Stormarn
Modernisierung

Ammersbeker bauen Golfplatz neu – für 1,5 Millionen Euro

Noch eine Bastelle, bald eine Golfbahn: Clubmanager Axel Roeb steht auf der künftigen Bahn zehn

Noch eine Bastelle, bald eine Golfbahn: Clubmanager Axel Roeb steht auf der künftigen Bahn zehn

Foto: Janina Heinemann

Golfclub investiert rund 1,5 Millionen Euro in die 55 Jahre alten Bahnen. Nach dem Umbau soll der Platz ganzjährig bespielbar sein.

Ammersbek. Mehrere Bagger stehen auf dem Gelände des Golfclubs Hamburg-Walddörfer in Ammersbek. Die meisten Bahnen sind Baustelle. „Alle 19 Grüns und fast alle Abschläge werden erneuert“, sagt Clubmanager Axel Roeb. Nach 55 Jahren sei dies nötig geworden. Die Aufsicht über die Großbaustelle – der Golfplatz umfasst rund 64 Hektar – hat Bauleiter Tim Stange. Seit mehr als 20 Jahren gestaltet er Golfplätze.

„Das ist eine Wissenschaft für sich“, sagt Stange. „Ein Golfplatz braucht einen ganz bestimmten Aufbau.“ Am wichtigsten sei die Dränage, an die vor einem halben Jahrhundert noch niemand gedacht hat. „Je nach Witterung ist das Grün mal gut und mal schlecht bespielbar“, sagt Stange. In Ammersbek hatte Axel Roeb in den Herbst- und Wintermonaten mit Staunässe zu kämpfen. Roeb: „Meist war der Platz erst ab Mitte Mai, Anfang Juni gut bespielbar.“

Nach dem Umbau sollen die Golfer das ganze Jahr über auf gutem Rasen spielen können. Um den Platz nach heutigem Standard zu bauen, wurde das alte Grün abgefräst. Damit wurde Anfang April begonnen. Der nächste Schritt zum perfekten Platz ist Sand. Tim Stange: „In den Sand legen wir alle fünf Meter eine Dränage.“

Bis zum kommenden Frühjahr spielen die Mitglieder alle Bahnen rückwärts

Auf die Rohre schütten Tim Stange und seine 15 Mitarbeiter eine etwa zwölf Zentimeter dicke Filterschicht aus Kies. „Das Wasser soll schnell in die Dränage sickern“, sagt der Golfplatzbauer. Ganz nach oben kommt eine 25 bis 30 Zentimeter dicke Rasentragschicht. Stange: „Das muss gute Erde sein. Die Gräser brauchen super Bedingungen, um zu wachsen.“ Der Golfrasen besteht aus einer speziellen Gräsermischung. „Die Gräser brauchen viel Sonne“, sagt Roeb. Deshalb hat der Club Bahn zehn verlegt. „Die alte Bahn war zu schattig.“

Zudem wird ein zusätzliches Wasserhindernis gebaut. Die sogenannte Approach-Zone, der Vorgrünbereich, wird auf etwa fünf Meter Radius vergrößert. „Das ist etwas Besonderes bei diesem Platz“, sagt Stange. „Die Approach-Zone wird genauso hochwertig gebaut wie das Grün.“ So kann der Rasen sehr kurz gemäht werden. Roeb: „Gute Spieler können schon im Vorgrünbereich anfangen zu putten.“

Mitglieder spendeten mehr als eine Millionen Euro für das Projekt

Bis zum kommenden Frühjahr dauert der Umbau. Bis dahin müssen die rund 1050 Mitglieder auf dem Reverse Course spielen. Der trägt seinen Namen, weil die Bahnen rückwärts gespielt werden. Axel Roeb: „Die Mitglieder lernen unseren Platz neu kennen.“ Bisher habe er nur positive Rückmeldungen bekommen. „Es ist sensationell, wie unsere Mitglieder den Umbau begleiten.“

Mehr als eine Million Euro hätten sie für das Projekt gespendet. Damit ist der Großteil der auf 1,5 Millionen Euro geschätzten Kosten gedeckt. Auch wenn das genaue Datum für die Eröffnung des Platzes nicht feststeht, verrät Roeb ein Detail: „Bei der Einweihung soll der goldene Ball gespielt werden.“