Stormarn
Benefiz-Show

Hinter den Kulissen der Ahrensburger Großmodenacht

Models präsentieren im Marstall in Ahrensburg die Mode der Reinfelder Designerin Claudia L. auf dem Laufsteg

Models präsentieren im Marstall in Ahrensburg die Mode der Reinfelder Designerin Claudia L. auf dem Laufsteg

Foto: Dorothea Benedikt / HA

Rund 300 Gäste kommen zur elften Benefiz-Show des Rotary Clubs Großhansdorf in den Marstall Ahrensburg, wo Claudia L. ihr Mode zeigt.

Ahrensburg.  „Nein, Nein, Nein. Das geht ja gar nicht.“ Das Entsetzen im Gesicht der Modedesignerin Claudia L. ist deutlich sichtbar, als eines ihrer Models das Foyer des Marstalls in Ahrensburg betritt. Dort wurde bei der 11. Großmodenacht des Rotary Clubs Großhansdorf am Sonnabend ihre Mode auf dem Laufsteg vorgestellt. „Ich habe doch gesagt, die Haare sollen undone sein“, sagt die Modeschöpferin aus Reinfeld und meint damit: Die Frisur muss so aussehen, als ob man morgens gerade aus dem Bett kommt. Kurzerhand zerzaust Claudia L. ihrem Model die Haare. Doch das ist nicht das einzige Problem. „Diese roten Lippen, dass geht ja gar nicht. Ich habe gesagt, die sollen nude sein. Du musst noch mal in die Maske.“

Nude also, und undone. Das ist jetzt die Aufgabe für die Visagistinnen Angelika Kiesewetter, 59, aus Hildesheim und Ute Rehr, 57, aus Großhansdorf. Sie schminken die Models. Eins von ihnen ist Tanja Schaa, 45, aus Steinfeld in der Nähe von Reinfeld. Claudia L., lässt an diesem Abend ihre Kundinnen die Mode präsentieren. „Ich bin nicht aufgeregt, ich habe das schon mal gemacht und es macht einfach Spaß“, sagt Schaa, die dann doch noch Bedenken äußert: „Hoffentlich falle ich nicht hin.“ Visagistin Kiesewetter, die bei ihr gerade Lidschatten aufträgt, sagt: „Das dürfen Sie sich nicht vorstellen. Das hat dann so eine Anziehungskraft.“

Die Designerin setzt auf Marabufedern

Gut eine Stunde vor der Show wird es in der Maske stressig. Die Models stehen Schlange und drängen. Sie brauchen noch ihr Finish, quasi den letzten Pinselstich. Die rund 300 Gäste bekommen davon nichts mit. Rotarier servieren Häppchen und Sekt. „Ich finde die Veranstaltung immer wieder nett. Vor allem, weil ich mit Freunden einen schönen Abend verbringen kann“, sagt Ellen Bongaerts aus Ahrensburg, die sich an diesem Abend für einen mit bunten Pailletten bestickten Minirock entschieden hat. Pailletten waren bei den weiblichen Gästen allgemein angesagt – an Winterschuhen, Handtaschen oder Pullovern schimmerten sie.

Claudia L. setzt indes auf Marabufedern. Diese sind an Taschen, Kleider oder Röcke genäht. Auch die Lampenschirme auf der Bühne schmücken sie. Die Perfektionistin Claudia L. überlässt nichts dem Zufall, sie hat das Bühnenbild selbst entworfen.

Das Finale der Modenschau ist das Brautkleid

Im Anproberaum wird es kurz vor der Modenschau hektisch. 23 Models müssen sich auf kleinstem Raum umziehen. 112 Outfits werden präsentiert. „Einige Models haben während der Show nur drei Minuten Zeit, sich umzuziehen“, sagt Julia Gehrke, 21. Sie ist die Tochter von Claudia L. und hilft den Frauen beim Anziehen und läuft selbst als Model über den Catwalk.

Gegen 21.30 Uhr beginnt die Show. Alle 30 Sekunden betritt ein Model die Bühne und schreitet passend zur Musik schnellen Schrittes über den Laufsteg. Das Publikum applaudiert. Claudia L. bekommt davon nichts mit, sie koordiniert alles hinter den Kulissen. Mal laufen die Frauen in Highheels über den roten Teppich, mal barfuß. Das Finale der Show ist natürlich das Brautkleid, das mit weißen Marabufedern verziert ist. Nach rund 50 Minuten ist die Modenschau vorbei und Claudia L. betritt für vier Sekunden die Bühne, verbeugt sich und verschwindet wieder. Der Applaus holt sie zurück. Sie läuft über den Laufsteg und lässt sich feiern.

Der Erlös beträgt etwa 10.000 Euro

Kurz darauf steht sie mit einem Caipirinha an der Bar im Foyer, sie wirkt gelöst und zufrieden. „Ich freue mich schon darauf, morgen endlich ausschlafen zu können“, sagt Claudia L., die ein schwarzes Tuch um Stirn und Kopf gebunden hat.

Auch die Rotarier sind mit ihrer Benefiz-Veranstaltung zufrieden. Die Großmodenacht war ausverkauft. Das Eintrittsgeld in Höhe von 45 Euro pro Karte sowie der Erlös aus Getränkeverkauf und Tombola sowie Spenden von Sponsoren gehen an drei Projekte in der Region. Die rund 10.000 Euro werden aufgeteilt: Die Woldenhorn-Schule in Ahrensburg bekommt einen neuen Transporter, in den ein Rollstuhl passt. Unterstützt wird auch das Projekt „Gefangene helfen Jugendlichen“. Straffällig gewordenen jungen Menschen, die Gefahr laufen abzurutschen, wird gezeigt, wo sie landen können. Und schließlich wird das Präventionsprojekt „Little Lion – mein Körper gehört mir“, das über sexuellen Missbrauch aufklärt, unterstützt.