich am besten mit meinem Kompost?

Olaf Beier rät: „Gesiebtes Kompostiertes und rund zwei Jahre abgelagerter Dung kann auf Beete und Rasen gegeben werden. Eine Schicht von ein bis zwei Zentimetern eignet sich perfekt als organischer Dünger.“

12. Wie gestalte ich meinen Garten am besten für heimische Tiere?

Da die Vögel ab Mitte März brüten, sollten Sträucher nur vorsichtig zurückgeschnitten werden, um den natürlichen Lebensraum zu erhalten. Hecken sollten von Mitte März bis Mitte Juni nicht beschnitten werden, rät die Baumschule Andresen. Auch Peter Riechers Baumschulen haben einen guten Tipp. „Nistkästen sollten nun gesäubert und neue aufgehängt werden“, sagt Gärtnermeister Peter Jordan. Und die Landgärtnerei Beier empfiehlt, eine gemischte Hecke mit Blütensträuchern anzulegen, um die Lebensbedingungen für die bedrohten Wildbienenarten zu verbessern.

Feierabend-Seminar „Gekonnt zurückschneiden“, Freitag, 15. April, 17 Uhr, Landgärtnerei Beier in Siek, Sieker Berg 13, Kosten: 8 Euro.