Stormarn
Tischfussball

Vereinsgründung: Ahrensburger suchen den Kick

Gründeten den 1. Ahrensburger Tischfußballclub: Ali Haydar Mercan (v.l.), Julian Wegner und weitere begeisterte Tischfußballer

Gründeten den 1. Ahrensburger Tischfußballclub: Ali Haydar Mercan (v.l.), Julian Wegner und weitere begeisterte Tischfußballer

Foto: Stella Bandemer / HA

In der Schlossstadt wurde der erste Tischfußballclub gegründet. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen.

Ahrensburg.  „Wer sagt, Tischkickern ist ein bloßer Kneipensport, liegt falsch“, sagt der 20 Jahre alte Ali Haydar Mercan aus Ahrensburg. Wobei er lieber von Tischfußball als vom Kickern spricht, da letzteres eher an Kneipenabende erinnere. Vor einem Jahr kam der junge Mann zum ersten Mal mit dem Sport in Berührung, als er von offenen Turnieren und sogar Meisterschaften hörte. Von da an war in dem türkisch stämmigen Ali eine neue Leidenschaft erweckt. „Wer einmal mit dem Sport begonnen hat, kommt nicht mehr so schnell davon los“, sagt Ali.

Bei ihm fing es damit an, dass er mit Freunden auf offene Turniere beim Kixx in Hamburg (Nobistor 38) ging. Das Kixx ist eines der größten Tischfußballzentren in der Umgebung. „Dort spielte ich bis spät in die Nacht mit“, sagt Ali. Er konnte einfach nicht mehr aufhören. Durch seine körperliche Behinderung hat er Schwierigkeiten beim Gehen. Davon lasse er sich aber nicht einschränken. Spielt ja schließlich auch keine Rolle beim Tischfußball.

Über Facebook haben sich die Tischfußballer gefunden

Spaß haben und gemeinsam professionell Tischfußball spielen mit Menschen vor Ort – das war der Wunsch des Ahrensburgers. Mithilfe des Netzwerks Facebook waren schnell noch andere begeisterte Tischfußball-Freunde aus der Umgebung gefunden. Seit Donnerstag, 18. Februar, gibt es nun offiziell den 1. Ahrensburger Tischfußballclub (ATFC) mit Ali als dem ersten Vorsitzenden. Unterstützt wird er von dem 25-jährigen Julian Wegner, 2. Vorsitzender, aus Bargteheide. Der Verein besteht derzeit aus neun Mitgliedern. Der Jüngste ist 18 Jahre alt, der Älteste Mitte vierzig. „Das Alter und ob man Vorkenntnisse gesammelt hat, spielt keine Rolle“, sagt Ali.

Wichtig sei jedoch: Nicht kurbeln! Das sei eine grundlegende Regel beim Tischfußball. Auch Fair Play und Inklusion werden im Verein groß geschrieben. „Streit um Abseitsfragen fällt hier natürlich weg. Die Figuren sind ja befestigt “, sagt Julian Wegner, 2. Vorsitzender des Vereins, und lacht. Tricks können gemeinsam erlernt werden, wie zum Beispiel das Spielen über die Bande. Eine der speziellen Schusstechniken sei der Pin-Shot. Dabei wird der Ball mit der mittleren Figur der Stürmerreihe – auch 3er-Reihe oder nur 3 genannt – vorne oder hinten eingeklemmt. Um am Verteidiger vorbeizukommen, wird der Ball dann schnell nach rechts oder links gezogen.

Später wollen sich die Kicker vielleicht trainieren lassen

Sanktionen, wie beim Kneipen-Tischkickern, gebe es aber auch. „Es kommt schon mal vor, dass die Spieler sich vorher auf eine Strafe einigen, wenn man verliert.“ Dazu zählen ein Bier zu leeren oder über den Boden zu krabbeln. Aber wie beim herkömmlichen Fußball bleibt das Ziel: der Ball soll ins gegnerische Tor.

Der ist allerdings nicht aus Leder, sondern aus Kunststoff. Leichte Plastikkugeln seien für das professionelle Spielen nicht geeignet. „Kugeln aus Plastik sind zu leicht und lassen sich zu schwer kontrollieren“, sagt Ali. Gerade erst holte er einen Profi-Tischfußball-Tisch für seinen Verein – einen Original Leonhart Classic. Der steht ab sofort im Dart- und Billard-Café Funtasia 2.0 (Ewige Weide 1), dem Trainingsort. Dort bekommt der Verein einen separaten Raum zum Üben. „Zuerst wollen wir uns zweimal die Woche selbst coachen und uns später vielleicht nach einem Trainer umschauen“, sagt Ali.
„Wer Spaß daran hat, einfach mitzuspielen, ist herzlich willkommen.“ Noch gebe es in direkter Umgebung keinen anderen Tischfußball-Verein.

Ali will noch hoch hinaus mit seinem Verein, träumt von Turnieren auf Ebene der Landesliga Schleswig-Holstein. Um erste Erfahrungen zu sammeln, will sich der Verein in Zukunft den anderen Mannschaften stellen.

Wer mitmachen möchte, meldet sich per Mail an atfc@mail.de