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„Südstrand“: Schickler hört auf

Klage der Gemeinde Großensee vor dem Landgericht Lübeck führt zu Vertragsauflösung mit Restaurantpächter

Großensee. Die Gemeinde Großensee wird den Vertrag mit Felix Schickler, Pächter des Restaurants Strandtheke am Südufer des Sees, auflösen. Vor dem Landgericht in Lübeck kam es jetzt nach einem drei Jahre währenden Streit zu einem Vergleich. „Die Parteien haben sich darauf geeinigt, das Vertragsverhältnis zum 31. Oktober zu beenden“, sagt Stephan Bahlmann, Richter am Landgericht. Schickler wird das Restaurant dann zum 1. November an die Gemeinde übergeben. „Wir sind froh, dass die Sache damit ein Ende findet“, sagt Großensees Bürgermeister Karsten Lindemann-Eggers (Wählergemeinschaft Bürger für Großensee).

Felix Schickler ist seit dem 1. Januar 2011 Pächter des Restaurants, in dem er im Mai desselben Jahres die Strandtheke, die damals noch Südstrand hieß, eröffnete. Außerdem betreibt der Ahrensburger das Naturbad für die Gemeinde. Sein Vertrag mit Großensee wäre erst in sechs Jahren abgelaufen. Doch von Anfang an hatte es Uneinigkeiten zwischen dem Pächter und der Gemeinde gegeben. „Blick und Ambiente des Restaurants sind wunderbar. Nur Felix Schicklers Gepflogenheiten passen nicht dazu“, sagt Karsten Lindemann-Eggers.

Nach Angaben des Bürgermeisters gibt es schon neue Interessenten für das Restaurant. Schickler hatte die Strandtheke seit rund zwei Jahren über seine Lebensgefährtin, die Ahrensburger Immobilienmaklerin Dunja Paasch, zur Unterpacht angeboten. Es war jedoch nie zu einem Geschäft gekommen. „Es gab aber immer Interessenten. Diese habe ich jetzt erneut angesprochen und ihnen die aktuelle Lage erläutert. Einige wollen mir jetzt ihre Unterlagen zuschicken“, sagt Lindemann-Eggers. Die Gemeinde suche vornehmlich einen Pächter für das Restaurant, der auch das Freibad betreibe. „Wir könnten uns aber auch vorstellen, die Zuständigkeiten zu teilen und uns in Zukunft selbst um das Bad zu kümmern.“

Zuletzt hatte es in diesem Sommer mit Schickler auch Ärger gegeben, weil er – so sieht es die Gemeinde – sich nicht an die vertraglich vorgegeben Kassenöffnungszeiten im Freibad gehalten habe. So seien Einnahmen verloren gegangen (wir berichteten). Der Pächter hingegen erklärte in einer Stellungnahme, die Gemeinde komme ihren Pflichten im Freibad nicht nach und kümmere sich etwa nicht um dessen Instandhaltung. „Er hat sich nicht an die vertraglichen Bedingungen gehalten und etliche Ausflüchte gesucht“, sagt Lindemann-Eggers über Schickler.

Auch darüber, wie das Restaurant am Seeufer zu betreiben sei, waren sich die Gemeinde als Eigentümer und Felix Schickler als Pächter offenbar nicht einig. So habe Schickler die Strandtheke im vergangenen Jahr etwa zu „nicht ortsüblichen Zeiten“ geöffnet, sagt der Bürgermeister. „Das Restaurant war wochentags von 12 bis 17 Uhr geöffnet, da muss man sich nicht wundern, wenn keine Gäste kommen.“ Schickler habe die Öffnungszeiten zwar daraufhin in die Abendstunden verschoben, sie aber dafür auf vier Stunden pro Tag verkürzt. Auch über die Dauer der genehmigten Betriebsferien war man sich uneins, wie der Bürgermeister sagt. Drei Wochen sind laut Lindemann-Eggers im Vertrag vorgesehen. Schickler habe diese über die Jahreswende auf mehr als drei Monate ausgedehnt.

Felix Schickler war am Mittwoch auch auf mehrfache Versuche hin nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Bürgermeister Lindemann-Eggers betont, dass die Gemeinde dem Pächter kein Geld gezahlt habe, um ihn zur Auflösung des Vertrages zu bewegen. „Wir haben uns in gegenseitigem Einverständnis getrennt.“

Der Betrieb in der Strandtheke wird noch bis Ende September wie gewohnt weiterlaufen. „Im Oktober wird Felix Schickler Betriebsferien machen und das Restaurant schließen“, sagt Lindemann-Eggers. Er hofft, zum 1. November einen neuen Pächter präsentieren zu können.

Restaurant und Freibad sind nicht die einzigen Baustellen, die es derzeit am Großensee gibt. Auch die Zukunft des Sees selbst ist ungewiss: Wie berichtet, will die Stadt Hamburg das Gewässer verkaufen, für mindestens 1,115 Millionen Euro. Die Gemeinde möchte gern selbst neuer Eigentümer werden. Bis zum 26. September erwartet Hamburg alle Gebote. Mitmachen können nur Bieter, die die Stadt für das Verfahren ausgewählt hat. Als Pächter für das Restaurant hingegen darf sich derzeit noch jeder bewerben.

Der „Traum am See“ wurde am Mittwoch trotz der anstehenden Vertragsauflösung weiterhin auf der Internetseite von Schicklers Lebensgefährtin zur Unterpacht angeboten.