Stormarn
Kommentar

Glaubwürdigkeit der Polizei leidet

Zuerst kündigt die Polizei an, wo mit Geschwindigkeitskontrollen zu rechnen sei, sodann schreiten die Beamten genau dort zur Tat.

Und am nächsten Tag loben alle, dass – welch ein Wunder! – fast kein Autofahrer zu schnell gefahren ist. Während Deutschland über Sinn und Unsinn dieser bemerkenswert öffentlichkeitswirksamen bundesweiten Aktion namens Blitzmarathon diskutiert, verfolgt die Polizei in Stormarn offensichtlich ihre ganz eigene, ihre sehr eigentümliche Taktik: Auch hierzulande sind im Vorwege Kontrollstellen genannt worden. Die Autofahrer hat es dann aber, wenn überhaupt, an ganz anderen Orten eiskalt erwischt.

Um im Marathon-Bild zu bleiben: Das ist unsportlich, ein klarer Verstoß gegen die Spielregeln. Selbst wenn es geblitzte Autofahrer zuallererst selbst sind, die gegen Spielregeln verstoßen haben – gegen die der Straßenverkehrsordnung.

Dass der Polizei überhaupt Unsportlichkeit attestiert werden kann, weil Beamte unangekündigt kontrollieren, dokumentiert eindrucksvoll die ganze Widersinnigkeit des Modells Blitzmarathon.

Das Schlimme ist nur: Es ist offenbar nicht die Intention der Polizeiführung gewesen, dieses Signal abzusenden. Vielmehr scheint es so, als seien die Ordnungshüter schlicht nicht in der Lage gewesen, vier Kontrollpunkte zu benennen und dann dort ein Blitzgerät aufzubauen.

Es mag Gründe dafür gegeben haben, Stichwort Personalmangel. Aber was bleibt, ist ein Verlust von Glaubwürdigkeit und Vertrauen.