Stormarn
Siek

Die Stars tragen jetzt pink

Die Saison beginnt: Weihnachtssterne aus der Region sind jetzt wieder groß in Mode. In Siek stellt Olaf Beier die neue Kollektion vor

Siek. Der Stern der Saison kommt – wie es sich für einen echten Star gehört – mit Befindlichkeiten. Der Weihnachtsstern mag keine Zugluft, hat es an sich gern hell und die Füße lieber trocken. Und er ist wichtig für die Gärtnereien auch in Stormarn. Denn: „Das Herbst- und Weihnachtsgeschäft ist eines der drei Umsatzpeaks im Jahr“, sagt Frank Schoppa, Geschäftsführer des Gartenbauverbands Nord. „Die beiden anderen Höhepunkte sind im Frühling, wenn die Leute nach dem Winter wieder raus wollen, und im Sommer, wenn alles eingepflanzt werden kann, was keinen Frost verträgt.“

Zum Weihnachtsgeschäft gehören Weihnachtsbäume und Dekoration wie etwa Adventskränze. Besonders gut aber verkaufen sich Weihnachtssterne. Etwa 781.000 wachsen derzeit in Schleswig-Holsteins Gärtnereien. Die anderen kommen aus den Niederlanden, Dänemark und Italien. „Insgesamt werden in Schleswig-Holstein eine Million Sterne verkauft. Etwa 80 Prozent kommen also aus regionaler Produktion“, sagt Peter Levsen Johannsen von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.

Etwa 3000 von ihnen werden in der Gärtnerei von Olaf Beier in Siek verkauft. Wer das Gewächshaus betritt, freut sich über die Temperatur: Etwa 20 Grad muss ein Gewächshaus haben, damit die Pflanzen sich wohl fühlen. Aufgewärmt hat der Besucher Zeit, sich zu wundern, denn die beherrschende Farbe ist zwar klassisch rot, aber etwas weiter hinten leuchten pinkfarbene Sterne leicht disharmonisch gegen an. „Die pinken Weihnachtssterne sind neu in dieser Saison“, sagt Olaf Beier. „Damit soll auch eine jüngere Zielgruppe angesprochen werden.“ Der Name der Sorte: Luv U Pink. Rosafarbene Weihnachtssterne hingegen gebe es schon seit etwa drei Jahren. Nach Angaben der Vereinigung europäischer Weihnachtssternzüchter, Stars for Europe, sind nur zwei Prozent der verkauften Sterne rosa, zehn Prozent sind weiß, und jeweils vier Prozent der Sterne sind zweifarbig oder haben eine andere Farbe, etwa lachs. 170 verschiedene Sorten gibt es.

Die meisten Menschen aber kaufen am liebsten rote Weihnachtssterne. „Die rot-grüne Variante dominiert“, sagt Peter Levsen Johannsen. „Das ist eine Farbkombination, die beruhigt, einen runter- und in Weihnachtsstimmung bringt.“ Auch Frank Schoppa vom Gartenbauverband Nord mag die klassische Variante am liebsten. „Ich persönlich finde die tiefroten am schönsten“, sagt er. Egal welche Farbe – wichtig sei, auf die Qualität zu achten. „Man bekommt oft bessere Qualität im Facheinzelhandel. Zudem kommen viele Weihnachtssterne aus der Umgebung, das ist auch besser für die Umwelt, wenn sie nicht tagelang auf dem Lastwagen unterwegs waren.“

Olaf Beier sagt, die Sterne seien „transportempfindlich“. Das sei häufig ein Problem. „Weihnachtssterne dürfen nie kalt oder zugig stehen, man sollte also keine kaufen, die im Eingangsbereich eines Supermarktes stehen“, sagt er.

Ursprünglich kommen die Sterne aus Mexiko, Mittel- und Südamerika, dort können sie bis zu vier Meter hoch werden. Der Naturwissenschaftler Alexander von Humboldt brachte sie vor etwa 200 Jahren von einer Reise aus Amerika mit nach Europa. In die USA brachte sie Joel Roberts Poinsett etwa zur gleichen Zeit, deshalb wird die Pflanze auch Poinsettie genannt.

So weit wie von Amerika bis Europa ist der Transportweg heutzutage meist nicht mehr. Wer seinen Weihnachtsstern durch die Kälte sanft nach Hause gebracht hat, hat fast schon alles richtig gemacht. „Dann muss man noch darauf achten, dass die Pflanze an einem möglichst hellen Platz steht. Ist es zu dunkel, färben sich die unteren Blätter gelb“, sagt Olaf Beier. „Und beim Gießen muss darauf geachtet werden, dass die Pflanze nicht zu feucht wird. Erst wieder nachgießen, wenn die Erde leicht trocken ist. Die meisten meinen es zu gut und gießen zu viel.“

Ob ein Weihnachtsstern das Potenzial hat, lange zu halten, ist auch an den Blüten zu erkennen. Die sitzen zwischen den farbigen Hochblättern, sind klein, grün, unauffällig. Und am besten noch geschlossen. „Auf keinen Fall dürfen sie fehlen, dann ist die Pflanze verblüht“, sagt Olaf Beier. Wenn alles gut läuft, kann ein Weihnachtsstern sehr lange halten. „Viele Kunden werfen ihn dann entnervt zu Ostern weg, weil sie ihn nicht mehr sehen können.“ Vielleicht ist aber auch Vorsicht der Grund: Denn Weihnachtssterne können für Haustiere giftig sein – und vielleicht auch für Osterhasen.