Stormarn
Wanderweg

Auf den Spuren von Reinbeks früher Siedlungsgeschichte

So führt der Rundwanderweg durch das Oher Gräberfeld

So führt der Rundwanderweg durch das Oher Gräberfeld

Foto: Stadt Reinbek

Rundweg entlang der historischen Gräber nach Neugestaltung nun offiziell eingeweiht. In einer Stunde von der Eiszeit in die Bronzezeit.

Reinbek. Billi Buntspecht führt Archäologiebegeisterte künftig von der Altsteinzeit bis in die Bronzezeit. Der kleine Vogel erklärt Spaziergängern, die den Rundwanderweg „Oher Gräberfeld“ in Reinbek entlang flanieren, auf elf Informationstafeln Wissenswertes über die Vergangenheit und frühe Siedlungsgeschichte.

Der Rundweg wurde nach der Neugestaltung nun offiziell eingeweiht. Die fast zwanzig Hügelgräber und das Langbett stehen unter Denkmalschutz, sind auf der Liste des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein eingetragen. Ein Langbett ist eine Grabstätte, die keinen runden, sondern einen langgestreckten Grabhügel hat. Interessierte Wanderer brauchen für den etwa drei Kilometer langen Rundweg eine Stunde, um von der Eiszeit in die Bronzezeit zu kommen.

„Man erlebt mitten im Wald ein Stück Heimatgeschichte“

Das Besondere an dem Weg? „Die Verbindung von Naturerlebnis und Archäologie“, sagt Sabine Voß vom Amt für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Reinbek. „Man erlebt mitten im Wald ein Stück Heimatgeschichte.“ Die Gräber lassen darauf schließen, dass es Siedlungen oder zumindest Handelswege durch den Wald Oher Tannen gegeben habe. Claus von Carnap-Bornheim, Leiter des Archäologischen Landesamtes in Schleswig sagt: „Die Bronzefunde hier lassen auf Handelsbeziehungen in den Mittelmeerraum schließen.“ Denn vor Ort habe es keine Bronze gegeben. Die Bronzezeit dauerte von 1700 bis 500 vor Christus. Wer mehr über die Vergangenheit erfahren will, sollte sich nicht nur auf den Rundwanderweg begeben, sondern die dazugehörige Broschüre lesen. Sie ist im Bürgerbüro im Rathaus erhältlich.

Die Kosten für das Rundweg-Projekt beliefen sich nach Angaben von Sabine Voß auf rund 25.000 Euro. Etwa 40 Prozent übernahm die Sparkassen-Stiftung Stormarn. Deshalb konnte eine weitere Besonderheit ermöglicht werden: Der sogenannte „Bronzezeit-Rucksack“. In ihm sind Werkzeuge und ein paar Überraschungen verstaut. Der Rucksack soll bei Projekttagen in Kindergärten und Schulen zum Einsatz kommen. Sabine Voß: „Aus dem Rucksack werden Dinge zum Spielen, Fühlen und Anschauen herausgezaubert.“ Näheres will sie aber erst im Sommer verraten. Dann soll das Rucksack-Projekt starten.