Stormarn
Bauausschuss

Reinbeker protestieren gegen Wohnungsbau

Will eine „Idylle“ in Reinbek erhalten: Heinrich Dierking

Will eine „Idylle“ in Reinbek erhalten: Heinrich Dierking

Foto: Birgit Schücking

Die Politik beauftragt die Verwaltung, zwei Grünflächen zu überprüfen. Bürger äußern Unmut auf der Sitzung des Bauausschusses.

Reinbek.  Der Siedlungsdruck in Reinbek ist groß. Deswegen sucht die Verwaltung ständig nach städtischen Flächen, wo Bauprojekte umgesetzt werden können. Nun wird das Areal mit dem Namen Gebiet Cronsberg unter die Lupe genommen. Hier könnten Geschosswohnungen entstehen. Viele Bürger sind von dieser Idee nicht begeistert. 130 kamen auf die jüngste Sitzung des Bau- und Planungsausschusses und protestierten. Doch das half nichts. Sechs von elf Mitgliedern des Gremiums stimmten dafür, dass ein Konzept erstellt wird.

Die Verwaltung wird somit zwei Grünflächen überprüfen. Eine von ihnen liegt westlich vom Ostlandrings, die zweite an der Schönningstedter Straße unweit des gleichnamigen Teiches. „Diese Idylle wollen sich die Bürger nicht zerstören lassen. Das haben sie auf der Sitzung klar zum Ausdruck gebracht“, sagt Heinrich Dierking, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft Forum 21.

Die Christdemokraten stimmten der Verwaltungsvorlage zu

Auch der Politiker möchten dort keine Wohnungen, für deren Erstellung der B-Plan geändert werden müsste. Dierking: „Es ist nicht in Ordnung, alle Grünflächen der Stadt zu bebauen.“ Für viele Menschen seien die jetzt diskutierten Bereiche eine Ruhezone. Die Christdemokraten stimmten der Verwaltungsvorlage zu. Bürgervorsteher Ernst Dieter Lohmann (CDU) sagte zum Abendblatt: „Die Bevölkerung schreit nach neuen Wohnungen, aber alle wollen diese nicht vor ihrer Haustür.“ Auch die SPD sprach sich mit Ausnahme von Andreas Fleischer für die Prüfung aus. Volker Müller, Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten: „Wir benötigen bezahlbare Wohnungen für ältere Menschen.“ Es sei wichtig, dass diese in ihrer sozialen Umgebung blieben. Grüne und FDP sind hingegen auf einer Linie mit Forum 21.

Verwaltungsmitarbeiterin Jutta Zengeley sagte dem Abendblatt: „Auf wie vielen Quadratmetern gebaut werden könnte, wissen wir selbst noch nicht.“ Das ergebe die Prüfung.