Stormarn
Ahrensburg

Zwei Tage vor geplantem Urlaub: Wohnmobil gestohlen

Ein Wohnmobil dieser Marke wurde in Ahrensburg gestohlen

Ein Wohnmobil dieser Marke wurde in Ahrensburg gestohlen

Foto: HA

Eheleute verzweifelt. 75.000-Euro-Mercedes wurde nachts vor der Haustür entwendet. Bei Nachbarn hat es mehrere Einbrüche gegeben.

Ahrensburg.  Es ist 9.15 Uhr. Britta Schade (Name geändert) will zu ihrem geliebten 75.000-Euro-Wohnmobil, einem Mercedes Sprinter, laufen. Übermorgen möchte sie mir ihrem Mann in den Urlaub fahren. Lebensmittel, Bettdecken und zwei Gasflaschen haben sie schon darin verstaut. Plötzlich erstarrt sie. Das Auto ist weg.

Britta Schade, die aus Furcht vor Folgetaten ihren richtigen Namen nicht veröffentlicht haben möchte, erinnert sich zurück: „Im ersten Moment dachte ich, dass ich das Wohnmobil woanders geparkt habe.“ Im zweiten Moment wusste sie: Es wurde gestohlen. Das ist nun zwei Wochen her. Bisher fehlt jede Spur.

Ehepaar schickt Briefe nach Litauen und Danzig

„Wir haben die Hoffnung schon aufgegeben, das Wohnmobil wiederzufinden“, sagt Schade niedergeschlagen. Und doch ist es ihr wichtig, dass die Öffentlichkeit erfährt, was passiert ist. Ihr Urlaub ist gestrichen. „Dabei habe ich mich so auf Portugal gefreut“, bedauert sie. Am Abend gegen halb zwölf habe sie noch einen Blick aus dem Fenster geworfen, da stand das Wohnmobil noch an der Straße. Am Morgen fehlte dann jede Spur. Gemeinsam mit ihrem Mann sei sie zur Ahrensburger Polizei gefahren. Dort wurde ein Protokoll erstellt. „Das hat eine Stunde lang gedauert“, sagt sie.

Wieder zu Hause angekommen, begann das Ehepaar zu recherchieren. Schade sagt: „Wir haben unsere Nachbarn gefragt, ob sie etwas beobachtet hätten.“ Doch alles war vergebens, niemand hatte etwas bemerkt. Die Suche ging im Internet weiter. Dort fand das Ehepaar heraus, dass bekannte Umschlagplätze für gestohlene Wohnmobile Litauen oder Danzig in Polen seien. „Wir haben an die Polizei in Danzig und in Litauen Briefe geschrieben“, sagen sie. Antworten darauf haben sie bisher nicht erhalten.

Gutachter ermittelt jetzt den Versicherungsschaden

Britta Schade geht davon aus, dass ihr Wohnmobil auf Bestellung gestohlen wurde. „Jemand muss den Funkcode von unserem Autoschlüssel geknackt und auf seinen Schlüssel übertragen haben“, sagt sie. Schließlich habe es auf dem Parkplatz auch keine Glas- oder Lacksplitter gegeben.

Momentan beschäftigt sich ein Gutachter der Versicherung mit dem Diebstahl. In drei Wochen bekommt das Ehepaar dann Bescheid, wie viel Geld es für sein Wohnmobil erhält. „Es ist gerade einmal zwei Jahre alt“, sagt die Ahrensburgerin. Aber die Zahl an gefahrenen Kilometern zähle ja auch. Den Kaufpreis bekomme das Ehepaar sicherlich nicht wieder.

Das gestohlene Wohnmobil ist in der Wohnsiedlung Gartenholz nicht der einzige Vorfall. So erzählt ein anderes Ehepaar aus Schades Nachbarschaft, dass bei ihm innerhalb von vier Wochen vier Mal versucht wurde, einzubrechen. Davon einmal erfolgreich. Und dabei sei der mutmaßliche Täter nicht besonders vorsichtig gewesen.

Einbrecher haben ein Tablet und Werkzeug gestohlen

Henrike Kleber (Name geändert) erzählt: „Ich habe draußen vor der Tür Unkraut gezupft.“ Dann sei ein Mann auf sie zugekommen und habe nach einer Familie in der Nachbarschaft gefragt und sich den Weg erklären lassen. Der Mann folgte anfangs der Beschreibung, doch dann war er plötzlich nicht mehr zu sehen. Kleber ging um ihr Haus, wollte von hinten durch die Terrassentür in das Wohnzimmer. Da entdeckte sie den Mann. Er war gerade dabei, das Fenster aufzubrechen. „Unglaublich, der wusste genau, dass ich zu Hause bin“, sagt sie.

Acht Wochen später hatte das ältere Ehepaar wieder Einbrecher in seinem Haus. Kleber sagt: „Der Täter ist nachts durch das Kellerfenster eingestiegen.“ Er habe nichts unordentlich gemacht und habe lediglich ein Tablet und Werkzeug aus der Garage gestohlen. Die Rentnerin sagt: „Meinen Schlüssel lege ich immer in eine Schüssel auf einer Kommode im Flur.“ Damit habe sich der Einbrecher die Wohnungstür aufgemacht und sei herausgegangen. Auch in diesem Fall tappt die Polizei Ahrensburg bisher im Dunkeln.

Im vergangenen Jahr gab es 873 Einbrüche in Stormarn. Alleine 200 davon passierten in der Schlossstadt. In diesem Jahr dürften die Zahlen noch steigen. Die Aufklärungsquote liegt bei nur etwa fünf Prozent.