Stormarn
Baumassnahmen

Ahrensburger Pionierweg: Ab Ostern wird saniert

Kathrin Beck mit ihrem Hund Luna am Pionierweg: Sie sagt: „Bei Regen bilden sich große Pfützen, da werde ich von vorbeifahrenden Autos nass gespritzt“

Kathrin Beck mit ihrem Hund Luna am Pionierweg: Sie sagt: „Bei Regen bilden sich große Pfützen, da werde ich von vorbeifahrenden Autos nass gespritzt“

Foto: Birgit Schücking / HA

Streit um die Kosten für die aufwendigen Arbeiten an der Straße in der Siedlung Am Hagen ist vertagt. Erst Ende 2017 wird abgerechnet.

Ahrensburg.  Es klingt paradox: Am Pionierweg wird es vorübergehend ruhig, weil es dort in den kommenden Monaten richtig laut wird. Der scheinbare Widerspruch ist rasch erklärt. Die Auseinandersetzung zwischen Anliegern der kleinen Straße in der Siedlung Am Hagen und der Stadt über die Verteilung der Sanierungskosten, die zeitweilig viel Lärm in Ahrensburg verursachte, ist vorerst ausgesetzt. Und das liegt daran, dass der Pionierweg endlich saniert wird und der Streit in dieser Zeit vertagt ist. Die Arbeiten sollen um Ostern herum beginnen. Stephan Schott, Fachdienstleiter Straßenbau im Rathaus, geht davon aus, dass die Sanierung bis zum Herbst 2016 dauert. Die Straße wird von Grund auf erneuert, außerdem wird die Gelegenheit auch für Kanalarbeiten genutzt.

Anlieger wollen nicht für Beseitigung kontaminierter Schlacke zahlen

Die umfassende Baumaßnahme am Pionierweg, der 1933 als Teil der Siedlung Am Hagen gegründet wurde, ist überfällig. Das wissen auch die Anlieger, die zum Teil an den Kosten beteiligt werden. Zum Streit kam es, als bei Probebohrungen erkannt wurde, dass im Unterbau der Straße Schlacke verwendet worden war, die Schwermetalle wie Blei enthält. An den Extra-Kosten für das sorgfältige Abtragen und die fachgerechte Entsorgung, so hieß es zunächst von Seiten der Stadt, seien auch die Anwohner zu beteiligen. Die wehren sich seither und verweisen auf das Verursacherprinzip. Kompliziert wird die Auseinandersetzung dadurch, dass nicht abschließend geklärt ist, wie viele Anlieger an den Kosten beteiligt werden und um welche Beträge es geht. Saniert werden muss nur der 470 Meter lange nördliche Teil des Pionierwegs, die Fahrbahn des später gebauten südlichen Teils ist noch intakt. Bleibt die Frage, ob alle Pionierweg-Anlieger an der Teilsanierung beteiligt werden oder nur die direkten Anwohner.

Vollkommen offen ist auch noch die Frage der Gesamtkosten und was davon überhaupt umlagefähig sein könnte.Unklar ist auch, wie hoch die Anlieger an den umlagefähigen Kosten beteiligt werden könnten, entweder zu 75 oder zu 65 Prozent. Die Kostenschätzung der Verwaltung geht zurzeit von 870.000 Euro aus. Darin wurden allein für die Entsorgung der Schlacke 90.000 Euro veranschlagt. Viel zu hoch angesetzt, meinen die Anwohner.

Anfang Februar gründete sich die Bürgerinitiative Pionierweg (BIP)

Die Anwohner des nördlichen Pionierwegs, also des zu sanierenden Straßenabschnitts, hatten Anfang Februar die Bürgerinitiative Pionierweg (BIP) gegründet und in einem offenen Brief, den Sie dem Bürgervorsteher bei der Stadtverordnetenversammlung am 22. Februar überreichten, einige Forderungen an die Ahrensburger Verwaltung und Politik gerichtet.

Die BIP verlangt, dass die Anlieger nicht an den Kosten der Schlacke-Entsorgung beteiligt werden dürften, sondern die Stadt im Sinne des Verursacherprinzips dafür verantwortlich sei. Außerdem wollen die Anlieger besser über Planungen und Untersuchungen der Stadt informiert werden. Und sie verlangen, dass der nördliche Pionierweg, in dem eine städtische Kita zu Hause ist, nach Abschluss der Bauarbeiten als verkehrsberuhigter Bereich, also als sogenannte Spielstraße, gewidmet werden kann. Letzteres könnte auch für die Kostenbeteiligung wirksam werden und den Anteil der Anlieger von 75 auf 65 Prozent senken.

Frühestens Ende 2017 wird klar sein, wie hoch die Sanierungskosten sind

Eine dieser Forderungen könnte heute erfüllt werden. Ein Experte aus dem Rathaus wird auf einer nicht-öffentlichen Eigentümerversammlung über den Planungsstand informieren. Ansonsten gilt, wie Stephan Schott vom Bauamt der Stadt sagt, dass erst einmal die Bauarbeiten und die detaillierte Abrechnung abzuwarten seien, bevor über die endgültige Kostenbeteiligung spekuliert werde. Einspruch können die Anlieger erst einlegen, wenn ihnen Kostenbescheide zugestellt worden sind. Und das wird nicht vor Ende 2017 geschehen. In der Auseinandersetzung zwischen Bürgern und Stadt dürfte es bis dahin ruhig bleiben