Stormarn
Bürgerservice

Behördennummer 115 gilt jetzt in ganz Stormarn

Sie stellten die 115 vor: Steffen Mielczarek (v.l.) und Malte Schaarmann von der Stadt Bad Oldesloe sowie Landrat Klaus Plöger

Sie stellten die 115 vor: Steffen Mielczarek (v.l.) und Malte Schaarmann von der Stadt Bad Oldesloe sowie Landrat Klaus Plöger

Foto: Pelle Kohrs / HA

Die Behördennummer 115 steht im gesamten Kreis zur Verfügung. Sie kann gewählt werden, wenn man Fragen an die Kreisverwaltung hat.

„Den Hund anmelden, ohne sich einen Wolf zu telefonieren“: Mit diesem Spruch wirbt die bundesweite Behördennummer 115, die jetzt auch flächendeckend allen Bürgerinnen und Bürgern des Kreises Stormarn zur Verfügung steht. Wer Fragen an die Kreisverwaltung in Bad Oldesloe hat, muss sich fortan nur noch drei Ziffern merken.

„Über die 115 können Stormarner Auskünfte zu allen möglichen Verwaltungsleistungen erhalten“, sagt Jan-Christian Heth vom Fachdienst Zentrale Steuerung und Organisation in der Kreisverwaltung in Bad Oldesloe. Wer im Kreis Stormarn wohnt und die Behördennummer wählt, landet beim telefonischen Hamburg-Service, einem stadteigenen Callcenter in der Hansestadt. Dort bearbeiten 120 Mitarbeiter die Anfragen der Bürger, geben Auskunft zu den am häufigsten nachgefragten Verwaltungsleistungen. „Das kann zum Beispiel die Frage sein, wo und wie ich einen Waffenschein machen kann oder bis wann die Kfz-Zulassungsstelle geöffnet ist“, sagt Heth. Dabei sei es egal, welche Behörde, Verwaltungsebene oder Zuständigkeit betroffen ist.

Die Basis für die telefonischen Auskünfte ist die vom Land betriebene und von den Kommunen gepflegte Wissensdatenbank Zuständigkeitsfinder Schleswig-Holstein. Durch die wissen die Mitarbeiter im Callcenter, an welche Behörde sie gegebenenfalls durchstellen müssen.

„Die üblichen Fragen bekommt man sogar direkt beantwortet, ohne weiterverbunden zu werden“, sagt Oliver Voigt vom zentralen IT-Management der Staatskanzlei. „Wird aber beispielsweise gefragt, ob in einer bestimmten Straße ein Haus gebaut werden darf, leiten die Mitarbeiter in Hamburg an die entsprechende Behörde in Stormarn weiter.“ Dadurch entfalle die oft aufwendige Suche nach der richtigen Telefonnummer im richtigen Amt. „In Bad Oldesloe gibt es drei kommunale Verwaltungen“, sagt Jan-Christian Heth, „nämlich die Stadtverwaltung, die Amtsverwaltung Bad Oldesloe-Land und die Kreisverwaltung. Da ist es sowohl für die Bürger als auch für uns viel leichter, nur eine Nummer wählen zu müssen.“

Auch einige Kommunen Stormarns nehmen an dem 115-Netzwerk teil: Reinbek und Ahrensburg seit einigen Monaten, Barsbüttel bereits seit Mai 2014. Einwohner dieser Kommunen können seitdem auch Fragen an die Mitarbeiter des Callcenters stellen, die nur die Verwaltung ihrer Gemeinde oder ihrer Stadt betreffen.

Genutzt werde dieser Service aber kaum. Rathausmitarbeiterin Tanja Patzelt aus Barsbüttel sagt, ihr seien zumindest keine Veränderungen aufgefallen, seit die Telefonnummer freigegeben ist. „Ich glaube nicht, dass die Nummer von vielen Menschen genutzt wird“, sagt sie. „Es rufen immer noch genauso viele Menschen an wie in der Vergangenheit, um die klassischen Fragen, zum Beispiel nach einem neuen Personalausweis, zu stellen.“

„Bürger, die seit Jahren die Telefonnummer ihres Rathauses im Kopf haben, sind natürlich nicht die Zielgruppe“ sagt Voigt. „Dass es diese neue Nummer gibt und vor allem dass sie kostenlos ist, muss auch erst mal verbreitet werden.“ Die Kosten für die Behördennummer übernimmt das Land vollständig. Jährlich bezahle es dafür bis zu 600.000 Euro, schätzt Voigt. Er meint, dass sich das lohne: „Dadurch haben wir zum einen glückliche Bürger und zum anderen eine große Entlastung bei der Sachberatung.“

Zuerst eingeführt wurde die Behördennummer 115 in Hamburg, Hessen und Berlin. „Bis 2016 sollen auch alle Kreise Schleswig-Holsteins an dem Netzwerk teilnehmen“, sagt Voigt. Ob die einzelnen Kommunen an dem 115-Verbund teilnehmen, sei ihnen überlassen. „Wir zwingen niemanden.“