Stormarn
Oh Tannenbaum

Wo kann ich in Stormarn Weihnachtsbäume schlagen?

Zu zweit geht es am besten: Carsten und Birgit Rosenau sägen auf ihrem Hof in Granderheide bei Trittau eine Nordmanntanne ab

Zu zweit geht es am besten: Carsten und Birgit Rosenau sägen auf ihrem Hof in Granderheide bei Trittau eine Nordmanntanne ab

Foto: Birgit Schücking / HA

In Delingsdorf, Grande, Reinbek und Witzhave wird das Aussuchen und Absägen der Tanne zum Erlebnis für die ganze Familie.

Grande.  Wir behängen seine Zweige mit schillernden Kugeln, unterhalb seines Baumkleides errichten wir Krippenspiele und platzieren Geschenke. Und auf seiner Spitze thront in jedem Jahr ein prächtiger Weihnachtsstern. Der Tannenbaum bildet in der besinnlichen Weihnachtszeit den traditionellen Mittelpunkt eines jeden Wohnzimmers.

Immer häufiger soll es ein frischer Baum aus naturnahem Anbau und heimischer Aufzucht sein. Wer zusätzlich beim Baumkauf Wert auf Traditionen legt, kann selbst Hand anlegen und sich seinen Christbaum selbst schlagen. Es gibt sie noch, die Höfe, Forstbetriebe und Gärtnereien in Stormarn, die ihre Kunden noch eigens an die Axt lassen. Allerdings gibt es heutzutage deutlich weniger Auswahl als noch vor einigen Jahrzehnten, denn viele Betriebe haben dieses Angebot eingestellt.

Woher kommt die Tradition des Weihnachtsbaums?

Ein festlich geschmückter Weihnachtsbaum ist fester Bestandteil unseres Festes und hat gleichzeitig eine lange Tradition. Die ersten Vorläufer finden sich bereits im alten indogermanischen Baumkult wieder. Mit der Geburt Jesus Christus wird diese Sitte hingegen erst seit dem 13. Jahrhundert verbunden.

Es ist überliefert, dass der erste deutsche Weihnachtsbaum im Jahr 1419 von der Freiburger Bäckerschaft aufgestellt wurde. Damals wurde der Weihnachtsbaum allerdings ausschließlich mit Nüssen, Obst und Süßigkeiten geschmückt. Naschen war aber erst zu Neujahr erlaubt.

Wie viel Tannen kommen noch aus Schleswig-Holstein?

Bundesweit 2000 Erzeuger produzieren Weihnachtsbäume. In Schleswig-Holstein bauen rund 200 Produzenten auf über 2000 ha Weihnachtsbäume an. Allein in unserem norddeutschen Bundesland steht jährlich mehr als eine Million Bäume zum Verkauf. Die beliebteste Tannenart ist unangefochten die Nordmanntanne. Sie pikst nicht und fängt nicht vorschnell an zu nadeln. Das mögen die Deutschen. Der Marktanteil der Nordmanntanne beträgt rund 80 Prozent.

Wie werden die Bäume gepflegt und vorbereitet?

Die Weihnachtsbaumproduktion ist ein Ganzjahresgeschäft. Sobald die Kulturzäune gegen Wildverbiss gebaut und die Bodenvorbereitungen abgeschlossen sind, beginnt die Kulturbegründung im Frühjahr oder Spätsommer. Während der gesamten Vegetationsphasen werden die Kulturen regelmäßig kontrolliert, gedüngt und in Form geschnitten. Schon ab Spätsommer werden die Bäume mit Etiketten versehen, denn die Vertragsabschlüsse und Preisverhandlungen mit den Händlern beginnen bereits Mitte des Jahres. Das große Einschlagen beginnt im November – zuerst für die Großhändler, anschließend für den Direktverkauf.

Wie haben sich die Preise in diesem Jahr entwickelt?

Die Produzenten in Schleswig-Holstein können auf ein witterungstechnisch gutes Jahr zurückblicken. Das Wetter hat sich positiv auf die Entwicklung der Bäume ausgewirkt. Es gab ausreichend Wärme und genügend Feuchtigkeit. Im Frühjahr gab es wenig Frost, dadurch wurden die Bäume von Schäden verschont. Die Qualität ist in diesem Jahr sehr gut.

Die Preise für Bäume ohne große Fehler werden sich im Vergleich zum Vorjahr wenig ändern. Der laufende Meter kostet zwischen 20 und 25 Euro. Lediglich bei kleineren Bäumen könnten die Preise leicht sinken, da sie reichlich im Angebot sind.

Wo kann ich meinen Weihnachtsbaum in Stormarn selbst schlagen?

Delingsdorf, Erdbeerhof Glantz, Hamburger Straße 2a, www.glantz.de, Am 5./6. und vom 12. bis 23. Dezember täglich von 10 bis 18 Uhr.

Im hofeigenen Tannenwäldchen kann man unter 12.000 Nordmanntannen wählen. Feuerkörbe stehen als Wärmequelle bereit und sorgen für einen stimmungsvollen Rahmen. Außerdem sind eine Strohburg und eine Punschbar aufgebaut. Der Weihnachtsmarkt ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet, freitags von 17.30 bis 22 Uhr Hüttenzauber.

Granderheide, Hof Rosenau, Rausdorfer Straße 3, www.rosenau-
weihnachtsbaeume.de
, Telefon 04154/ 813 94, ab sofort bis zum 24. Dezember, täglich von 9 bis 18 Uhr.

Im Angebot: Nordmanntannen, Blaufichten (Edeltannen ) und Rotfichten zum Selbstschlagen oder fertig gesägt aus der eigenen Kultur. Wer keine Säge hat, kann sich auf dem Hof ein Arbeitsgerät ausleihen. Besonderes Event: Am 3. Adventssonntag, 13. Dezember, ab 13 Uhr sind die Musiker des Jagdhornbläserkorps Herzogtum Lauenburg Nord für ein weihnachtliches Konzert zu Gast. Am Wochenende wird für das leibliche Wohl mit Würstchen von den eigenen Schweinen und Punsch gesorgt.

Reinbek-Ohe, Gut Schönau, Schönauer Weg 21, www.gutschoenau.de, Telefon 04104/24 63, vom 5. bis 23. Dezember täglich 10 bis 16 Uhr.

Hier können Sie sich Ihren Weihnachtsbaum direkt auf dem gutseigenen Feld auszusuchen. Tausende Nordmanntannen stehen zur Verfügung. Die passende Säge kann ausgeliehen werden, genauso wie ein Anspitzer für den Stamm des Baumes. Nach der Arbeit stehen Glühwein, Kakao sowie Erbsensuppe, Bratwurst und Crêpes bereit. Für Firmen können Sonderveranstaltungen organisiert werden.

Witzhave, Familie Puls, Abfahrt der Autobahn 24 (Ortsausgang Witzhave), Telefon 0171/744 50 16, vom 5. bis 24. Dezember täglich von 10 bis 17 Uhr.

Wer die Autobahn 24 am Ortsausgang Witzhave verlässt, entdeckt sofort nach dem Abfahren Schilder, die zum Feld von Familie Puls führen. Nordmanntannen und Blaufichten können dort in Eigenarbeit gefällt werden. Unter der Woche gibt es Heißgetränke, am Wochenende wird zusätzlich in einem beheizten Zelt gegrillt.