Stormarn
Rücktritt

Ehemaliger AfD-Chef will Partei mitgründen

Foto: privat / Volker Schnurrbusch

Der Vorsitzende Harald Redemann aus Großhansdorf ist zurückgetreten. Auch die Reinbeker Schatzmeisterin Simone Markmann gibt auf.

Grosshansdorf. Zwei von sechs Mitgliedern des Stormarner Kreisvorstands der Alternative für Deutschland (AfD) sind zurückgetreten. Der Vorsitzende Harald Redemann aus Großhansdorf und Schatzmeisterin Simone Markmann aus Reinbek haben ihre Ämter nach dem Sturz des AfD-Gründers Bernd Lucke auf dem Bundesparteitag aufgegeben.

Harald Redemann gehörte seit Gründung des Kreisverbands im Mai 2013 zur Stormarner Parteispitze. Vor sieben Wochen war er in Siek gerade erst wiedergewählt worden. Den aktuellen „Rechtsruck“ wolle er nicht mehr mitmachen, so der Großhansdorfer. Er zählt zum Koordinierungsteam des von Lucke mitgegründeten Vereins Weckruf, der sich am kommenden Sonntag in Kassel trifft. „Dort könnte es schon zur Parteigründung kommen“, sagt Redemann, der sich auf jeden Fall weiter politisch engagieren will.

Der Stormarner AfD-Kreisverband ist mit gut 100 Mitgliedern der größte in Schleswig-Holstein. „Wir wollen den Vorstand möglichst schnell wieder komplettieren“, sagt der stellvertretende Kreisvorsitzende Volker Schnurrbusch. Zunächst müsse ein neuer Landeschef gewählt werden, da auch die bisherige Landesvorsitzende Ulrike Trebesius und Generalsekretär Jürgen Joost ausgetreten sind. Nach dem Parteitag, der für den 5. September geplant ist, sollen die Mitglieder in Stormarn zusammenkommen.

Laut Schnurrbusch sind kreisweit bisher sieben Austritte zu verzeichnen, aber auch zwei Eintritte. „Es gab auch Leute, die wegen Lucke gegangen sind und jetzt wieder zurückkommen“, sagt der Ahrensburger. Einen genauen Überblick über die Zahlen werde es erst in einigen Wochen geben, da die Geschäftsstellen in Land und Bund momentan sehr viel zu tun hätten. Schnurrbusch: „Da stapelt sich die Post.“ Landesweit sollen etwa 100 von 900 Mitgliedern ihren Austritt erklärt haben.