Stormarn
Lütjensee

Die Letzten feiern wie Sieger

Champagnerdusche mit den Gewinnern, den „Rowdies Südstormarn“ des Drachenboot-Cups

Champagnerdusche mit den Gewinnern, den „Rowdies Südstormarn“ des Drachenboot-Cups

Foto: Verena Künstner

Beim Drachenboot-Cup auf dem Lütjensee strahlte die Sonne, die Teilnehmer und die Zuschauer um die Wette. Und die Sieger waren ...

Ja, Champagner brennt in den Augen. Das wissen seit Sonnabend alle, die beim Drachenbootrennen auf dem Lütjensee bei der Preisverleihung in der Nähe des Gewinnerteams standen. Zum dritten Mal heißt das Siegerteam „Rowdies Südstormarn“ bei dem vom Lions Club Hahnheide organisierten Rennen. Die 19 Jungs aus Lütjensee ließen die Korken knallen und feierten ausgiebig ihren klaren Sieg und ihre Bestzeit von unter einer Minute.

Dabei hatte es für die 17 und 18 Jahre alten Freunde gar nicht so vielversprechend begonnen. „Wir konnten nicht trainieren“, sagte „Rowdie“-Trommler Alexander Schmiedebergvor dem ersten der drei Durchläufe. Am Vorabend wurden die Drachenboote zwar für Probefahrten zur Verfügung gestellt, doch den Sportlern blieb nur noch die Möglichkeit, um 21 Uhr ein Boot zu bekommen. „Das war zu spät“, so Schmiedeberg. „Ein paar von uns sind lieber feiern gegangen.“

16 Teams nahmen mit ihren Booten bei dem Rennen auf dem Lütjensee teil

Eine Trainingsrunde auf dem Wasser hatte ein anderes der 16 Teams zwar, dafür aber die kürzeste mentale Vorbereitungszeit: die „Quotendrachen“. 19 Frauen aus Lütjensee hatten sich spontan zusammen getan, um als einziger „reiner Frauendrachen“ an den Start zu gehen. Kapitänin Diana Thorn: „Wir waren in den letzten Tagen mehr mit organisieren und telefonieren beschäftigt als damit, Techniken zu studieren.“ Ein kurzer Blick ins Internet half einigen Frauen dennoch, wenigstens eine Ahnung davon zu bekommen, was sie erwartete. Peggy Van der Linden: „Ich wusste überhaupt nicht, was Drachenboote sind und habe erstmal bei Youtube geguckt.“ Mit ihren bunten T-Shirts bildete die Frauen-Mannschaft das farbenfroheste Team des Tages. Ihr Ziel: „Alles, nur nicht Letzter werden.“

Um einen möglichst guten Platz ging es zwar allen Teams, doch allein die Teilnahme am Rennen war für viele Anreiz genug. Die Startgebühr in Höhe von 1200 Euro ist schließlich gut angelegt. Der Lions Club Hahnheide unterstützt mit dem Erlös neben Hilfen zur Flüchlingsintegration im Amt Trittau das Projekt „Herzbrücke“ des Hamburger Albertinen-Krankenhauses. Die Spende ermöglicht die Finanzierung einer Operation und rettet damit einem schwer herzkranken Kind aus Afghanistan das Leben.

Die 200 Meter lange Rennstrecke war vom Gelände des Restaurants Fischerklause bestens einsehbar. Dort versammelten sich rund 700 Teilnehmer und Zuschauer, ließen sich vom Team der Fischerklause mit Essen und Getränken versorgen. Pavillons sollten vor dem vorhergesagten Regen schützen. Doch abgesehen von einer „kurzen Regendusche“, wie es der Moderator ausdrückte, schien durchgängig die Sonne. Markus Berns, Präsident des Lions Club Hahnheide: „Da sieht man mal: Wenn jemand Gutes tut, bekommt er auch Unterstützung von oben.

59,3 Sekunden brauchte das Siegerteam für die 200 Meter lange Rennstrecke

In drei Durchgängen á vier Rennen traten die 16 Teams gegeneinander an. Jedes Rennen zählte, am Ende wurden alle Zeiten addiert. Nur die vier schnellsten Drachen durften im Finale antreten. Schon nach dem ersten Durchgang war klar: Die „Rowdies Südstormarn“ geben alles. Mit einer Zeit von 1:7,4 Minuten paddelten sie mit mehr als zehn Sekunden Vorsprung den meisten anderen davon. Die Schüler der Stormarnschule waren den Vorjahressiegern mit 1:10,5 Minuten dicht auf den Fersen. Die Frauen vom „Quotendrachen“ hatten sich mittlerweile in „Bunter Hühnerhaufen“ umbenannt. „Wir haben beim ersten Lauf zu viel gelacht“, gab Diana Thorn zu. „Jetzt nehmen legen uns richtig ins Zeug.“ Um zehn Sekunden verbesserten sie ihre Zeit von Rennen zu Rennen. Für das Finale reichte das aber nicht. Mit 59,3 Sekunden holten sich die „Rowdies“ den Pokal, der ihnen von Bürgermeisterin Ulrike Stentzler überreicht wurde. Danach suchte der eine oder andere noch Abkühlung im Lütjensee.