Stormarn
Flüchtlingspolitik

Flüchtlingsheim in Oststeinbek wird größer als angedacht

Der nicht mehr genutzte Sportplatz in Havighorst: Nur im Notfall wollen Oststeinbeks Politiker auch hier Flüchtlinge unterbringen

Der nicht mehr genutzte Sportplatz in Havighorst: Nur im Notfall wollen Oststeinbeks Politiker auch hier Flüchtlinge unterbringen

Foto: René Soukup / HA

Kosten für Neubau nahe Feuerwache steigen auf 940.000 Euro. Auch Bücherei und Sportplatz sind im Gespräch.

Oststeinbek.  Frühestens im Februar kommenden Jahres soll die neue Flüchtlingsunterkunft in Oststeinbek fertig sein, spätestens jedoch im April – je nachdem, ob der Winter einen zügigen Bau zulässt. Sicher ist, dass sich das Projekt verteuert – von 750.000 auf 940.000 Euro. Denn das Gebäude an der Brückenstraße nahe der Feuerwache wird größer als ursprünglich angedacht, bietet Platz für 32 anstatt 24 Menschen. Diese Variante segneten die Gemeindevertreter jetzt auf einer Sondersitzung ab.

In dem Haus aus Metall- oder Holzständerbauweise, das mit einer mineralischen Putzfassade versehen ist, kommen dann rund ein Viertel der 130 Flüchtlinge unter, die Oststeinbek nach einer Schätzung des Kreises Stormarn im kommenden Jahr aufnehmen muss. Den Neubau an jenem Standort hatten die Politiker bereits im März dieses Jahres beschlossen. Eine Vergrößerung ist jedoch nötig, um den steigenden Bedarf zu decken.

Derzeit leben in der Kommune 58 Flüchtlinge, 87 sollten es Ende 2015 sein. Nachdem der Bund jedoch seine Prognose erhöht hatte, rechnet Bürgermeister Jürgen Hettwer mit bis zu 120. Demnach käme Oststeinbek im Dezember 2016 auf 250 Flüchtlinge. „Deswegen kommen wir um größere Lösungen nicht herum“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Joachim Vorbeck.

Container in Modulbauweise auf Havighorster Sportplatz sind möglich

Zwar verfolgen die Oststeinbeker Politiker weiterhin die Strategie, Wohnungen sowie Häuser zu mieten oder zu kaufen und nicht zu viele Menschen auf einem Fleck unterzubringen, doch Container in Modulbauweise sind kein Tabu-Thema mehr. Und selbst bei der Standortsuche ist alles möglich. Hettwer, der damit beauftragt wurde, die Kosten für die Anmietung von Containern zu ermitteln, brachte auf der Sitzung auch den ungenutzten Sportplatz im Ortsteil Havighorst ins Spiel. Dort gibt es bereits eine Umkleidekabine mit sanitären Anlagen. „Daneben könnten wir auf dem Grandplatz modulare Gebäude platzieren“, sagt der Verwaltungschef. Darüber müsse eine Grundsatzdiskussion geführt werden.

Sollte Oststeinbek Probleme bekommen, den Bedarf ausschließlich durch Anmieten und Kauf von Immobilien zu decken, ist die Politik für diesen Vorschlag offen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Höft: „Dieser Standort ist absolute Randlage und wirklich eine der letzten Optionen.“ Die Integration der Menschen funktioniere woanders besser.

Womöglich kommen Flüchtlinge in der Havighorster Bücherei unter, die im Dezember geschlossen wird. Die Sozialdemokraten präferieren hier zwar einen Mehrzweckraum für die Bürger, „aber wenn der Druck so groß ist, müssen wir diesen Schritt gehen“, sagt Höft, der sich im Gremium noch einmal für den Ankauf von Immobilien stark machte. „Denn zurzeit haben wir noch Geld.“ Die Rücklagen der Kommune betragen 16 Millionen Euro.

Bisher hat die Gemeinde ein Haus an der Möllner Landstraße für 340.000 Euro gekauft. Dort leben elf Flüchtlinge. Bei zwei weiteren Objekten laufen die Vertragsverhandlungen. Hettwer: „In einem Fall stehen wir kurz vor dem Abschluss.“