Kommentar

Für Mitarbeiter besser sorgen

Mira Frenzel

Ist der Krankenstand hoch, macht der Chef oder die Chefin etwas falsch.

Das ist eine berechtigte Lesart hoher Krankenstände. Vielleicht sogar die Lesart mit der höchsten Berechtigung auf die Wahrheit. Das gilt für Behörden genauso wie für die freie Wirtschaft. In Behörden allerdings, da steigen seit Jahren die krankheitsbedingten Fehlzeiten. Mittlerweile haben sie nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern bundesweit den höchsten Stand. Wie bei jedem komplexen Thema hat das natürlich unterschiedliche Gründe, die Erfüllung einer Behindertenquote beispielsweise. Dennoch dürfen sich die Behördenleiter nicht in Ausreden flüchten. Sie müssen handeln.

Bargteheide ist ein gutes Vorbild. Die geringen Krankheitsfehltage zeigen, dass sich ein gutes Arbeitsklima und Fürsorge auszahlt. Der Glinder Bürgermeister, der die höchsten Zahlen genannt hat, ist aber wohl ebenfalls ein guter Chef. Das ist kein Paradoxon. Denn er hat das Problem erkannt und darauf reagiert. Anders sieht es in Bad Oldesloe aus. Da verlässt sich der Verwaltungschef auf sein Gefühl. Gefühlt sind genug Leute da, so dass der Laden läuft.

Das ist falsch. Denn die Leiter und Leiterinnen in den Behörden müssen besonders für ihre Mitarbeiter sorgen. Das sollten ihnen die Menschen wert sein. Nicht nur die, die in den Behörden arbeiten, sondern auch die Menschen, die auf diese Arbeit angewiesen sind. Und das sind alle Bürger einer Kommune, eines Bundeslandes und der gesamten Republik.

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