Bad Oldesloe

Streit um die Hindenburgstraße

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Inga Martens

Befürworter der Umbenennung eröffnen Ausstellung in Bad Oldesloe. Einwohnerversammlung am 16. Februar

Bad Oldesloe. Die Diskussion um die Rückbenennung der Hindenburgstraße im Stadtzentrum von Bad Oldesloe in Langestraße sorgt für Aufregung bei Bürgern und Politikern. Anlass ist ein Antrag von SPD und Linken für den nächsten Hauptausschuss und die Stadtverordnetenversammlung. Eine Arbeitsgruppe von SPD-, Linken- und Grünen-Politikern eröffnete jetzt im Atelier 25 (Hindenburgstraße 25) eine Ausstellung über Paul von Hindenburg, den ehemaligen Reichspräsidenten der Weimarer Republik (1847–1934).

„Ein Straßenname ist eine Ehrenbezeugung“, sagt Hartmut Jokisch, Ortsvorsitzender der Grünen. „In Bezug auf Hindenburg ist dies nicht mehr zulässig.“ Die Initiatoren des Antrags sind der Ansicht, dass die Einkaufsstraße nicht mehr nach dem Mann benannt sein sollte, der Adolf Hitler im Jahr 1933 zum Reichskanzler ernannte. „Die Person Hindenburgs ist in Teilen der Bevölkerung auch heute noch ausgesprochen positiv besetzt“, sagt Hartmut Jokisch. „Vielen ist die wahre Rolle Hindenburgs nicht bewusst. Er hat Hitler als seinen Erben betrachtet.“

Die neue Ausstellung soll die Dinge zurechtrücken. Zu sehen sind unter anderem Dokumente über die Umbenennung der Langestraße – so hieß sie ursprünglich – in Hindenburgstraße im Jahr 1933. „Wenn man die Begründung des damaligen Bürgermeisters für die Umbenennung liest, wird deutlich, dass Hindenburg geehrt werden sollte, eben weil er Hitler zum Reichskanzler berufen hat“, sagt Klaus Klingner, SPD-Mitglied und ehemaliger Landesjustizminister. „Vor diesem Hintergrund lautet meine Frage nicht, warum die Straße rückbenannt werden soll, sondern warum erst jetzt?“

Die Rückbenennung der Straße ist in Bad Oldesloe umstritten. „Wir sprechen uns ausdrücklich dagegen aus, weil ein neuer Straßenname hohe Kosten für die Geschäftsleute bedeuten würde“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Möller. „Außerdem finden wir, dass der Name nicht einfach aus dem Stadtbild verschwinden sollte. Stattdessen sollte eine Mahntafel am Stadthaus über den geschichtlichen Hintergrund informieren.“

Am Montag, 16. Februar, um 19.30 Uhr gibt es in der Festhalle (Olivet-Allee 4) in Bad Oldesloe eine Einwohnerversammlung zur Rückbenennung der Hindenburgstraße. Am 23. Februar soll die Stadtverordnetenversammlung die Entscheidung über den Rückbenennungsantrag treffen.

Die Ausstellung über Hindenburg im Atelier 25 ist bis Montag, 23. Februar, zu sehen. Geöffnet ist sie montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und sonnabends von 10 bis 13 Uhr.

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